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Politik: Deutschland

Treffen statt Buskeismus: Bärbel Bohley macht sich Sorgen um Demokratie

„Das hätte ich nicht einmal dem SED-Politbüro zugetraut“, sagt Bärbel Bohley zum Führungswechsel in der SPD. In diesem Jahr ist die 63-Jährige nach Deutschland zurück gekehrt, zwölf Jahre kümmerte sie sich um Hilfsprojekte in Kroatien und auf dem Balkan.

1988 wurde Bärbel Bohley in der DDR verhaftet und abgeschoben, 1989 war sie Initiatorin der illegalen Gründungsveranstaltung des Neuen Forums, 1990 gehörte sie zur Berliner Stadtverordnetenversammlung und saß von 1991 bis 1995 im Abgeordnetenhaus. Beim Buskeismustreffen in Hamburg-Blankenese stellte sie fest: „Wir wollten Gerechtigkeit und bekamen den Rechtsstaat.“

Die ehemalige Politikerin macht sich Sorgen um die Demokratie in Deutschland, einiges erinnere sie an die „letzten Jahre der DDR“: „Das System in der BRD kann implodieren.“ Es müsse Schluss damit sein, dass Parteien „nur von Wahl zu Wahl“ denken, die Folge: „Ganze Gruppen fühlen sich ohnmächtig.“ Dennoch lässt die 63-Jährige den Mut nicht ganz sinken: „Ich glaube nach wie vor an den einzelnen Menschen.“

Immer wieder erinnert sie in ihrem Vortrag an die Wendejahre, damals habe Politik Spaß gemacht, so müsse es wieder sein - und: „Wir sind das Volk war ein guter Satz.“ Ihre Hoffnungen werden von Bürgerinitiativen genährt, Wieder landet Bärbel Bohley im Jahre 1989. Damals wie heute gelte: „Die Zeit ist reif.“ Wofür? Ihre Antwort: „Für das Ende der verkrusteten Demokratie.“

Anmerkung: Aus gesundheitlichen Gründen tritt Bärbel Bohley „eigentlich nicht mehr in der Öffentlichkeit auf“. Beim Buskeismustreffen hat sie eine Ausnahme gemacht.

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Heinz-Peter Tjaden

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Schlüsselwörter: Bärbel Bohley | Führungswechsel | SPD | Buskeismus
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Kommentare

am 17.09.2008 13:24:59 (217.83.70.xxx) Link Kommentar melden
Bärbel Bohley und die Demokratie, da denke ich an Deutschland, Hartz IV, und vieles mehr. Nur ehrlich gesagt, Frau Bohley hatte schon vor 1988 die Möglichkeit sich im Westen umzusehen, sie hatte ein Studienaufnethalt von den bösen Machthabern der DDR in England geschenkt bekommen. Welchem DDR-Bürger ist so ein Schicksal schon zuteil geworden. Wir sollten aufhören, etwas zu verklären, was es so nicht gab, ohne Sat 1, Schamoni und ARD wäre die DDR-Bürgerrechtsbewegung undekbar gewesen und Gorbatschow ist heute durch den KGB:Agenten Putin ersetzt worden. Träume von gestern sind die Niederlage von heute.
J. Wächter
am 17.09.2008 19:53:11 (84.176.200.xxx) Link Kommentar melden
Hier wird nichts verklärt. Ohne Frau Bohley und die vielen anderen Bürger in der DDR wären die Kräfte, die Sie Herr Gambler benennen kaum erfolreich gewesen. Seit Jahren hat Frau Bohley in Sarajevo am Wiederaufbau des zerstörten Landes mitgearbeitet. Das war bestimmt kein Luxusaufenthalt.
Können Sie nicht vor der Leistung eines Menschen Achtung haben?
am 18.09.2008 16:15:49 (217.83.105.xxx) Link Kommentar melden
Werter J. Wächter,
ich habe vor jedem Menschen Achtung und schätze seine Würde. Sicherlich sehen Ossis das Problem anders als Wessis.
Die Balkankrise ist doch das Produkt einer Politik in Europa, die den Basken, Nordiren, Katalanen und Korsen verwehrt worden ist und dort zu Bürgerkriegszuständen geführt hat, die vielen Menschen Leid und Elend zugefügt hat. Oder können Sie mir sagen, warum es einen bosnischen Staat gibt und keine freies Baskenland, obwohl die Basken wie die Katalanen eine eigene Muttersprache haben? Ich keine keine bosnische oder herzogowenische Muttersprache. Wer sich in die Politik begibt, sollte wissen, welche Spielregeln dort gelten, auch für Frau Bohley, was also soll das Gejammere bitte?
Haben Sie sich mal mit der Aufbauleistung der Hartz IV Empfänger beschäftigt oder Frau Bohley? Haben Sie sich mal mit dem Tod des Leiters der Fanmeile von 2006 in Berlin beschäftigt? Ich denke nicht, dass Herr Gorbatschow auf Frau Bohley angewiesen war, als er 1984 seine neue Politik ins Leben rief; ich denke es war wohl umgekehrt, oder?
Beschäftigen wir uns lieber mit den Toden und zerstörten Strukturen einer Restdemokratie in unserem Land bevor wir als Missionare in fremde Gefilde ziehen. Bisher sind solche Versuche immer gescheitert.
J. Wächter
am 18.09.2008 21:50:48 (84.176.246.xxx) Link Kommentar melden
Sie vermichen Äpfel und Bohnen mit Birnen und Kartoffeln.
am 19.09.2008 15:44:44 (217.83.108.xxx) Link Kommentar melden
Nein, ich schaue nur nicht blauäugig auf Mitläufer, aber ich denke wir haben einfach eine andere Sichtweise.
Viel Erfolg

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