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Lokales: Veranstaltungen

Thailand: Feiertage im März III

Die wichtigsten Feiertage im Königreich - Monat März

Thailand-Flagge
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Hier geht es weiter mit dem letzten Teil... Monat März.

Ehrentag für den treuen Phanthai Norasing

In der Stadt Samut Sakhon, etwa 30 km westlich von Bangkok gelegen, gibt es den wenig bekannten Phanthai Norasing-Schrein. Mit diesem Schrein wird der bekannte Steuermann Phanthai Norasing geehrt, der in der Ayuthaya-Periode lebte und für seine Ehrlichkeit und Treue starb. Dieses Denkmal nennt man deshalb auch Schrein der Ehrbarkeit.

Folgende Geschichte soll sich zugetragen haben:

Im Jahre 1704 besuchte König Phra Chao Sua (Sanphet VIII), den man wegen seiner Verwegenheit auch den Tigerkönig nannte, auf einem königlichen Boot die Stadt Sakhon Buri. Auf die Fahrt dorthin, musste der kurvenreiche Klong Khok Kham (Khok Kham-Kanal) befahren werden. Ruderer bewegten das Boot dem schnell fließenden Kanal, und das Steuerruder wurde von dem Steuermann Norasing am Heck des Bootes bedient. In der Nähe des Dorfes Khok Kham wurden die Kurven immer enger und auch das Wasser floss stärker an dieser Stelle, so das der Steuermann mit dem Steuerruder schnell reagieren musste, wenn eine neue Biegung kam. Trotz seiner Aufmerksamkeit konnte der Steuermann Norasing es nicht verhindern, das hinter einer unübersichtlichen Biegung ein tief hängender dicker Ast den vorderen Bug des Bootes beschädigte.

Die Schnitzerei am Bug des Bootes zersplitterte, brach ab und fiel im Kanal. Als der Steuermann das Bersten des Holzes hörte und das zersplitterte Haupt des Bootes sah, erschrak er stark. Sofort steuerte er das Boot am Ufer, sprang von seinem Sitz und warf sich auf dem Boden nieder. Er schaute seine König im Boot an und sprach laut zu ihm:

"Mein König, ich bitte Dich hier an dieser Stelle einen Schrein errichten zu lassen, damit ihn jeder sehen kann. Wenn Du mir den Kopf abschlagen lässt, dann bitte ich Dich nur, meinen Kopf und den geborstenen Bug deines Schiffes in dem Schrein reinzustellen."

Denn nach einer königlichen Anordnung wurde derjenige mit dem Tode bestraft, der eine Beschädigung eines königlichen Bootes zu verantworten hat. Doch der König wusste, das es nicht die Schuld des Steuermannes war, sondern es an den Konstruktionsmängel des Kanals lag, das man das Boot so schwer steuern konnte.

Steuermann NorasingSo entgegnete der große König: "Steh auf Steuermann Norasing und komme zurück ins Boot. Du ersehnst die Todesstrafe, aber ich erlasse sie dir und bestrafe dich nicht. Der Bug ist zwar durch Deine Schuld zerbrochen, doch lasse ich ihn wieder neu schnitzen. Komm also wieder ins Boot, habe keine Furcht mehr und lass uns weiter fahren".

Doch Norasing antwortete: "Was Du mir aus Mitleid sagst, mein König, und das Du mich ohne Strafe wieder in dein Boot aufnimmst, das ist eine grosse Begnadigung für mich. Doch würdest du mich begnadigen, dann würden die königliche Anordnung verletzt werden. Das wäre aber nicht richtig mein König, würden wegen mir und meiner Schuld so ein ehrwürdiges Gesetz so missachtet. Wenn es die Menschen hören, dann würden sie über dich lachen oder dich sogar verachten. Doch das darf nicht sein, mein König, deshalb kümmere dich nicht um mich, sondern folge deiner königlichen Pflicht. Schon lange gibt es das ehrwürdige Gesetz, das auch besagt, wenn der Steuermann des königlichen Bootes das Haupt des Schiffes schuldhaft beschädigt, so soll dieser dann die Todesstrafe erleiden und sein Kopf soll abgeschlagen werden."

