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Lokales: Sonstiges

Wäre Mitjas Tod vermeidbar gewesen?

Erstveröffentlichung: www.readers-editon.de Autor: Sabrina von Calle

Uwe K., der mutmaßliche Vergewaltiger und Mörder des neunjährigen Mitja aus Leipzig, wurde in dieser Woche endlich gefasst.

Nach langer Suche der Polizei hatte er sich in der Nähe des Tatorts in einem Selbstmordversuch vor eine Straßenbahn geworfen, überlebte jedoch schwerverletzt. Wenn sich sein Zustand stabilisiert hat, soll er vernommen werden.

Zweifel am deutschen Rechtssystem

Uwe K. war vor seiner mutmaßlichen Mordtat bereits sechsmal vorbestraft, fünfmal allein wegen Kindesmissbrauch. Da stellt sich ganz automatisch die Frage, warum ein solcher Mensch noch frei herumlief, noch dazu in ein Wohngebiet mit Kindern ziehen und eine Stelle im Schulzoo annehmen durfte. Die Zweifel am deutschen Rechtssystem werden immer größer. Verständlich, wenn man überlegt, dass der Kinderschänder von niemandem daran gehindert wurde, wieder strafbar werden zu können.

Denkt man eingehender darüber nach, stellt sich die Frage, ob man Mitjas Tot hätte abwenden können. Doch das sind reine Vermutungen. Fakt bleibt, dass ein vierfacher Rückfall Grund genug sein sollte, einen Kinderschänder für immer ins Gefängnis oder sogar in eine geschlossene Anstalt einzuweisen. Es hätte in jedem Fall verhindert werden müssen, dass Uwe K. Tür an Tür mit Kindern wohnt. Und man hätte erwarten können, dass er nicht in einem Schulzoo arbeitet, wenn auch nur zur Sanierung.

Böswillige Fahrlässigkeit der verantwortlichen Stellen?

Andererseits: ebenso könnte man einen Alkoholiker in einen Weinkeller einsperren. Soll heißen, die Wahrscheinlichkeit war zumindest gegeben, dass etwas in der Art passieren könnte. K. hätte vielleicht keine Straftat mehr begangen, wenn ihm die Möglichkeit genommen worden wäre, täglich Zugriff auf seine potenziellen Opfer zu haben. Natürlich geht es nicht darum, einen Kinderschänder in Schutz zu nehmen, es geht einzig und allein darum, dass mittlerweile bekannt sein dürfte, dass Pädophilie nicht heilbar, sondern wenn überhaupt dann höchstens einschränkbar ist.

Warum also wird nichts unternommen, wenn ein Kinderschänder in ein Wohngebiet zieht, warum wird kein Zeugnis von jemandem verlangt, der in einem Schulzoo arbeiten will? Wer von uns weiß schon, wen er wirklich neben sich wohnen hat, wenn doch jetzt klar ist, dass das Rechtssystem keine Ausgliederung aus den Kinderwohnbereichen für Kinderschänder vorsieht? Hoffen wir einfach alle, dass Uwe K., sollte sich der schlimme Verdacht der Kindstötung an Mitja aus Leipzig bestätigen, nie wieder aus dem Gefängnis entlassen wird. Und beten wir besser alle dafür, dass es nicht sehr viele fünffache Wiederholungstäter auf freiem Fuß gibt.

Erstveröffentlichung bei "Readers Edition" Autor Sabrina von Calle Grundlage für Zweitveröffentlichung Creative Commons-Lizenz

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