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Readers Edition macht weiter - aber nur noch mit nicht bezahlten Autoren

Was steht eigentlich im Bürgerlichen Gesetzbuch?

Readers Edition macht weiter - aber nur noch mit Autoren, die unentgeltlich arbeiten. Das geht aus einer mail eines Mitarbeiters hervor, die mich aus Berlin erreicht hat. Inzwischen wurde mir angeboten, dass ich sowohl meine Serie über die Klage der Zeugen Jehovas gegen mich vor dem Landgericht in Hamburg fortsetzen als auch Artikel ohne Bezahlung schreiben könne. Finde man einen Sponsor, sehe man weiter.

Seitdem klingelt fortwährend mein Telefon, ich nehme aber nicht ab, denn angekündigt worden ist in dieser mail auch: „Hiermit kündige ich an, dass ich ab sofort jedes Telefonat mit Ihnen aufzeichnen werde, um Falschbehauptungen widerlegen zu können.“ Außerdem zeuge das Angebot, meine Serie fortsetzen bzw. auf mein blog zum Thema hinweisen zu dürfen, von einem „erhöhten Maß an Wertschätzung, das anderen vergleichbaren Autoren nicht angeboten wurde“.

Sicher ist der Mitarbeiter von Readers Edition, der mich gestern angerufen und heute besagte mail verschickt hat: „Eine zweizeilige mail hätte Ihren Anforderungen sicher ebenso wenig standgehalten.“ Stimmt: Denn es gibt das Bürgerliche Gesetzbuch.

Der Gesetzgeber hat etwas gegen die Beendigung von Dienstverhältnissen aus wenig heiterem telefonischem Himmel. Wie ein Dienstvertrag beendet werden kann, regelt der § 621 BGB. Wird das Honorar monatlich gezahlt, ist eine Kündigung spätestens bis zum 15. des Monats zum Monatsende möglich.

Das bedeutet also in meinem Fall: Readers Edition kann mich nicht am 25. August 2008 mit der Mitteilung überraschen, dass ich ab 1. September 2008 nicht mehr bezahlt werde. Auch eventuelle finanzielle Probleme des Arbeitgebers würden daran nichts ändern.

Nun behauptet der mail-Verfasser aber auch, er versuche seit 14 Tagen, mich anzurufen. Wenn das so wäre, hätte er mir durchaus eine mail mit Bitte um Rückruf schicken können, zumal ich mit den Moderatorinnen und Moderatoren von Readers Edition einen regen Nachrichtenaustausch pflege, denn ich halte es wichtig, dass alle, die an einem Projekt arbeiten, stets wissen, was jemand gerade plant.

Es ist fast zwei Jahre her, dass ich den ersten Artikel für Readers Edition geschrieben habe, am 29. Juli 2007 wurde mir dann mit Einwilligung von Dr. Michael Maier als Finanzier des Projekts eine Bezahlung meiner Artikel angeboten. Es ist also ein Dienstvertrag zwischen mir als selbstständigem Redakteur und Readers Edition zustande gekommen. Davon beißt das BGB nun wirklich keinen Faden ab!

Auf meine per mail geäußerten Bitten um eine Bescheinigung über die Beendigung der honorierten Mitarbeit und um eine Abfindung hat der Mitarbeiter von Readers Edition übrigens nicht reagiert. Diese Beschenigung benötige ich dringend für das Jobcenter, denn dort habe ich das Honorar als Zusatzverdienst gemeldet. Es wird also bei den Leistungen, die ich bekomme, berücksichtigt.

Zeugt auch das von einem „erhöhten Maß an Wertschätzung“? Außerdem: Warum soll ich jetzt wieder kostenlose Artikel für Readers Edition schreiben oder mich darüber freuen, dass ich auf mein blog hinweisen darf? In den fast zwei Jahren Mitarbeit habe ich so viele neue Kontakte geknüpft, die ich jetzt eben auf andere Weise pflege…

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Schlüsselwörter: Readers Edition | Autoren
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Kommentare

am 27.08.2008 22:15:06 (217.83.79.xxx) Link Kommentar melden
Wahrscheinlich hat man bei Readers Edition das Problem Agentur-Jobcenter-BGB Werksvertarg nicht so ganz verstanden.
Wie wurden denn bitte die Honarare bezahlt, als die Höhe des Betrags meine ich, nach KIlicks oder Zeilenmenge? Oder etwa Pro Beitrag? Wäre interessant zu wissen, wie das die Arbeitsgerichte sehen, denn einen Vertrag gab es ja nicht , oder?
Viel Erfolg.
am 28.08.2008 11:33:20 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
@ Gambler

Ein Vertrag kommt auch auf mündliche Weise zustande. Bekommt man dann auch noch regelmäßig Honorar, ist die Sache juristisch klar. Das sieht hoffentlich auch RE so, denn diese juristische Auseinandersetzung würde nur Geld kosten...

Vergleicht man die Ankündigungen von Dr. Maier nach dem RE-Kauf mit dem heutigen Zustand, dann ist der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit riesig.

Wie will man da beispielsweise mit der Netzeitung Schritt halten? Und die hat es schon nicht leicht, schaffte es aber, dass die Redakteure von Printmedien täglich auf diesen Seiten herumstöbern...
am 28.08.2008 14:22:57 (217.83.68.xxx) Link Kommentar melden
@hwilmers,
denke das mit dem Vertrag stimmt so, denn wofür bekommt man sonst Geld, außer man ist korrupt? Das ist ja hier nun eindeutig nicht der Fall.
Ja klar, die suchen Informationen, kenne ich von meinem Fall, da haben sich dann Journalisten gemeldet, weil sie ständig die kleine und unscheinbare WIR-Zeitung durchstöbert haben, auf der Suche nach Erika, Mobbing und Bürgerinfo`s.
Die Agentur braucht man nur zu informiren und sie muss das umgehend akzeptieren. Ansonsten rate ich Dir gleich Anzeige und einen Brief an das BMAS zu schicken.
Bei mir hat mich die Agentur bei der Rentenversicherung angemeldet, obwohl ich noch keine Arbeit hatte, keine Einkünfte, denn auf Hartz IV stehe ich nicht und mich selber auf eigene Kosten umgeschult habe. Da kennen die keine Gnade um ihre Statistik zu fälschen.
Meine ich AG wurde übrigens mit dem Argument abgelehnt, ich hätte am 01.01.2007 (man beachte den Termin) nicht gearbeitet, inhaltlich konnten sie nichts rummeckern, denn das haben sie nicht begriffen, dazu fehlt einfach der Grips.
Wünsche Dir Erfolg bei deiner Arbeit, viele neue Ideen und gute Artikel.

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