Als der aufgeregte Steuermann Norasing dies alles dem König vorgetragen hatte, bekam der König viel Mitgefühl für seinen Steuermann, war er doch einer der treuesten und besten Beamten die er hatte. So befahl er den anderen Ruderern und Beamten, die mit im Boot fuhren, aus Tonerde ein Abbild des Steuermanns Norasing zu formen. Als es fertig war, ließ er der Tonfigur den Kopf abschlagen und sprach zu Norasing:

"Siehe hin, treuer Norasing, das ist deine Strafe gewesen, nun bist du tot! Diese Figur habe ich an deiner Stelle gerichtet, den du bist ein guter und treuer Untertan, den ich nicht verlieren möchte. Deshalb brauchst du nicht mehr zu sterben. Komm jetzt ins Boot zurück und wir fahren alle zusammen weiter."

Als der Steuermann den abgeschlagenen Kopf der Tonfigur betrachtete und die Worte des Königs hörte, schämte er sich noch mehr vor dem König und all den anderen, denn er war jetzt der Anlass dafür, das der König für ihn das alte ehrwürdige Gesetz nicht beachtete. Er befürchtete jetzt sogar, wenn das bekannt wird, das alle Leute in seiner Stadt den König sogar beleidigen würden. Das ist es, so dachte er, besser dem Gesetz zu folgen und das Leben dafür hinzugeben. Norasing dachte nur daran, das er seinem König in keiner Weise schädigen wollte.

So warf er sich erneut zu Boden und flehte den König an: "Habt doch Erbarmen, mein König, dein Mitleid ist eine grosse Fürsprache für mich gewesen, aber als du befahlst, der Tonfigur den Kopf abzuschlagen, so geschah es jedoch nicht aus Ernsthaftigkeit. Man wird dir deshalb Vorwürfe machen, weil du der Tonfigur den Kopf abgeschlagen hast und nicht mir."

"Ich bitte dich also nochmals, mein König, bestrafe mich nach dem alten Gesetz und lasse mir den Kopf abschlagen, so wie ich es verdient habe. Meine Kinder und meine Frau vertraue ich deiner Gnade an. So möchte ich nun Abschied nehmen, um ehrenvoll zu sterben gemäß dem Gesetz."

Der König wurde wütend über das Sinnen, das er gerichtet werden will. Lange saß er da und überlegte was er antworten könnte. Mit Norasing verbinden ihn viele gute Erinnerungen. Für ihn war Norasing mehr als nur ein treuer Beamter. Vieles hatten sie gemeinsam erlebt, er war einer seiner ersten Diener, sie kannten sich schon lange Zeit und Norasing hat seinem König immer loyal gedient. Er schickte seine Gefolgschaft weiter weg und versuchte nun, alleine auf Norasing einzureden, ihn zu besinnen und zum Leben zu überreden.

Als sie alleine waren, wurde der König verzweifelt und konnte seine Tränen nicht mehr zurück halten. Norasing kniete vor dem König und weinte ebenfalls, das er seinem geliebten König diese Bürde gab. Der König versuchte ein letztes Mal Norasing zum Einlenken zu bewegen, doch Norasing blieb bei seinem Vorhaben, das Gesetz einhalten und sterben zu wollen. So musste der König traurig sich dem Wunsch Norasings und dem alten Gesetz folgen und seinen geliebten Steuermann den Kopf von einem Scharfrichter abschlagen. Dann erfüllte er den letzten Wunsch seines Steuermanns und er ließ an dieser Stelle einen Schrein errichten, wo sein Kopf zusammen mit dem abgebrochenen Haupt des Bootes ausgestellt wurde, so das er jedermann sehen konnte.

Auch ließ der König im Gedenken von Phanthai Norasing, einen neuen Kanal graben, um die scharfen Kurven von Klong Khok Kham zu beseitigen. Der neue Kanal wurde von seinem Sohn du Thronnachfolger, König Thaisra fertiggestellt und bekam den Namen Klong Mahachai. An dieser Stelle hatte der treue Steuermann Norasing sein Leben geopfert, um das königliche Gesetz ehrlich zu pflegen. Das machte Norasing so berühmt, dass sein Name heute noch in aller Munde ist.

Ehrentag für den treuen Phanthai Norasing

Die Geschichte des Phanthai Norasing ist jedem im Ort bekannt, und er wurde ein Symbol für Loyalität. Jedes Jahr, im dritten Mondmonat, wird der Geist des treuen Phanthai Norasing, der im errichteten Schrein als Phra Phum (Hausgeist) wohnt, von den Einwohnern Samut Sakhon in einer feierlichen Zeremonie geehrt. Bei dieser lokalen Feierlichkeit, die man Prapaynee Buang Suang Pantai Norasingh nennt, versammeln sich viele Einwohner vor dem errichteten Schrein, und man betet gemeinsam mit einem anwesendem Mönch.

