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Medien: Sonstiges

Zeugen Jehovas auf Klageweg: Nur ich darf nicht mehr zitieren?

Fragen an die Hamburger Morgenpost

Die Pressekammer des Hamburger Landgerichtes untersagt mir seit Freitag die Wiederholung eines Zitates aus dem „Deutschen Ärzteblatt“ vom 18. Februar 2002, bei dem es um das Thema Ehe und Zeugen Jehovas geht. Schon taucht eine spannende Frage am juristischen Horizont auf. Darf ich auch nicht mehr aus der „Hamburger Morgenpost“ vom 21. Juli 2008 zitieren - oder darf nur ich nicht mehr irgendeine Quelle angeben, die Ähnliches schreibt, wie im Februar 2002 das „Deutsche Ärzteblatt“?

Bei dem „Ärzteblatt“-Artikel hat der Anwalt der Zeugen Jehovas erfolgreich argumentiert, seine Glaubensgemeinschaft habe eine Stellungnahme abgegeben, die ebenfalls von dieser Zeitung veröffentlicht worden sei. Man habe sich also außergerichtlich geeinigt - diese Einigung gelte quasi nun auch für mich.

Mit der „Hamburger Morgenpost“ (Mopo) scheint es eine solche Einigung aber nicht zu geben, denn im Internet-Archiv dieser Zeitung findet man den Artikel vom 21. Juli 2008 immer noch ohne jeden Hinweis, dass die Zeugen Jehovas Protest angemeldet hätten. Kommt das noch? Wird auch die Mopo verklagt, weil dort fast wortgleich gestanden hat, was ich am 13. August 2007 im dritten Satz aus dem „Deutschen Ärzteblatt“ zitierte?

Für 2008 listet die Mopo unter dem Suchbegriff „Zeugen Jehovas“ diese Artikel auf: Trommelruf der Zauber-DJs 07.08.2008 ... über Mandalay bis Mandarin Kasino. Und am 8.8.08, also morgen, an einem Datum, an dem unzählige Zeugen Jehovas auf einen Berg wandern und den Weltuntergang erwarten, einem Tag, den unzählige Paare...

Der vollständige Artikel

Wie harmlos sind die Zeugen Jehovas? 21.07.2008 ... sollte es 1914 schon so weit sein. Und 1925. Und 1975. Dass es kommt, steht aber für jeden Zeugen Jehovas fest. Nur wann, da wollen sie sich jetzt nicht mehr festlegen. "Bald", so heißt es nur ... Erden gründet, dann bleiben sie ja übrig. Weil sie i...

Der vollständige Artikel

Interessant ist auch, dass der Anwalt der Zeugen Jehovas in seiner Klageschrift vom 3. März 2008 lediglich zwei Sätze aus dem „Deutschen Ärzteblatt“ als „herabsetzend“ eingestuft hat, diese aber nicht: „Ein ausgeschlossener Zeuge Jehova wird zur Unperson, selbst alltäglicher Gesprächskontakt mit ihm ist dem Gläubigen untersagt. Seine Angehörigen werden über den Verstoß informiert; ein weiterer Kontakt wird als ´absolute Gefährdung´ des Seelenheils angesehen.“

Wie steht es nun also um mein Zitierrecht? Gibt es für mich seit Freitag eine Sonderregelung, an die sich nur das „Deutsche Ärzteblatt“ und ich halten müssen? Oder darf ich gar fortan aus der „Hamburger Morgenpost“ zitieren, weil es bislang keine juristischen Schritte der Zeugen Jehovas gegen diese Zeitung gibt?

Dass die Zeugen Jehovas den Mopo-Artikel nicht kennen, können sie schwerlich behaupten, denn der Redakteur hat einen Kongress dieser Glaubensgemeinschaft besucht und sprach auch mit Mitgliedern…Außerdem werden meine Artikel offenbar sehr aufmerksam zumindest vom Anwalt der Zeugen Jehovas gelesen - und ich habe auf meinen Seiten diesen Bericht verlinkt!

P. S. Ich habe den Mopo-Redakteur per Mail befragt und bin auf seine Antwort gespannt.

Heinz-Peter Tjaden

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Schlüsselwörter: Zeugen Jehovas | Zitat | Deutsches Ärzteblatt | Hamburger Morgenpost
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Kommentare

Beobachter
am 16.09.2008 18:56:32 (217.238.33.xxx) Link Kommentar melden
Offenbar sind Zeugen Jehovas DAS Weltproblem eines hwilmers.
Den Eindruck gewinne ich, wenn ich die Themen der ONLINEZEITUNG24 so ansehe.
Eigentlich wollte ich mich hier grundsätzlich informieren, aber nicht über eine persönliche Fehde zwischen hwilmers und den von ihm offenbar heißgeliebten ZJ.
Empfindet jemand anders das auch noch so ?
Hans Schneider
am 17.09.2008 09:31:53 (84.129.27.xxx) Link Kommentar melden
was heißt hier persönliche fehde. es ist doch von öffentlichem interesse, wie sich eine glaubensgemeinschaft verhält. und prozessbetrug ist strafbar. ich bin übrigens nie ein zeuge jehova gewesen, höre aber auch von schlimmen fällen
Beobachter
am 17.09.2008 18:00:40 (217.238.28.xxx) Link Kommentar melden
Dann sollte man sich doch grundsätzlich selbst ein Bild von einer Sache oder Organisation (welche immer es auch sei) machen und nicht nach hörensagen urteilen.
Schaut man sich die Beiträge in ONLINEZEITUNG24 an dann komme ich zu dem Schluß, dass anscheinend nur hwilmers z.B. speziell ein Problem mit ZJ hat. Könnte das Problem vielleicht eher bei ihm liegen ? . . . ich denke halt nur mal nach . . .
am 23.09.2008 13:21:28 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
entschieden hat ja der richter buske. mit dem hat der heise-verlag hannover ein fiktives interview geführt...

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27999/1.html

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