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Medien: Sonstiges

Pfui Teufel-Berliner Druckmedien!

Der Tag nach Mumbai

Wer sich heute in Berlin eine Tageszeitung kauft und gestern mit den Bildern des Terrors in Mumbai ins Bett ging, der steht heute fassungslos vor dem, was die Titelblätter in Berlin für ein Foto und für eine Schlagseite präsentieren. Sie titeln mit Bildern vom Berliner Stadtschloß und dessen Wiederaufbau. In dem Augenblick fragt man sich, ob man eventuell Wochen oder Monate verschlafen hat in einer Art Koma lag und ob der Terror in Mumbai wirklich stattgefunden hat.

http://www.morgen...

http://www.bz-ber...

...und das sind nur zwei davon, auch im Druck ist das so, aber es sind noch mindesten drei andere regionale Zeitungen, die so aufmachen, auch online.

Man lässt die Finger von diesen Zeitungen und schaltet die Nachrichten ein, schaltet den Computer an, und überprüft, ob man sich die letzten Tage vielleicht nur eingebildet hat. Doch, man hat nicht halluziniert, die Startseite vom Spiegel Online beweist es. Die Berliner Morgenpost hat allerdings auch als ersten großen Artikel das Stadtschloss auf ihrer Startseite. Die B.Z. titelt „Der neue Palast der Republik“.

Fassungslosigkeit, wenn man bedenkt, wie viele Menschen in den letzten Tagen in Indien starben, hingemetzelt von Islamisten, denen Menschenleben nichts wert sind, sofern sie aus der westlichen Welt kommen. Terroristen, die aber Muslime ungeschoren gehen ließen, die uns den Kampf des Islam gegen die westliche Welt und ihre Kultur blutigst vor Augen führten, das wahre Gesicht des sich ständig mehr radikalisierenden Islam zeigten, in aller Klarheit aussprachen, dass sich dieser Kampf gleichermaßen gegen alle Ungläubigen richtet. In Mumbai gab es Opfer aus Italien, Deutschland, Amerika, Israel, England.

Aber die druckfrischen Medien titeln mit einem Schloss.

Am ersten Tag der Anschläge flimmerte in der ARD die Bambi-Verleihung über den Bildschirm, als sei nichts geschehen. Stars werden geehrt. Stars, die sich selbst am nächsten stehen, die so skrupellos sind daran in einem solchen Augenblick überhaupt teil zu nehmen. Berlin wird nun gefeiert, feiert sich selbst in der gedruckten Presse, welcher neue Glanz, Geld wird fließen in die Stadtkasse, das zählt, das sind gute Nachrichten. Das in Berlin auch 600 Arbeitsplätze abgebaut werden im Callcenterbereich zählt nicht, die vielen Toten von Mumbai, sie zählen nicht, es ist der Profit der zählt, der Reichtum, das Kapital.

Für wen also berichten sie, diese Medien, wer steuert sie, wer bestimmt, was gedruckt und gesendet zu werden hat? Die Medien berichten für das Kapital, für und über reiche Stars, für die Wirtschaft, für niemanden sonst. Sie berichten nicht nicht für die Menschen, nicht von den Menschen, nicht von Terror, Tod und Arbeitsplatzabbau, der uns betrifft und selten die Reichen trifft, nein, die Medien feiern Glamour, Geld und Stadtglanz und liefern uns ein Billigprogramm aus Supernannis, Superstarsuche, Kochkursen, Gerichtsverhandlungen, Ausbildungsplatzkampfulks und Stars mit Inselkoller.Billigmüll, im Dutzend produziert, mit billigsten Laien produziert, kostensparend.

Und wenn man schaut, wem diese Medienkonzerne meist gehören, wundert es nicht. Es weht eben ein anderer Wind, wenn wie in Italien die Zeitungs- und Nachrichtenwelt nicht mehr unabhängig ist sondern gleich zu großen Teilen der Regierung oder den Wirtschaftsbossen gehören. Deutschland braucht unabhängige Zeitungen, damit wieder ehrlich berichtet und recherchiert wird, damit wir wieder ein umfassendes Weltbild und nicht das serviert bekommen, was irgendeinem Mogul wichtig erscheint. Wir brauchen eine unabhängige Presse ohne Maulkorb und nicht Pietätlosigkeiten, wie sie sich heute die gedruckte Presse in Berlin leistet.

Pfui Teufel Berliner Druck und Online-Medien!

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Schlüsselwörter: Medien | Internet | Mumbai | Gesellschaft | Wirtschaft | Kultur | Regionales | Kultur | Politik
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Kommentare

MarBrun
am 30.11.2008 07:52:57 (77.24.75.xxx) Link Kommentar melden
Ahoi,

als freier Journaliste kann ich es leider nachvollziehen, wie und warum die von Ihnen angesprochenen Medien so handeln. Es liegt nicht etwa an diesem "Heile Welt" Gefühl, welches unbedingt gebracht werden muss. Es liegt vielmerh im Fall von Mumbai daran, das es enorm schiwrig ist, guten Journalismus über dieses Thema zu macehn. Die Angst vor Gewalttaten, die Angst vor Fehlern in der Berichterstattung ist ernorm.
Es hat sich zwar schin einiges getan, dennoch hält immer noch jemand seine Hand über solche Geschichten.

Was die "Zeitungen" ( und ich heb dies extra in "" ) in Berlin angeht, so dürfte das Klientel auch ein wichtiger Grund dafür sein.
Welcher Leser, welche Leserin de Axel Springer Presse ( uasgenommen Welt, Welt am Sonntag) kann sich denn unter Mumbai etwas vorstellen. Darüber kann man auch nicht am Stammtisch, Bratwurststand oder im Baugewerbe bei der Flasche Bier diskutieren. Da müssen einfache Sachen her, eben dem intellekt entsprechend. Diese bedienen diese "Zeitungen"
Das damit ein Teil der Bevölkerung immer dümmer wird ist leider die logische Konsequenz. Ändern kann man das mit anderen. unabhängigen und aufklärenden, Medien leider auch nicht.

Also bleibt ein großer Teil immer unter sich. Das hat auf eine Art und Weise aber auch Vorteile.

So gibt es in meinem Bekanntenkreis keinen Menschen einzigen der A.S Produkte bezieht oder etwa liest. Alles vernüftige Leute

Darauf bin ich stolz!

Zum Schluß fällt mir noch ein Satz aus der unsglichen Zeit der Studenten - Demos ein, den man leider nicht sagen darf. Stichworte hierzu "A.S" und "enteignen"
MarBrun
am 30.11.2008 11:34:27 (77.25.90.xxx) Link Kommentar melden
Nachtrag zu oben:

Wie hieß es denn noch so schön vor rund 45 Jahren "Volkes Stimme ist Springers Organ"

Wie auch andere menschliche Organ,sondert auch dieses "Organ" so einiges ab....


In diesem Sinne wird es Zeit, dies zu ändern!!

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