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Politik: Politische Meinung

Masterstudium Politik oder Parteien abschaffen

Wir benötigen eine neue Politik und neue Politiker. Zwei Wege zu neuer Demokratie, über die es sich nachzudenken lohnt.

Schon Reinhard Mey, seines Zeichens Liedermacher befand in einem seiner Texte, „Was kann schöner sein auf Erden als Politiker zu werden“. Und danach scheinen die Menschen eiskalt zu kalkulieren, wenn sie sich dafür entscheiden, eine politische Laufbahn einzuschlagen. Diese Zeitgenossen wissen nämlich eines sehr genau: “Die Rente ist sicher“, und man kann sie dafür nicht einmal der Lüge bezichtigen, denn sie meinen ja ihre eigene Alterssicherung und sagen nicht etwa: „die Renten aller Bürgerinnen und Bürger dieses Staates ist sicher“, nein, so dumm sind noch nicht einmal Politiker.

Was auch immer heute von Regierungen beschlossen wird trifft weder den Zeitgeist und hilft schon gar nicht den Menschen, die es betreffen sollte, im Gegenteil. Schaut man nun zuzüglich über den Tellerrand des eigenen Staates hinaus, was Bürger immer häufiger tun, so sind die schon Entscheidungen die auf der EU Ebene getroffen werden oft schädlich für ganze Volkswirtschaften, als dass sie sie voran bringen würden. Und in Bereichen der Weltpolitik führt dies allenfalls zu Lagerbildungen und wirtschaftlicher Blockbildung.

Die Menschen für die Politik gemacht wird beginnen dies mehr und mehr zu begreifen und wenden sich von der Politik ab, Politik verkommt so zur reinen Lobbyarbeit weniger für wenige, was bei den Menschen zum politischen Desinteresse und zur Nichtwahlteilnahme führt. Regierungen werden von wenigen für sich selbst und ihr Interesse aber nicht mehr von den Bürgern für ihr eigenes Wohl gewählt.

Die Unzufriedenheit der Menschen steigt, denn sie fühlen sich übergangen und vergessen und so kann es schließlich dazu kommen, dass irgendwann der Zorn der Menschen sich seine bahn bricht und es irgendwann in allen Staaten zugeht wie in Griechenland. In den meisten Staaten der EU fehlt nur noch ein Funke, der das Fass zum Überlaufen bringt und einen Flächenbrand entzündet. Wie das dann letztendlich ausgehen wird, welche politische Ausrichtung danach noch überleben wird ist nicht einzuschätzen.

Die Politiker aller Staaten müssen das erkennen und sich überlegen, wie sie diesen Flächenbrand verhindern wollen. Und es ist nicht mehr viel Zeit, denn die Probleme wachsen ständig in allen Staaten mehr oder weniger schnell.

Politiker müssen heute Menschen sein, die ein umfassendes Wissen haben. Dieses Wissen muss sich nicht nur auf die politischen Zusammenhänge dieser Welt beziehen sondern umfasst auch das Wissen darüber, wie die Menschen ihres Landes leben müssen. Hinzu kommt, dass Politiker die im Gefüge der EU tätig sind auch wissen sollen, wie das Leben der Bürger in anderen Staaten funktioniert.

In Zeiten der Krise erkennen wir jedoch, dass unsere Politiker nur sehr selten über den Tellerrand hinausschauen und sich in der EU und schon gar nicht in der Welt auskennen. Und die Befindlichkeiten der Bürgerinnen und Bürger kennen sie schon gleich gar nicht mehr.

Bisher ist es üblich, dass jeder Mensch, der meint er wolle etwas ändern, für seine eigene Zukunft vorsorgen, ein sicheres Auskommen mit dem Einkommen haben und der zudem bereit ist zu buckeln und zu schleimen die politische Laufbahn einschlagen kann, unabhängig von dem, was er bisher getan oder gelernt hat. Daraus resultiert jetzt die Hilflosigkeit in einer Krise zielgerichtet zu handeln, die Unfähigkeit der Menschen die heute Politiker sind politisch zu handeln wird immer offensichtlicher.

Es gibt eigentlich nur zwei Wege, damit die Menschen von der Politik wieder vertreten werden, was man als Wohl des Volkes bezeichnet, denn für das Wohl des Volkes zu sorgen das ist die Aufgabe die Politiker zu erfüllen haben. Keinesfalls haben sie sich um die Belange weniger Lobbyisten zu kümmern.

