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Internet: Rund ums Internet

Vom sorglosen Umgang mit Bild- und Urheberrechten

Betrifft nicht nur, aber besonders Social Media, Internet und Co.

Eine kleine Bildauswahl.
Eine kleine Bildauswahl.
Ein Gedicht ist das geistige Eigentum des Dichters. Ein Text jedweder Art ist das geistige Eigentum des Verfassers, egal ob es sich um einen Artikel oder ein Buch handelt. Ein Bild (Zeichnung, Foto, Film usw.) ist das geistige Eigentum des Zeichners, Fotografen oder Kameramanns. Fotos unterliegen neben den Urheberrechten auch bestimmten anderen Rechten und Bestimmungen. Besonders hervorzuheben ist dabei „Das Recht am eigenen Bild“.

Plagiate und Co.

Der Begriff „Plagiat“ ist in den letzten Jahren insbesondere durch sogenannte „Doktorarbeiten“ diverser Politiker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit geraten. Die bekanntesten Fälle waren die der Politikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP) und des Ex-Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der Begriff bedeutet, dass die/der Plagiator(in) einen Text von jemand anderem übernommen hat und unter Umständen die Textpassagen nur geringfügig abgeändert hat. Dabei kann auch eine Idee gestohlen sein. Das Plagiat setzt voraus, dass der Text als eigener, nicht als fremder, erscheint und entsprechend auch die notwendigen Quellenangaben in der vorgeschriebenen Form fehlen.

In kurzen Auszügen können Texte als Zitate übernommen werden. Diese Textstellen müssen jedoch als solche erkenntlich sein (z.B. in Anführungszeichen gesetzte und kursiv geschriebene Stellen) und entsprechend mit korrekter und vollständiger Quellenangabe versehen sein. Dies kann z.B. im Anschluss an das Zitat als Klammervermerk oder in Form einer Fußnote geschehen. Es gibt auch Texte, die frei übernommen werden können. Dazu gehören beispielsweise die Texte aus Wikipedia. Das bedeutet aber nicht, dass man solche übernommenen Texte nicht per Quellenangabe nachweisen muss und einfach als eigenen Text darstellen darf.

Das Urheberrecht

Das Urheberrecht, auch oft als Copyright bezeichnet, was jedoch nur bedingt richtig ist, schützt das geistige Eigentum des Urhebers (Autor, Fotograf, Zeichner usw.) insofern, dass es nicht von Dritten missbraucht oder gestohlen wird, die das Werk als eigenes ausgeben oder es zumindest so aussehen lassen.

Mehr als bei Texten kommen Urheberrechtsverletzungen vermutlich bei Bildern, insbesondere Fotos vor. Ein Bild ist das geistige Eigentum des Erschaffers (Zeichner, Fotograf…). Der allein darf bestimmen wo, wie, wann und in welchem Zusammenhang sein Werk benutzt bzw. veröffentlicht werden darf. Besonders in Sozialen Medien ist dies ein nicht zu unterschätzendes Problem, wenn Bilder und Texte z.B. bei Facebook wahllos geteilt werden. Aber auch manche Amateur- und Hobby-Schriftsteller bis hin zu renommierten Autoren veröffentlichen laufen Bilder zu ihren Texten, für die sie eigentlich keine Genehmigung haben. Manche Webseitenbetreiber veröffentlichen ungefragt Auszüge aus Stadtplänen um eine Wegbeschreibung zu ihrer Firma darzustellen. Die Kartenverlage sind sehr hinter diesem Missbrauch her und ein nicht genehmigter Kartenausschnitt kann, genau wie ein nicht genehmigtes Bild gut und gerne etliche hundert Euro kosten.

Wer also nun ein fremdes (nicht selber gemachtes) Bild verwenden bzw. veröffentlichen will, egal ob in einem Printmedium oder digital im Internet, darf dies nur mit der ausdrücklichen Genehmigung (möglichst schriftlich) des Urhebers machen. Ansonsten begeht er streng genommen eine Straftat (kein Kavaliersdelikt) und muss mit Schadenersatzklagen in Höhe von mehreren hundert Euro rechnen. Einfach als Bildquelle angeben „Copyright Hans Fotograf“ reicht absolut nicht!

Das Recht am eigenen Bild

Der Fotograf ist also der Urheber und der alleinige Inhaber aller damit verbundenen Rechte. Das bedeutet aber nicht, dass er jedes seiner Fotos auch einfach veröffentlichen kann. Fotos, die beispielsweise in Museen oder in Zoos aufgenommen wurden sind in Privatbereichen entstanden, in denen auch ein Fotografier-Verbot existieren kann. Aber unabhängig eines solchen dürfen auch bei genehmigten Aufnahmen diese nur mit einer Veröffentlichungsgenehmigung publiziert werden.

Ganz besonders bedenklich ist es einfach Fotos von Privatpersonen zu veröffentlichen, die zudem noch deutlich auf den Fotos erkannt werden können. Hier greift das sogenannte „Recht am eigenen Bild“. Das untersagt die Veröffentlichung des Fotos ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Abgebildeten. Hat man diese Genehmigung nicht, so kann dies genauso teuer werden wie ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Das „Recht am eigenen Bild“ bedeutet jetzt aber nicht, dass der Abgebildete das Foto von sich einfach verwenden und veröffentlichen kann, denn dann würde er gegen das Urheberrecht verstoßen. Er benötigte dann also die Erlaubnis des Urhebers.

Bildnachweis:
  • Eine kleine Bildauswahl.: Fotos von Paul Boden, zusammengestellt von Axel Ertelt. (Unterliegt dem Urheberrecht.)

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Schlüsselwörter: Urheberrecht | Copyright | Schadenersatz | Honorar | Bildrechte
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