Politik: Recht & Co.

Kein Journalisten-Besuch erlaubt!

Sie hatten nichts Gutes mit ihm vor!
29.11.2008 23:19:40 eingesandt von martina für OnlineZeitung 24.de

Österreich versteckt einen Häftling und rächt sich an ihm - sie hatten nichts Gutes mit ihm vor! Anstatt Juan Carlos Chmelir besuchen zu dürfen, muss ich am 4. Juli 2008 beim stellvertretenden Anstaltsleiter der Justizanstalt Garsten vorsprechen. Da ich mich im Besuchsformular als Journalist „geoutet“ habe, erklärte mir dieser, darf ich nicht vorgelassen werden Ich sage dem Beamten, dass ich über dieses Treffen nichts schreiben will und ich noch nicht weiß, ob ich im Fall Chmelir überhaupt weiter recherchiere. Es geht mir um einen persönlichen Eindruck, nachdem mir Chmelir telefonisch seine Geschichte erzählt hat. Daraufhin darf ich Chmelir treffen – mit der Auflage, nichts davon zu veröffentlichen. Daran halte ich mich. Obiger Artikel basiert auf späteren Telefonaten mit Chmelir, Gesprächen mit Silvia Chmelir und dritten sowie Aktenstudien. Mein Ansuchen um ein weiteres Treffen mit dem Gefangenen – als Journalist – wurde vom Justizministerium untersagt. Journalist Mag. Wolfgang Machreich, Wiener Wochenzeitung „Die Furche“, Redaktion Tel. 01-512 52 61, wolfgang.machreich@furche.at ------------------------------------------------------------------------------------------------------ Im Zusammenhang der Artikelserie über den Häftling Juan Carlos Bresofsky-Chmelir,

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http://www.online...rticle/713

http://www.online...rticle/732

http://www.online...rticle/855

der in Österreich nunmehr über 30 Jahren ununterbrochen im Gefängnis einsitzt und als Weglege – und Todeskandidat in der Zelle behandelt wird, wird immer konkreter, das die Vollzugskommission des Bundesministerium für Justiz in Wien, die Justizwache und Anstaltsbehörden „eigenständig“ und gesetzwidrig handelten und nichts Gutes mit ihm vorhatten, nämlich sein Tod in der Zelle. Das unfassbare bei der Sache ist, das die obigen Vollzugsbehörden die Sache ganz offensichtlich von langer Hand vorbereiteten, indem sie dem Häftling 30 Jahre lang Resozialisierungsmaßnahmen gemäß §§ 20,56 des Österr. StVG verweigerten, so dass kein Richter eine Entlassung aussprechen kann, da solche Maßnahmen zwingend vorgesehen sind. Geht man davon aus, das in Österreich ein unabhängiges Gericht über die bedingte Entlassung eines Strafgefangenen entscheidet, §16 StGB, wird in diesem Fall die Anmaßung und manipulative Vorgangsweise der Vollzugsbehörden in besonderer Weise deutlich, nämlich über längere Zeit hindurch zielführend so vorgegangen zu sein, um eine Entlassung entgegenzuwirken.

So wird zunehmend durchschaubar, warum selbst das Bundesministerium für Justiz „kein“ Journalisten-Besuch erlaubt.

Es darf hier kurz erinnert werden, das Juan Carlos Bresofsky-Chmelir schwere Vorwürfe gegen die österreichische Justiz erhebt und hierzu auch konkrete Beweise vorlegen kann (auch der Journalist Wolfgang Machreich ist im Besitz solcher Protokolle), er sei nämlich im Zusammenhang der Gattin eines hohen Staatsbeamten in wesentlichen Anklagepunkte vom Gericht bewusst und gezielt unschuldig verurteilt worden, sowie das sich die Justiz jetzt nur deswegen an ihm rächt und sein Tod in der Zelle anstrebt, weil er zudem in die 80er Jahren mit spektakulären Aktionen wiederholt und Erfolgreich gegen unfassbaren Haftbedienungen protestiert hätte.

Von Juan Carlos Bresofsky-Chmelir gelangen zur Außenwelt zunehmend persönlichen Niederschriften, die erstaunlicherweise – nach 30 Jahren durchgehender Haft - von einen äußerst scharfen und gesunden Verstand zeigen. Er schreibt hierzu: „So dumm bin ich nicht, nach 30 Jahren Haft Unwahrheiten zu behaupten und Geschichten zu erfinden, denn hier ist klar, das ich mir selber damit schaden würde. Nein, das tue ich sicher nicht. Was ich sage, das kann und habe auch ich auch durch Gerichtsprotokolle und anderen Schriften, die ich meiner Frau und Journalisten zukommen ließ, sehr deutlich bewiesen, wobei ich noch einiges dazu legen kann.

Ich bin zwar über 30 Jahren andauernd im Gefängnis, aber ich habe mich aus eigener Kraft und Initiative geistig und psychisch weitergebildet- und entwickelt. Physisch habe ich natürlich als Gefangener alles nur Mögliche entbehrt, geistig jedoch sehr wohl und intensiv gelebt. Ich freue mich jedenfalls für Deutschland, das sie im Falle Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar nicht auf Rache aus war und ist. Das zeichnet ein Land in besonderer Weise aus, vor allem, das es sich nicht auf dieselbe Stufe begibt, wie kriminelle und Terroristen und das humane Aspekte Vorrang haben“.

Martina für onlinezeitung24

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