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Politik: Recht & Co.

Zeugen Jehovas auf Klageweg: Einspruch, Herr Anwalt!

„Wer schon an diesem Tag (gemeint ist der 12. September) absurdes Theater erleben möchte, kann um 9.55 Uhr bei der Pressekammer Hamburg - Sievekingplatz 1, Saal B335 (Anbau) erscheinen. Öffentlichkeit ist dort immer zugelassen. Danach wird der Abend besonders lustig.“

So steht es in einer Einladung zu einem Treffen von Justiz-Kritikern, das am nächsten Wochenende in Hamburg stattfinden soll. Das Verfahren Jehovas Zeugen in Deutschland gegen Heinz-Peter Tjaden sorgt also für Aufmerksamkeit.

„Verurteilt werden muss er“, lautet auch weiter das Motto des Anwaltes dieser Glaubensgemeinschaft, der selbst Mitglied ist. In einem Schriftsatz vom 4. September 2008 an die Zivilkammer 24 des Hamburger Landgerichtes merkt er an: „Der Beklagte macht durch seinen neuerlichen Vortrag deutlich, dass er seiner journalistischen Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist, ansonsten hätte er die Stellungnahme der Klägerin zu dem Artikel im Ärzteblatt wahrnehmen müssen.“

Nun aber: Vorsicht, Herr Anwalt! Zitiert habe ich aus einem Artikel des „Ärtzeblattes“, veröffentlicht in der Ausgabe 3/2002. Dieser Bericht ist von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen als „fundiert“ eingestuft worden („Materialdienst“, 7/2002) Abschließend stellt der Autor fest: „Die Beschneidung von Freiheitsrechten (Informationsfreiheit) bereitet der Leitung (der Zeugen Jehovas, der Verf.) offenbar weniger Sorgen als eigenständiges Denken der Mitglieder.“

Auch die Zeugen Jehovas haben zu diesem Artikel Stellung genommen, abgedruckt worden ist diese Stellungnahme in der Ausgabe 15/2002 des „Ärzteblattes“. Diesen Beitrag habe ich sehr wohl wahrgenommen. Wenn aber der Anwalt der Zeugen Jehovas gegenüber dem Hamburger Landgericht behauptet, es habe sich dabei um eine Gegendarstellung gehandelt, dann ist das falsch. Treffender dürfte die Einstufung als „Diskussionsbeitrag“ sein - wie im „Materialdienst“ 7/2002 der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen geschehen.

Da mein Thema die Zerstörung von Familien gewesen ist, es aber in der Stellungnahme der Zeugen Jehovas um Bluttransfusionen ging, verzichtete ich darauf, die einzigen Sätze zu zitieren, die für mich relevant waren. Sie lauteten: „Wenn ein Zeuge zentralen Glaubensinhalten den Rücken kehrt, kann dies zur Trennung von der Religionsgemeinschaft führen. Gemäß dem Verständnis der Zeugen Jehovas ändert sich die Beziehung der Eheleute jedoch nicht, wenn ein Partner kein Zeuge Jehovas mehr ist.“ Das, Herr Anwalt, ist eine Lüge!

Bei den jüngsten Kongressen der Zeugen Jehovas ist ein Buch mit dem Titel „Bewahrt euch in Gottes Liebe“ verteilt worden. Das erste Kapitel ist dem Thema „Wie man sich gegenüber Ausgeschlossenen verhalten sollte“ gewidmet. Die Frage „Ist es wirklich nötig, den Kontakt völlig abzubrechen?“ wird mit „Ja, aus mehreren Gründen“ beantwortet. So sollen Ex-Mitglieder „zur Besinnung“ gebracht werden.

In einem weiteren Kapitel werden die Themen Trennung und Scheidung „im Licht der Bibel“ betrachtet. Als ein möglicher Scheidungsgrund wird „Hurerei“ genannt. Mit einem „Hurer“ dürfen Zeugen Jehovas keinen Umgang haben (Seite 207), folgerichtig wird er ausgeschlossen und muss die Folgen tragen. Auf Seite 208 dieses Buches heißt es zwar „Da durch einen Gemeinschaftsentzug die Familienbande nicht gelöst werden, könnte der Ausgeschlossene weiter am Familienalltag beteiligt sein.“ Doch der nächste Satz lautet: „Allerdings hat er das Band, das ihn im Glauben und im Dienst für Gott mit der Familie verbunden hat, durch sein Verhalten ganz bewusst zerrissen.“ Und da behaupten die Zeugen Jehovas in ihrer Stellungnahme, es ändere sich nichts?

Interessant in diesem Zusammenhang wäre auch, ob der Anwalt der Zeugen Jehovas auch die „Hamburger Morgenpost“ vom 21. Juli 2008 gelesen hat. Dort steht auf Seite 2: „Für Margit Rolf, die 15 Jahre dabei war, sind die Zeugen Jehovas eine verfassungsfeindliche Organisation. ´Weil für die nur ihre angeblich göttlichen Gesetze gelten und weil sie den Staat für Teufelswerk halten.´ Die so genannten Ältesten würden Mitglieder regelrecht bespitzeln, um sicherzustellen, dass alles seine ´Ordnung´ habe. ´Fällt einer vom Glauben ab, wird seinem Ehepartner nicht selten nahe gelegt, sich von ihm zu trennen.“

Gibt es dazu auch schon eine Stellungnahme der Zeugen Jehovas? Mir ist keine bekannt! Bei der Hamburgerin handelt es sich um ein Ex-Mitglied, das in meinem Verfahren als Zeugin auftreten will. Doch von solchen Zeugen hält der Anwalt der Glaubensgemeinschaft nichts, in seinem Schriftsatz vom 4. September 2008 merkt er dazu an: „Auch hier zeigt sich, dass diese sogar zur Lüge bereit sind, um der Klägerin zu schaden.“

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Schlüsselwörter: Zeugen Jehovas | Heinz-Peter Tjaden | Verfahren | Glauben | Klage
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Kommentare

yxcvb
am 09.09.2008 21:43:08 (89.14.119.xxx) Link Kommentar melden
http://www.onlinezeitung24.de/article/606

Ja er lebt noch, er lebt noch, aber er antwortet nicht.
Aussteiger
am 09.11.2008 17:10:21 (192.251.226.xxx) Link Kommentar melden
Ich bin nun wirklich kein Freund der Zeugen Jehovas, allerdings ist bei der Zeugin Margit Rolf äußerste Vorsicht angebracht.

Wer ein bisschen in ihren Foren liest wird feststellen, dass sich die Dame mit der halben Welt anlegt, sogar ihre eigene Tochter verklagen will.

Politiker, Familie, Nachbarn, niemanden lässt sie in ihrem virtuellen Amoklauf aus.

Wer näheres über Margit "Ricarda" Rolf in Erfahrung bringen möchte, kann das unter anderem hier: http://forum.sekt...#msg180994 oder hier: http://www.mein-p...gegner-ab/ tun.

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