Der erste Weg wäre die Auflösung aller Parteien. In den Bundestag wählen dann die Menschen Bürger aus ihren Reihen. Jeder Bürger ist befugt, zu kandidieren und sich zur Wahl zu stellen. Besonders hervorzuheben sind hier Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, die täglich das Elend der Bevölkerung sehen. Menschen, die in Suppenküchen der Ärmsten helfen, Menschen, die sich in vereinen engagieren, Menschen eben, die aus der Bevölkerung kommen, die noch mit offenen Augen durch die Gemeinden laufen.

Nicht gefragt sind jedoch die, die solchen Hilfsgruppen und Vereinen vorstehen und dort bereits in den Vorständen sitzen. Zahlenmäßig soll der Bundestag auch um die Hälfte verkleinert werden. Die Wahl in den Bundestag soll auch nur für eine Wahlperiode möglich sein. Für diesen Zeitraum werden die Menschen bezahlt, so wie es auch heute üblich ist, nur erhalten sie nicht Übergangszahlungen in endloser Höhe wenn sie den Bundestag wieder verlassen. Sie haben einen 4 Jahresvertrag mit dem Volk. Schlechter als die Politiker heute agieren ist es nämlich auch nicht denkbar, wenn Laien gewählt werden.

Die zweite Möglichkeit die in Betracht kommt ist dass die EU selbst beschließt, einen Masterstudiengang für Politiker zu schaffen, der über mindestens 12 Semester geht. Nach dem Schulabschluss wird dieses Studium begonnen, dessen Ausbildung folgender Maßen abläuft. Die Sprache in der der Studiengang stattfindet ist englisch.

Die Studierenden sind verpflichtet jeweils ein Semester in einem anderen Land der EU zu leben und zu arbeiten und darüber einen Bericht abzuliefern. Dort besuchen sie zuzüglich Vorlesungen über die Politik, Kultur und gesellschaftliche Zusammensetzung des Gastlandes. Sie leben dort in Gastfamilien, sie arbeiten jeweils in ganz normalen Jobs, als Verkäufer oder in ähnlichen alltäglichen Berufen bürgernah eben, damit sie am eigenen Leib erfahren, wie Menschen in anderen EU Staaten als in ihrem Heimatland leben.

Sie haben ein solches Praktikum über neun Semester in neun verschiedenen Staaten der EU zu absolvieren, wobei Frankreich, Polen, Schweden, Italien, Großbritannien und Spanien zu den Pflichtstaaten gehören. International haben sie Praktika in den USA, Russland und in einem afrikanischen Staat zu absolvieren. Am Ende jeden Semesters wird ein Erfahrungsbericht über das Leben, die Kultur und Gesellschaft des Partnerlandes erstellt und eingereicht.

Die letzten drei Semester sind im Heimatland selbst zu erbringen. In der Universität studieren sie hier die gesellschaftlichen und kulturellen Hintergründe bei der täglichen Arbeit. Während des Studiums erhalten diese Studenten die Bezahlung die in den jeweiligen Staaten und Berufen üblich ist und leben von diesem Budget, zahlen davon im jeweiligen Gastland die üblichen Steuern. Der Arbeitstag umfasst acht Arbeitsstunden, hinzu kommen zwei tägliche Stunden Vorlesung an der Universität. Studiengebühren werden nicht erhoben.

Am Ende des Studienzeitraumes steht eine Masterarbeit, die die Aufgabe stellt, einen großen Systemvergleich aller Staaten unter Einbeziehung aller auswärtigen Aufenthalte und der in den Semestern erstellten Arbeiten zu verfassen. Ein Kollegium aus allen Partnerstaaten und dem Heimatland hat über diese Abschlussarbeit zu befinden. In einer mindestens zweistündigen Befragung durch das Kollegium hat der Kandidat sein Redetalent zu beweisen und politische, gesellschaftliche und kulturelle Fragen der verschiedensten Professoren der Einzelstaaten zu beantworten.

