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Die Abzocke der Adress-Verlage

Es vergeht kaum ein Monat, wo in unserer Firma nicht mindestens ein „Angebot“ eingeht, das uns als Kunden fangen will. In der Regel geht es da um einen Adresseneintrag in irgendwelchen „Adressverzeichnissen“, meistens im Internet. Das letzte kam gestern von einem „Telefonbuchverlag“ aus Süddeutschland. Der gibt ein Regionales Branchenbuch online heraus. Ganz oben rechts steht in großen Buchstaben: „Die Grundeintragung Regionales Branchenbuch ist kostenlos“. Doch Vorsicht – sonst sind ganz schnell 1.660,00 Euro plus Mehrwertsteuer in den Sand gesetzt…

Weiter unten, im Kleingedruckten, heißt es unter dem Stichwort „Wichtig“ noch einmal, dass der Grundeintrag in die Online Datenbank des Verlages kostenlos ist. Und weiter ist zu lesen: „Bitte unterzeichnen Sie diesen Vertrag und senden Sie diesen an den Telefonbuchverlag zurück.“

Wer jetzt denkt, das ist eine gute Sache, ein kostenloser Eintrag, das Ganze unterzeichnet und zurück sendet ohne das Kleingedruckte weiter zu lesen, der ist ganz gewaltig auf die Nase gefallen. Denn, wie aus dem Kleingedruckten weiter hervorgeht, geht man mit der Unterschrift einen Vertrag über einen „hervorgehobenen“ Adresseintrag ein, der besteht lediglich aus einem Vierzeiler mit Namen, Straße, Ort und Telefonnummer. Kosten tut das Ganze dann 830,00 Euro pro Jahr – plus 19 % Mehrwertsteuer. Da man aber gleichzeitig diesen „Vertrag“ für eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren abschließt, sind dies dann 1.660,00 Euro (netto) plus 19 % Mehrwertsteuer (315,40 Euro), was Brutto dann satte 1.975,40 Euro macht. Diese sind vollkommen in den Sand gesetzt.

Als Endverbraucher, wenn ich dann eine Firma wirklich übers Internet suche, brauche ich doch nur die Branche und den Ort einzugeben und ich erhalte mindestens Dutzende von Seiten, die mir die gesuchte Branche und die darin existierenden örtlichen Unternehmen anzeigen. Und diese Einträge sind für mich als Unternehmer alle kostenlos. Da schalte ich doch nicht eine solche Wucheranzeige, nur damit dem Kunden bei seiner Suche anstelle von 40 Einträgen dann 41 Einträge mit der Adresse angezeigt werden. Das sollte man bedenken! Und zudem, 1.660,00 Euro (netto) können durch einen solchen Eintrag vermutlich in zwei Jahren niemals verdient werden.

Wenn man weiter bedenkt, dass solche „Angebote“ von den verschiedensten Verlagen versand werden und mindestens eines im Monat ankommt, dann kann man hochrechnen, dass man rund 20.000,00 Euro im Jahr (zusätzlich zu den schon enormen Eintragskosten in die offiziellen Telefon- und Branchenbücher) bezahlen würde, wenn man auf alle Angebote eingehen würde.

Nein danke! – Ohne mich! Das Geld spende ich dann lieber an eine anerkannte Hilfsorganisation für Kinder in Not. Da bekomme ich dann auch noch eine Spendenquittung, die ich dann steuerlich absetzen kann. So habe ich dann wenigsten selber auch noch etwas davon – bevor ich das Geld irgendwelchen dubiosen Geschäftemachern und Abzockern in den Rachen werfe. Dafür ist mir das Geld einfach zu schade…

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Schlüsselwörter: Abzocke | Abzocker | Angebote | Adressverlage | Telefonbuch | Telefonbucheintrag | Telefonbuchverlag | Branchenbuch | Branchenbucheintrag | Branchenbuchverlag
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Kommentare

am 09.09.2008 13:45:16 (217.83.126.xxx) Link Kommentar melden
Guter Beitrag, was nicht alles immer so im Kleingedruckten steht. Früher gabe es so was wie den Begriff oder Grundsatz ein Geschäft gegen die guten Sitten. Heute, heute muss man das umdrehen, man fällt dann auf, wenn man geschäfte im rahmen der guten Sitten macht.

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