Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Tipps & Tricks

Neuer Trickbetrug: Mahnungen vom Gen-Labor

Schon wieder eine neue Masche zur Abzocke trauernder Angehöriger

Offenbar seit Ende Juli 2008 erhalten die Trauernden Angehörigen von männlichen Verstorbenen bundesweit Mahnbriefe eines angeblichen Kölner Gen-Labors Dr. Engelhardt genetic research. Sie sollen die offenen Kosten ihres Mannes in Höhe von um die 300,00 Euro bezahlen, die für eine des verstorbenen Ehemannes in Auftrag gegebene DNA-Analyse fällig sind. Doch Vorsicht: Es gibt weder einen Dr. Engelhardt noch sein Gen-Labor!

Bereits am Abend des 23. Juli 2008 erschien eine geschädigte Angehörige auf der Polizeihauptwache in Hattingen und übergab den Beamten ein solches Mahnschreiben. Inzwischen dürften weit mehr als 100 solcher Fälle bekannt geworden sein - von der Dunkelziffer der Fälle, die nicht zur Anzeige gebracht wurden und deren Höhe nur geahnt werden kann ganz zu schweigen. Die Polizei in Köln berichtete, dass es sich bei der in den Schreiben angegebenen Adresse um eine Briefkastenfirma handele. Bei ihrer Recherche fand sie lediglich einen Bürodienstleister vor, der jedoch mit der Abzocke nichts zu tun hat. Besonders perfiden Druck auf die Angehörigen stellt auch der Hinweis in den als „2. Mahnung“ gekennzeichneten und recht professionell gestalteten Schreiben dar, dass „bei Nichtbezahlung innerhalb von 10 Tagen gerichtliche Schritte eingeleitet werden“.

Wie allgemein bei solch perfiden Abzockversuchen bei trauernden Angehörigen dürften auch in diesem Fall die Adressen aus den Traueranzeigen der Tageszeitungen stammen. Auch der Bundesverband Deutscher Bestatter und die Verbraucherzentrale NRW warnten inzwischen eindringlich vor dieser Abzocke und raten das „Mahnschreiben“ zur Polizei zu bringen und Anzeige zu erstatten.

Das Abzockerkonto wurde, wie die Polizei feststellen konnte, mit einem gefälschten bzw. manipulierten Personalausweis eröffnet. Es wurde inzwischen von der Polizei gesperrt, so dass künftige Zahlungen an den Absender zurückgehen. Problematisch ist es, dass viele hinterbliebene Ehefrauen einen tatsächlichen Hintergrund vermuten könnten und den Betrag überweisen um so ein eventuelles „dunkles Familiengeheimnis“ zu vertuschen – das so aber in Wahrheit gar nicht existiert…

Es ist traurig, dass die Trickbetrüger es immer wieder bei trauernden Angehörigen versuchen und ihre Maschen dabei immer perfider werden. Hier soll eine Schocksituation aufgrund des Verlustes eines lieben Menschen schamlos ausgenutzt werden. Deshalb kann man nicht oft genug vor diesen Machenschaften der Betrüger und Abzocker warnen. – Bereits am 31. Juli 2008 hatte ich in der OnlineZeitung24 auf weitere betrügerische Maschen der Abzocker hingewiesen: „Betrügerische Abzocke bei Angehörigen Verstorbener“ (http://www.onlinezeitung24.de/article/554).

Generell gilt: Sprechen Sie auf alles, was Ihnen im Zusammenhang mit dem Tod eines Angehörigen merkwürdig vorkommt, Ihren Bestatter an. Ein seriöses Bestattungsinstitut kann und wird Ihnen bei den Abzockversuchen der Trickbetrüger hilfreich zur Seite stehen! Auf keinen Fall etwas bezahlen bevor nicht eindeutig feststeht dass die geforderte Summe auch tatsächlich gerechtfertigt ist!

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Betrug | Betrüger | Trickbetrüger | Abzocke | Abzocker | Angebote | Rechnungen | fingierte Rechnungen | Mahnungen | fingierte Mahnungen
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

am 13.09.2008 12:17:45 (85.178.41.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Alex Mais
Traueradressen werden gerne für Gaunereien genutzt, wie Sie selbst schreiben. Da gibt es zwei gute Mittel dagegen:
1. Wenn eine (dubiose?) Rechnung/Mahnung kommt, antworten Sie schriftlich als Testamentverwalter/in an den Rechnungssteller und bitten darum, dass die Firma Ihnen den Auftrag und die Leistung belegt, andernfalls sind Sie NICHT BERECHTIGT, den geforderten Betrag zu zahlen. Ein seriöser Rechnungssteller wird dies tun, Betrüger werden Sie ganz schnell wegen evtl. Komplikationen von der Liste streichen und Sie haben Ruhe.
2. Gauner wollen Geld verdienen, - Sie auch!. Schicken Sie dem Rechnungssteller, wenn Sie glauben es wäre Betrug, selbst eine Rechnung. Als Vorwand: Prüfgebühr und Listung der Forderungen gegen die Erbengemeinschaft ....(Name) in Höhe von 36,- Euro + MWSt. Fügen Sie folgende Unterlagen bei (Auftrag, Rechnung, Lieferschein etc. Wenn die Firma und der Anspruch korrekt ist, verzichten Sie auf die Gebühr, wenn dreister Gauner, haben Sie schon mal von denen Geld, das Sie für die Abwehr der Abzocke verwenden können.
Beide Varianten klappen wunderbar, hab schon selbst ausgetestet, klappt wunderbar.
In diesem Sinne Ihr Problemmanager

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
39,617,634 eindeutige Besuche