Danach folgt der wichtigste Teil der Zeremonie, die symbolische Darreichung der Opfergaben für den Geist von Phanthai Norasing. Geopfert werden Speisen, die ein Phra Phum, ein Hausgeist, gerne bevorzugt. So ganze Schweineköpfe, ganze Hühner und Enten, Kokosnüsse, Bananen und Süßigkeiten sowie Wasser als Getränk dargereicht. Auch werden zahlreiche Kerzen und Rauchstäbchen entzündet und man ehrt bei jeder Darreichung den Schrein mit einem respektvollen Wai. Mit vielen duftenden Blumengirlanden schmückt man den Schrein.

Nach der Zeremonie essen die Anwesenden zusammen. Die Bewohner sagen zu dieser Zeremonie, das sich die Einwohner sehr gerne an ihren lokalen Helden erinnern. Auch sollte er weiterhin ein Vorbild für die Jugend sein, um die Werte Loyalität und Rechtschaffenheit des Phanthai Norasing nachzudenken.

Prapheni Hae Phaa

Zweimal im Jahre (in den Monaten März und Juni) zu den Festtagen des Makha Buja und Visakha Buja, findet ein außergewöhnliches dreitätiges Fest im Wat Phra Mahathat Vora Vihara (kurz: Wat Mahathat), Nakhon Si Thammarat statt, an dem Tausende von Gläubigen teilnehmen. Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen und Familienmitglieder tun sich zusammen und kaufen zum Fest einige hundert Meter Stoff in der Farbe Orange, der traditionellen buddhistischen Farbe der Mönchsgewänder. Alle kurzen Stoffstücke werden dann zu langen Stoffbahnen aneinander genäht. In Begleitung von Mönchen wickeln die Gläubigen dann die langen Stoffstreifen um den unteren teil des Hauptchedi im Wat, den Phra Pathom Chedi. Zu diesem Fest tragen die Teilnehmer nur weiße oder orangefarbene Kleidung und bringen Blumen und Räucherstäbchen mit. Der um den Chedi gewundene Stoff kann sogar mehrere hundert Meter erreichen.

Nach der Wickelzeremonie folgt das bekannte Umlaufen des Wats, das die Thais als wien tien eta bezeichnen (das Umkreisen mit den Kerzen), bei dem die Gläubigen Kerzen in den Händen halten. Die Herkunft der Wickelzeremonie prapheni hae phaa kheun that ist nicht genau bekannt. Eine andere Bezeichnung ist hae pha khun that. Von ihr erzählt eine Legende:

Um das Jahr 1230 wurde die Zeremonie zum ersten mal begangen. In der Nähe des Küstenortes Pak Phanang hatten ein paar Fischer ein langes Stück Stoff gefunden, das bestimmte buddhistische Aufschriften trug. Die Bewohner des Ortes entschlossen sich, das Stück Stoff den Herrschern von Nakhon Si Thammarat zu schenken, die gerade Vorbereitungen trafen, den Phra Pathom Chedi feierlich einzuweihen. Die Herrscher jener Zeit waren Fürst Phra Chao Si Thammasokraja, Fürst Phra Chao Chantraphanu und Fürst Phra Chao Pongsasura. Man reinigte den Stoff mit den Aufschriften und war nach der Reinigung überrascht, dass die Aufschriften noch immer sehr gut erhalten waren.

Die Fürsten ließen nach dem Besitzern des Stoffes suchen. Erst nach einiger Zeit fand man heraus, dass es einer Gruppe von 100 Mönchen gehört hatte, die von einem Ort namens Hong Saowadi nach Sri Lanka segeln wollten. Ursprünglich sollte dort der Stoff um die Füße einer geheiligten Buddha-Statue gewickelt werden. Das Schiff der Mönche geriet aber in einen schweren Sturm. Nur zehn Mönche überlebten das Unwetter. Diese Mönche kamen nach Nakhon Si Thammarat und erklärten sich bereit, das Stück Stoff stellvertretend um den Chedi im Wa Mahathat zu winden. So soll aus diesem Ereignis die bis heute eingehaltene Tradition der Wickelzeremonie erhalten geblieben sein.

