Sonstiges: Kultur & Religion

Aufregende Neuigkeit für alle Zeugen Jehovas?

27.08.2008 15:51:40 eingesandt von hwilmers für OnlineZeitung 24.de

„In der Woche vom 21. April erfuhr die weltweite Bruderschaft (gemeint sind die Zeugen Jehovas) eine aufregende Neuigkeit“ - so beginnt das interne Mitteilungsblatt „Unser Königsreichsdienst“ für Oktober 2008. Doch es geht nicht etwa um ein neues Datum für den Weltuntergang, sondern darum: „Beginnend mit dem 1. Januar 2009 wird das Versammlungsbuchstudium gemeinsam mit der Theokratischen Predigtdienstschule und der Dienstzusammenkunft durchgeführt. Es wird dann nicht mehr Versammlungsbuchstudium, sondern Versammlungsbibelstudium heißen.“

Angekündigt wird also von der Leitenden Körperschaft, die ihren weltweiten Sitz in Brooklyn (New York) hat, eine weitere organisatorische Straffung. Mit der Organisationsstruktur der Zeugen Jehovas hat sich Professor Dr. Joseph Zygmunt als Soziologe an der University von Conneticut bereits in den 1980er-Jahren beschäftigt, als er das Buch „Der Gewissenskonflikt“ von Raymund Franz las. Damals sorgte der Erfahrungsbericht eines Neffen des damaligen Chefs dieser Glaubensgemeinschaft für Wirbel, jener Professor merkte dazu an: „Eine freimütige und aufschlussreiche Analyse der Autoritätsstruktur und der inneren Abläufe der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Das Buch ist ein ergreifendes Dokument, das den Grundwert der Gewissensfreiheit aufs Neue betont und zu frischem Nachdenken über die alte Frage auffordert, wie sich dieser Grundwert angesichts des ständigen Wiederauflebens bürokratischer und autoritärer Strukturen aufrechterhalten lässt.“

Gewissensfreiheit ist für die Leitende Körperschaft fürwahr ein Fremdwort. Das beweist auch ein Blick auf die Themen, die laut „Königsreichsdienst“ im nächsten Jahr behandelt werden sollen. „Gehorsam ist ein Schutz“ soll es am 16. Februar 2009 heißen, „Vorsicht vor einem Hang zur Unabhängigkeit“ am 9. März 2009, „Woher weiß man, wem man gehorchen soll?“ am 3. August 2009 und „Was bedeutet ´ernste Ermähnung´ und warum ist sie wichtig?“ am 14.. September 2009.

Dieses Pochen auf Gehorsam soll auch im nächsten Jahr einhergehen mit der Abschottung der Mitglieder von Andersdenkenden und Andersgläubigen. „Such dir Freunde, die Gott lieben“, lautet das Motto am 7. Dezember 2009.

Diese Glaubensgemeinschaft will immer noch in allen Bundesländern Körperschaft des öffentlichen Rechtes werden und somit ihren Handlungsspielraum erweitern. Vor Verwaltungsgerichten soll ihr also die von ihr gemeinte Gerechtigkeit widerfahren, obwohl laut Zeugen-Jehova-Thema vom 26. Januar 2009 Menschen gar nicht gerecht sein können, wenn sie zu einer Regierung gehören…

Schreibt oder sendet dann auch noch jemand Kritisches über diese Organisation, werden ebenfalls die Gerichte bemüht, wie in meinem Fall das Landgericht in Hamburg. Damit lassen es die Zeugen Jehovas aber nicht immer bewenden, beweist ein von mir veröffentlichter Briefwechsel mit google auf http://zeugenjehovas.blogspot.com

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