Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Gesundheit

Kliniken vor der Pleite – Bald ein Zwei-Klassen-Gesundheitssystem?

Soforthilfe der Bundesregierung (3 Milliarden) ist nur knapp die Hälfte des Defizits für 2009

Collage: Alex Mais
Collage: Alex Mais
Am vergangenen Donnerstag (25.09.2008) gab es in Berlin eine Großdemonstration von bis zu 130.000 Klinikärzten, Krankenschwestern und Pflegern. Sie alle wollten damit auf die katastrophale finanzielle und personelle Lage in deutschen Krankenhäusern und Kliniken aufmerksam machen. Derzeit, so hieß es die letzten Tage in den Nachrichten, seien rund ein Drittel aller Krankenhäuser in Deutschland von der Pleite bedroht. Wie die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG) mitteilte, droht den Kliniken im kommenden Jahr eine Finanzlücke von 6,7 Milliarden Euro. Da ist die von der Bundesregierung jetzt angekündigte Soforthilfe in Höhe von 3 Milliarden Euro mit nicht einmal der Hälfte nur wie der berüchtigte „Tropfen auf den heißen Stein“

Eine der katastrophalen Folgen der drastischen Sparmaßnahmen im sozialen Gesundheitswesen der letzten Jahre ist ein Massensterben von Klinikpatienten durch Infektionen, die sich die Patienten in den Krankenhäusern und Kliniken eingefangen haben (vgl.: Folge der Sparmaßnahmen: Hygiene in den Kliniken nimmt drastisch ab - http://www.online...rticle/677).

Arbeitgeber, Gewerkschaften und Verbände sind sich hier ausnahmsweise einmal einig und gründeten ein Aktionsbündnis zur Rettung der Krankenhäuser. Das Bündnis fordert unter anderem die Abschaffung der Budgetdeckelung für die Kliniken und bezeichnete das Regierungsangebot als viel zu gering und „unzureichend“. Allein aus der Frage der Existenz werden immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit durch die Kliniken geschleust. Ärzte, Schwestern und Pflegepersonal bleibt immer weniger Zeit bei immer größerem Stellenabbau und teilweisen Leistungskürzungen für den einzelnen Patienten. Die Wartezeiten der Patienten, bevor sich jemand um sie kümmert, wird immer länger und die Zeit des Personals zwischen den einzelnen Patienten immer kürzer. Da bleibt die Hygiene immer wieder auf der Strecke, weil einfach die Zeit nicht vorhanden ist, sich jedes Mal die Hände zu waschen wenn es von dem einen zum nächsten Patienten geht.

Der GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen wies die Vorwürfe der Demonstranten zurück. Die 3-Milliarden-Spritze für die Krankenhäuser sei „sachlich nicht begründet“ und reiche vollkommen aus. Dabei sind es doch die gesetzlichen Krankenkassen, die in erster Linie für immer mehr Leistungen bei regelmäßigen Beitragserhöhungen immer weniger bezahlen wollen. Da hilft es auch nicht, wenn man hier der Meinung ist, die Kliniklandschaft in Deutschland müsse sich gesund schrumpfen, da wir immer noch deutlich mehr Krankenhäuser hätten als andere Länder – gemessen an der Einwohnerzahl. Bisher waren wir doch stolz auf unser Gesundheitssystem. Aber das kann sich in der nächsten Zeit ganz schnell ändern!

Waren Sie schon einmal mit einem Krankenhaus nicht zufrieden? Hier können Sie Ihre Erfahrungen berichten: www.klinikbewertu.... Auch von mir wurden dort schon drei Kliniken bewertet. – Wollen Sie wissen, was andere von einem bestimmten Krankenhaus denken? Auch dann schauen Sie mal bei den Klinikbewertungen vorbei. Es lohnt sich…

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Hygiene | Klinik-Hygiene | Großdemonstration | Ärzteproteste | Klinik-Pleiten | Gesundheitssystem | Krankenhaus | Patient
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
37,676,582 eindeutige Besuche