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Lokales: Veranstaltungen

Thailand: Feiertage im März II

Die wichtigsten Feiertage im Königreich - Monat März

Flagge Thailand
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Hier geht es weiter mit dem 2. Teil... Monat März.

Thao Thep Krasatri-Thao Sri Suntorn Festtag

Die Schwestern Muk und Chan

Rund 12 Kilometer nördlich von Phuket Town befindet sich, inmitten einer lebhaften Straßenkreuzung, das Wahrzeichen von Phuket, das den beiden Lokalheldinnen der Insel gewidmet ist: den Schwestern Muk und Chan. Unter deren kampfbereiten Führung hatten die Bewohner von Phuket die Burmesen zurückgeschlagen, die einmal versucht hatten, siamesisches Gebiet zu erobern.

Seit Jahrhunderten hatten sich Siam und Burma fast kontinuierlich im Kriegszustand befunden. Nachdem die Schlachten zunächst nur in den nördlichen und zentralen Bereichen des Landes stattgefunden hatten, entsandten die Burmesen im Jahr 1785 eine Flotte, die Südthailand an sich reißen sollte. Gleichzeitig sollten der Norden und der Westen durch große Armeen angegriffen werden, um den Gegner in einem Vielfrontenkrieg zu erschöpfen.

Anfang Dezember 1785 setzte die Flotte unter dem Kommando eines gewissen Yiwun die Segel Richtung Takua Pa und Takua Thung, nördlich von Phuket. Beide Orte wurden aufgrund des unerwarteten Angriffes fast ohne Widerstand eingenommen. Die wenigen Soldaten und Regierungsbeamten versuchen einen sinnlosen Widerstand, wurden aber von den Burmesen getötet oder in die Flucht geschlagen. Einer der Geflüchteten mit dem Namen Phraya Pipit Phokhai, überquerte bei seiner Flucht einen Berg, der heute noch, obwohl mehr oder weniger unrühmlich Mount Prapipit, der Berg des Prapipit heisst.

Scheinbar unaufhaltsam bewegte sich die burmesische Flotte nun in Richtung Phuket, nach Thalang. Die Bewohner begannen, Barrikaden zu errichten, da der Gouverneur soeben verstorben und ein Nachfolger noch nicht ernannt war. In diesen Wirren traten schließlich die Schwestern Muk und Chan auf den Plan. Die beiden waren die ältesten Töchter eines ehemaligen Gouverneurs der Insel und seiner malaiischen Frau. Beide waren geachtet wegen ihrer hohen Stellung und Ausbildung in vielen Disziplinen. Mit lokalen Beamten organisierten sie den massiven Widerstand und kämpften selbst an vorderster Front, wo sie großen Mut bewiesen und dem Feind furchtlos gegenüber standen, wie in den Chroniken vermerkt wird. Sie täuschten den Besatzern vor, dass es in Thalang vor Soldaten nur so wimmelte, indem sich alle Frauen als Männer verkleideten. Unter ihrem Kommando wurden auch die in der Stadt vorhandenen Kanonen und Musketen in Stellung gebracht und abgefeuert. Die Schlacht um Thalang dauerte einen ganzen Monat (von Dezember 1785 - Januar 1786). Vom Widerstand überrascht und von den Anführerinnen geschockt traten die Burmesen den Rückzug an.

Aufgrund ihrer Heldenhaftigkeit wurden den Schwestern vom König Ehrentitel verliehen. Muk ( = Perle) wurde nun Sri Sundara oder Si Sunthorn genannt, was soviel bedeutet wie "Göttin der Schönheit"; Chan (= Dattelpflaume) tauschte ihren wenig angenehmen Namen gegen den Titel Deva Krasattri oder Thep Krasatri ein und wurde so zur "Kriegerin der Götter". Beide hatten bis zum Tod wichtige Aufgaben im einem Ministerrat zu erfüllen. Erst im Jahre 1810 konnte die Stadt bei einer zweiten Attacke von den Burmesen eingenommen werden. In üblicher Art und Weise, die die Burmesen schon zuvor bei der Schlacht um Ayuthaya gezeigt hatten, wurde sie völlig geplündert und die Einwohner in die Gefangenschaft verschleppt.

Das Heldendenkmal zeigt heute die beiden Schwestern in Überlebensgröße, mit gezücktem Schwert und mannhafter kurzer Frisur, so wie sie zu ihren Lebzeiten in Mode war. Die Statuen sind nach Nordwest ausgerichtet, die Richtung, aus der die Burmesen nach Phuket vorgedrungen waren. Jedes Jahr, in der zweiten März-Woche, in der Regel am 13.März, wird ein Festtag zu Ehren der beiden Heldinnen veranstaltet. Zu diesem Anlass wird das Denkmal mit grossen Blumengirlanden geschmückt. Unten am Denkmal legen Anwohner und Anreisende Blumen nieder und entzünden Rauchstäbchen.

Poi Sang Long-Feier

Etwa Anfang April wird die traditionelle Ordination der buddhistischen Novizen im nordthailändischen Ort Mae Hong Son besonders eindrucksvoll begangen. Zur farbenprächtigen dreitätigen Poi Sang Long-Feier kommen dann die etwa 7-14jährigen Jungen zur Ordination aus der ganzen Region hierhin. Die Teilnehmer stammen überwiegend aus dem Bergvolk der Shan. In keinem anderen Ort Nordthailands soll die Ordination der buddhistischen Novizen so aufwendig wie hier in Mae Hong Son sein. Dieses farbenfrohe Festival ist auch eines der Höhepunkte in der Region Mae Hong Son, und es kommen Leute von weit und fern, um sich dieses bunte Festival ansehen zu können.

