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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Chinas Milchskandal ist ein weltweiter Skandal

Sorge auch bei der EU-Kommission – Kontrollen in Österreich und Thailand

Foto Pixelio.de
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Die Zahl der an den verseuchten Milchprodukten erkrankten Babys stieg inzwischen auf mehr als 53.000. Rund als 80 % von ihnen wurden ambulant versorgt und fast 13.000 in Kliniken stationär behandelt. Mindestens 104 von ihnen zeigen schwerste Krankheitssymptome und 4 Babys sind bereits verstorben. Auch in Hongkong, wo der Anteil chinesischer Milchprodukte bei 50 % liegt, gab es eine erste Erkrankung, die zu einer Massenpanik führte. Hier war auch der große, weltweite Konzern Nestle betroffen, von dem Tausende von Milchprodukten aus den Regalen der Supermärkte genommen wurden…

Die Milch wurde in China mit Melamin verpanscht bzw. gestreckt, das in der chemischen Industrie zur Herstellung von Plastik und Dünger verwendet wird. Eine hohe Dosis kann dann ganz schnell die Ursache zur Bildung von Nierensteinen sein und zum Versagen der Nieren führen. Dies war auch die Todesursache bei den Babys in China.

Weitere betroffene Länder sind unter anderem Singapur, Taiwan, Japan, Myanmar und Bangladesh, wo ebenfalls das extrem gefährliche Melamin in Milchprodukten enthalten war. Zudem wurde bekannt, dass chinesische Milchprodukte auch in den Jemen, nach Burundi und Gabun gingen. Bisher gibt es aus diesen Ländern keinerlei zuverlässige Meldungen über mögliche Erkrankungen. Auch in Thailand ist man besorgt, da man befürchtet, dass auch hier viele Produkte mit der verseuchten chinesischen Milch bzw. Milchpulver belastet sind. Die thailändische Lebensmittelbehörde FDA testet derzeit landesweit die verschiedensten Milchprodukte und die thailändische Regierung erließ vorsorglich ein totales Importverbot für chinesische Milch und Milchprodukte. Zumeist sei es Milchpulver aus China gewesen, dass überwiegend in Joghurtprodukten verwendet worden sei. Babynahrung dagegen würde in Thailand ausschließlich mit Milchprodukten aus Europa und Neu Seeland hergestellt.

Auch unsere Nachbarn in Österreich reagierten umgehend auf das bekannt werden des Skandals und kontrollierten landesweit die Milchprodukte in Asienshops, asiatischen Restaurants und die Asia-Produkte in den Supermärkten. Bisher fielen die Ergebnisse jedoch negativ aus. In Österreich gibt es seit 2002 ein Einfuhrverbot für chinesische Milchprodukte.

Inzwischen stoppte der chinesische Hersteller der traditionsreichen Bonbon-Marke „White Rabbit“ seine Auslieferung sowohl in China als auch für den Auslands-Export, weil auch hierin geringe Spuren von Melamin festgestellt werden konnten.

Die EU verhängte bereits vor sieben Jahren ein Importverbot für chinesische Milchprodukte. Dennoch wurden jetzt von der EU-Kommission verstärkte Kontrollen verhängt, um auch eventuelle illegale Einfuhren chinesischer Milchprodukte zu verhindern. Die Weltgesundheitsorganisation übte starke Kritik an Peking, dass man die ersten Fälle über Nierensteine bei Kleinkindern, die bereits Mitte Juli auftraten, nicht schon früher gemeldet und der internationalen Gemeinschaft mitgeteilt habe. Es bleibt abzuwarten, wieweit sich der Skandal noch ausbreitet…

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Schlüsselwörter: Milchskandal | China | Thailand | Importverbot | Melamin | Panik
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Kommentare

Alex Mais
am 03.10.2008 07:56:45 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Wie gestern (02.10.2008) aus den Nachrichten zu erfahren war, hat der chinesische Milchskandal nun endgültig auch Deutschland erreicht:

In Stuttgart wurden im Handel Melaminverseuchte Bonbons der chinesischen Marke "White Rabbit" gefunden. Nun werden auch in Deutschland vor allem Asien-Shops nach weiteren Produkten durchsucht.

Zwar heißt es, dass es nicht gesundheitsschädlich sei, mal ein einzelnes Bonbon davon zu essen, doch wurde empfohlen diese im Müll zu entsorgen, falls man davon welche zu Hause habe...

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