Die Abgänger eines solchen Jahrganges sollten somit bestens gerüstet sein, um zum Wohle ihres Volkes im Heimatland zu agieren. Nach jeweils einer Wahlperiode, also vor der nächsten Wahl hat der Politiker erneut einen Bericht über seinen Regierungszeitraum zu erstellen, der einem Kollegium des Heimatlandes vorzulegen ist und sich einer mündlichen Befragung durch nach dem Zufallsprinzip ausgewählter Bürger und Bürgerinnen zu stellen.

Das Kollegium entscheidet mit den Bürgern dann über eine weitere Kandidatur des Politikers.

Wenn Demokratie und Politik sich vom Menschen entfernt haben wie in unserem Lande, müssen neue Wege in der Politik gefunden werden.

denise-a. langner-urso

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Schlüsselwörter: Politik | Wirtschaft | Wahlen | Gesellschaft | Demokratie

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Kommentare

Steinbrücks Furunkel
am 29.09.2009 22:39:41 (62.203.173.xxx) Link Kommentar melden
Die Politiker aller Staaten müssen das erkennen und sich überlegen, wie sie diesen Flächenbrand verhindern wollen. Und es ist nicht mehr viel Zeit, denn die Probleme wachsen ständig in allen Staaten mehr oder weniger schnell.


Geht nicht, denn die Politiker sind reine Befehlsempfänger der Strippenzieher im Schatten.

Wenn sie sich gegen die Order der Bilderberger, CFR, des Trilateralen Rates , der Atlantischen Brücke u.a. und vielleicht noch für das Volk entscheiden sollten, sieht's auf einmal ganz schlecht aus.

Dann gibt's Unfälle beim Fallschirmspringen, Autofahren unter massiven Alkoholeinfluss, in der Badewanne, notfalls vertägt man auch die milde Gabe von Bleipartikeln nicht so recht.

Dann schon lieber freiwillig das Hirn abgeben oder a la Ulrich Roski das Leben mit Humor nehmen.

http://www.youtube.com/watch?v=9TIGuOSD2Fg
BBarol2000
am 03.10.2009 06:44:58 (78.42.242.xxx) Link Kommentar melden
Seite längerer Zeit gilt für mich; Ich muss wählen gehen. Warum: weil ich gegen Parteien bin. In der Politik muss sich genau dies ändern, damit der kleine Mann um die Ecke wieder zu seinen Rechten kommt. Die Öffnung der Schere ist jetzt schon so gross, dass wir die zweiklassen Gesellschaft fast nicht mehr aufhalten können.
1. Schritt wäre aus meiner Sicht:
Verantwortung zurück an dei Länder und Kommunen.
2. Schritt
Bundesregierung reduzieren auf eine angemessene Anzahl Vertreter, im Abgleich mit den Aufgabe der EU.
3. Schritt
Anpassen der Wahlgesetze an die neue Bedürfnisse.
Knapp 30 % der Wähler wollten nicht wählen, wenn wir noch dazurechnen wieviele Wähler nicht aus Überzeugung gewählt haben, dann ergibt sich doch eine nicht kleine Interssengruppe.
Aber wie packt man so eine Aufgabe an?
Vielleicht mit einem Kreuz auf dem Wahlzettel; " Keine Partei gewählt"??? Gruss von einem Parteilosen.
266
am 04.10.2009 17:52:36 (84.59.248.xxx) Link Kommentar melden
@thunderhand
Was auch immer heute von Regierungen beschlossen wird trifft weder den Zeitgeist und hilft schon gar nicht den Menschen, die es betreffen sollte, im Gegenteil.
Das ist etwas pauschal, und auch etwas negativ im Ansatz. Wollten Sie nicht mehr auf positive Ansätze im Jorunalismus achten und mit "leuchtendem Beispiel" vorausgehen?
BBarol2000
am 04.10.2009 18:58:42 (78.42.240.xxx) Link Kommentar melden
Journalimus ist gut für die eigene Information, wenn der jenige der die Information liest, sie richtig recherchiert, interpretiert und versteht.
Vielleicht verstehe ich die Zusammenhänge in dieser Unterhaltung noch nicht ganz, obigen Satz habe ich noch nicht gefunden.
Wo finde ich den Zusammenhang? Danke für eine Info.
266
am 04.10.2009 19:01:54 (84.59.42.xxx) Link Kommentar melden
Cool Falls die Nachfrage sich an mich richtet: Dritter Absatz, Satz eins des Artikels.

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