Am ersten Tag werden dem jungen zukünftigen Novizen (ein Novize ist ein Mönch auf Probe) von Familienangehörigen die Haare kurz geschoren und in einem parfümierten Wasser gebadet. Danach werden sie zunächst traditionell aufwendig und hübsch geschminkt, das manche anschließend wie Mädchen aussehen. Nach dem Schminken werden sie in farbenprächtigen Kostümen eingekleidet, tragen dazu kunstvolle blumengeschmückte Hüte und Ketten mit Perlen und Silber- oder Messingplättchen. Viele der Jungen tragen auch einen Fächer bei sich. Alle sehen jetzt aus wie kleine Prinzen und werden zu Sang Long. Man nennt sie an diesen drei Tagen Look Kaew, das bedeutet Juwelenkinder.

Dann beginnen die Feierlichkeiten mit einer gemeinsamen Prozession in der Stadt. Dazu werden alle Novizen von ihren Vätern und männlichen Verwandten auf den Schultern getragen. In diesen drei Tagen dürfen die Füße der Novizen normalerweise nur den Boden des Familienhauses und des Wat berühren. Bei den Familienfeiern wird ausgiebig gegessen und getrunken, wobei der Reiswein nicht zu kurz kommt. Auch ist dies dann die beste Gelegenheit, Sach- und Geldspenden der Familie zu überreichen. Ein Tag später beginnen die großen lebhaften Festzüge zur Übergabe der Spenden an die Mönche. Alle Novizen werden dabei wieder von ihren Vätern und männlichen Verwandten auf den Schultern zunächst gemeinsam in einer großen Prozession durch die Stadt getragen. Wenn die Novizen auf den Schultern getragen werden, hält ein anderer Verwandter einen mit Blumengebinden und Ketten geschmückten Schirm über den Novizen, um ihn vor der Sonne zu schützen. Es ist für alle Familienmitglieder ein besonderer Verdienst, an diesem Festzug teilzunehmen und zu spenden. Entsprechend ist es nicht nur ein großes Fest für die einzelnen Familien, deren Nachwuchs ordiniert werden, sondern für die ganze Region Mae Hong Son, deren Einwohner sich feierlich dazu einkleiden. In den Straßen sieht man nicht nur die vielen Besucher, die den Festzug mit Begeisterung beobachten, sondern auch Verkäuferrinnen und Verkäufer, die in mitgetragenen Körben ihre Waren feilbieten, zumeist Kuchen und Obst. Auch sieht man natürlich in der Nähe der Straßen viele Verkaufsstände mit lokalen Produkten jeglicher Art, sowie Verkaufsstände, die Chat Phans und weitere Mönchsspenden verkaufen.

Im Festzug sieht man auch Männer und Frauen, die auf Bambusstöcken befestigte Tragekörbe oder große Schalen die Spenden für die Mönche und den Wat tragen, wobei besonders die Frauen mit ihren traditionellen Kostümen und breiten Strohhüten eindrucksvoll die Tradition der Shans präsentieren. Die Spenden für die Mönche und dem Wat sind größtenteils unterschiedliche haltbare Lebensmittel, Wasserflaschen aber auch frisches Obst, Kerzen, Rauchstäbchen und Haushaltsutensilien. Die mit Blumen und Blumengestecken dekorierten Mönchsroben werden von Verwandten und Freunden im Festzug separat getragen. Ebenso sieht man viele mit Reis gefüllte bunte Becher tragen. Darin sind kleine Holzstäbchen gesteckt, woran Geldscheine befestigt sind, die anschließend ebenfalls als Geldspende feierlich übergeben werden.

Viele Festteilnehmer und besonders die Kinder tragen auch eine oder zwei Chat Phan mit sich. Chat Phan sind kunstvoll zusammengesteckte Blüten in Kugelform oder in nachgebildeter Form einer Lotosknospe, die es in den unterschiedlichsten Farben und Farbenkombinationen geben kann. Entweder werden sie mühevoll aus frischen Blüten gefertigt oder z.B. aus bunten Stoff nachgebildet. Diese werden ebenfalls den Mönchen und dem Wat feierlich und Vorliebe gespendet. Begleitet wird die Prozession von Musikkapellen und Trommlern und mittendrin sieht man überall Männer und Frauen freudig tanzen. Dann teilt sich die große Prozession, um die Novizen zum jeweiligen Wat zu bringen, wo die Ordination erfolgt. An diesem Tag soll es besonders viel Glück bringen, so der Volksglaube, eine Novizen zu berühren..

Die Vielzahl der Novizen erhalten ihre Ordination in den bekanntesten Wats von Mae Hong Son im Wat Wat Jong Kham, im Wat Jong Klang und im Wat Hua Wieng. Im Wat angekommen, werden die Gesichter der Jungen gewaschen. Anschließend bitten die Jungen andächtig den Älteren ordinieren zu dürfen. Dann erst tauschen sie ihre kostbaren farbenprächtigen Kostüme gegen die schlichten Mönchsrobe aus. In einer feierlichen Zeremonie und mit Gebeten übergibt man dann den Mönchen die Spenden und die Weihezeremonie beginnt. Aus den Juwelenkindern werden dann junge Mönche. Hier bleiben nun die Jungen dann für einige Zeit im Wat und erlernen die buddhistischen Lehren und die Mönchsregeln. Für Eltern, Verwandten und die jungen Novizen wird dieses Poi Sang Long Fest als ein besonderer Augenblick in ihrem Leben in schöner Erinnerung bleiben.

Bildnachweis:
  • Flagge Thailand: Archiv: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Thailand | Feiertag | Feste | thailändisch | Thai-Feste
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