Wie bei vielen religiösen Feierlichkeiten in Thailand kommt auch hier der Spaß nicht zu kurz. In der Nähe des Wat werden klassische Tanzdarbietungen (lakhon) gezeigt und das nang talung, das traditionelle thailändische Puppenspiel. Alles fängt einen Tag vor dem Fest mit vielen Vorbereitungen an. Alle 3 Tage feiert man bis in den späten Abend.

Buriram - das Phanom Rung Fest

Der Tempel Prasat Phanom Rung wurde zwischen dem 10.-12.Jahrhundert oben auf der Kuppe des erloschenen Vulkans Khao Phanom Rung (381 m über dem Meer) errichtet, als das Khmer-Reich seinen Höhepunkt hatte. Die erhöhte Lage auf dem Berg symbolisiert das hinduistische Weltbild, den Sitz Shivas auf dem Berg Meru. In dieser Zeit wurde auch das berühmte Angkor Wat im heutigen Kambodscha errichtete und Preah Vihear an der heutigen kambodschanische Grenze vollendet. Es wurde nicht überliefert, welche religiösen Zeremonien hier stattfanden, aber der Tempel war dem Gott Shiva und damit der Sonne gewidmet. Im Zempelinnern gibt es den heiligen Lingam, ein heiliges Objekt der Hindu-Religion.

Nach sechzehn Jahren aufwendiger Restaurierungsarbeiten (1972 - 88) verwandelte man die einstigen Ruinen von Prasat Phanom Rung zu den großartigsten heiligen Khmer Stätten in Thailand. Heute gehört dieser Tempelkomplex zu den ältesten Sehenswürdigkeiten im Nordosten Thailands, und seitdem wird hier das aufwendige Fest gefeiert. Ein prächtig angelegter, 200 Meter langer Aufgang führt zum Hauptgebäude hinauf. Von oben hat man ein unvergesslichen Ausblick über die Landschaften bis hin nach Kambodscha. Der Tempel liegt im Phanom Rung Historical Park, etwa 50 km südlich von Buriram. Die Baumeister des Tempels Prasat Phanom Rung mögen wohl die selbe Schule besucht haben wie die Baumeister von Angkor Wat und Preah Vihear, oder waren sogar die selben Baumeister. Denn ihre geniale Bauweise ist es zu verdanken, das hier seit 1988 das dreitätige Phanom Rung Fest entstand, das jedes Jahr Tausende Besucher anlockt.

Fest im AlJedes Jahr, meistens in der ersten Kalenderwoche des Monats April, gibt es hier außergewöhnliche Sonnenauf- und -untergänge zu sehen, die manche Einheimische sogar als Wunder bezeichnen. Damit wird dann eine Zeremonie eingeleitet, dessen genaues Datum und Uhrzeit immer von Astronomen vorausberechnet wird, um damit den ersten Festtag zu bestimmen. Dann stehen die Besucher in der Nähe des Hauptgebäude des Tempels, das einen 75 Meter langen Korridor mit insgesamt 15 Türen besitzt. Um 6.00 Uhr morgens, wenn die Sonne aufgeht, beginnt das ungewöhnliches Schauspiel. Der Eingang des Korridors ist so exakt ausgerichtet, das die Strahlen der aufgehenden Sonne auf einer Länge von 75 Metern durch die 15 Türen fallen und den in der Mitte befindliche heiligen Lingam anstrahlen. Manche Besucher bezeichnen es anschließend sogar als göttliches Bauwerk, wenn sie das Schauspiel miterleben konnten. Die Einheimischen nennen das Fest auch "Festival Of The Thousand Year Miracle of the Phanom Rung Grand Shrine" genannt.

Am Nachmittag beginnt dann der große Höhepunkt mit einem farbenreichen Festzug durch die geschmückten Straßen von Buriram. Dabei tragen alle Festzugsteilnehmer traditionelle Kostüme aus der alten Khmerzeit, was ein nachhaltiges Erlebnis für jeden sein wird. Es folgen an allen drei Tagen aufwendige und sehr schöne Tanz- und Musikvorführungen aus der Khmerzeit, und abends Abend eine aufwendige Licht-und Tonshow im Tempelgelände.

Bildnachweis:
  • Thailand-Flagge: Archiv: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Thailand | thailändisch | Thai-Feste
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