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Thailand: Feiertage im März I

Die wichtigsten Feiertage im Königreich - Monat März

Flagge Thailand
Flagge Thailand
Thailand gehört wohl zu jenen Ländern auf der Welt mit den meisten Feiertagen. Thailändische Feste und Feiertage sind sehr oft ausgelassene Angelegenheiten und selbst buddhistische Feierlichkeiten sind manchmal übermütiger als man vielleicht annimmt. Die meisten von ihnen werden durch farbenprächtige, manchmal finanziell aufwendige, Feiern begangen, andere wiederum leise zelebriert.

Bei gesetzlichen Feiertagen werden alle Regierungsämter und Banken geschlossen. Fällt ein solcher Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, ist der nächste Montag manchmal arbeitsfrei. Behörden sind dann nur spärlich besetzt. Die vielen Feiertage, die die Thais oft für Verwandtenbesuche nutzen, gleichen etwas die knappen Urlaubstage aus, die thailändische Arbeitgebern ihren Arbeitern und Angestellten gewähren.

Die meisten Feiertage und Feste sind religiöser Natur, regionale Feste, gedenken bedeutender Ereignisse aus der Geschichte des Landes oder haben mit Feierlichkeiten bei Hofe zu tun. Die religiösen Feste richten sich nach dem Mondkalender und wechseln deshalb jedes Jahr im Datum. Das thailändische Mondjahr endet mit dem letzten Vollmond im November und beginnt mit dem darauffolgenden Neumond. Chinesische Feiertage orientieren sich ebenfalls am Mondzyklus.

Die nationalen Gedenktage kehren alljährlich am gleichen Datum wieder. Dazu kommen viele Feste und Feiertage mit regionalen, örtlichen oder ethnischen Charakter, wie u.a. das chinesische Neujahrsfest. Um die buddhistische Zeitrechnung besser zu verstehen, bedarf es einer kurzen Einführung zum Mondkalender.

Danach stelle ich Ihnen nun einige bekannte, aber auch einige weniger bekannte Feste und Feiertage aus ganz Thailand vor. Es gibt noch eine Fülle von regionalen Feste und Feiertage, die hier nicht alle aufgeführt werden können.

Der Mondkalender

Da sich die meisten buddhistischen Feste an diesem orientieren, dessen Daten sich von Jahr zu Jahr verschieben können, kann nicht immer der exakte Tag eines Festes im Voraus datiert werden. Die Anziehungskraft des Mondes bewirkt nicht nur Ebbe und Flut, sondern beeinflusst auch alle festen, flüssigen und gasförmigen Körper. Die chinesische Kultur basiert fest auf dem Glauben an Mondeinflüsse, die sich immens auf Menschen auswirken, weil unser Körper ja zum größten Teil aus Wasser besteht.

Der chinesische Mondkalender, eine der ältesten Zeitrechnungen der Menschheit, reicht bis ins Jahr 2637 v.Chr. zurück, als der chinesische Kaiser Huang-ti den ersten Zyklus der Tierkreiszeichen einführte. Ein voller Zyklus umfasst 60 Mondjahre und besteht aus 5 einfachen Zyklen zu je 12 Jahren. Jedem der 12 Jahre eines solches einfachen Zyklus ist ein Tier zugeordnet.

Über die Entstehung dieses Tierkreises erzählt auch eine buddhistische Legende: als Buddha sich anschickte die Erde zu verlassen, rief er alle Tiere zu sich. Es kamen jedoch nur 12 Tiere, um ihn Lebewohl zu sagen. Zur Belohnung benannte er ein Jahr nach jedem der Getreuen, und zwar in der Reihenfolge ihres Eintreffens. Zuerst kam die Ratte, dann der Büffel, danach Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Diese Reihenfolge gilt bis heute.

Der Tag des Mondkalenders beginnt nicht wie bei uns um Mitternacht, sondern um 23.00 Uhr und seine 24 Stunden werden in 12 Abschnitte oder Doppelstunden aufgeteilt. Jeder Abschnitt wird von einem Tierzeichen beherrscht. Im Laufe eines vollen Zyklus von 60 Mondjahren bildet jedes der 12 Tierzeichen eine Kombination mit den 5 Hauptelementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Alle diese Elemente werden von einem Planeten beherrscht: Holz von Jupiter, Feuer von Mars, Erde von Saturn, Metall von der Venus und Wasser vom Merkur. Zudem besteht jedes der Elemente aus einem positiven und einem negativen Pol, das berühmte chinesische Yin und Yang.

Das Mondjahr hat 12 Monate zu je 29,5 Tagen. Alle 2,5 Jahre fügt man zur Fehlerkorrektur einen Schaltmonat hinzu, fortlaufend in Zeitraum zwischen dem zweiten und elften Monat des Mondjahres. Durch das Addieren dieses Monats ergibt sich alle drei Jahre ein Mondschaltjahr. Der Beginn eines Lunarmonats fällt immer mit dem Neumond zusammen.

Makha Puja - Buddhistischer Feiertag

Makha Puja ist einer der wichtigsten buddhistischen Feiertage und auch gesetzlicher Feiertag in Thailand. Der Termin liegt immer am Vollmondtag des dritten Mondmonats, so das dieser Termin, jahresbedingt, zwischen der letzten Woche im Februar und der ersten Woche im März liegen kann. Die Bezeichnung Makha Puja (andere Schreibwiese auch Magha Puja), stammt aus dem indischen Sprachraum. Das Wort Puja bedeutet Anbetung, und das Wort Makha bzw. Magha ist die Bezeichnung für den dritten Mondmonats. Somit würde Makha Puja einfach übersetzt soviel bedeuten wie Anbetung im dritten Mondmonat. Man vermutet auch, das deshalb der Ursprung dieser Zeremonie im indischen Raum lag.

Dieser besondere buddhistische Festtag erinnert an dem Ereignis, als 1.250 Mönche, die alle einst von Buddha persönlich ordiniert worden waren, am Vollmondtag des dritten Mondmonats von allerorts, aus eigener Initiative und ohne vorherige Mitteilung oder Verabredung zusammen kamen, um eine Predigt Buddhas zu hören. Diese 1.250 Mönche waren alle Arahants. Als Arahant wird im allgemeinen ein Mönch bezeichnet, der die vollkommende Aufklärung oder Erleuchtung erreicht hat.

Auch bezeichnet man Makha Puja als den Jahrestag der vier Wunder. Am Makha Puja, fanden die folgenden vier Wunder statt:

1. - Es war Vollmond, ein besondere buddhistischer Tag.

2. - Alle waren Arahants, also erleuchtete Mönche.

3. - Alle wurden persönlich von Buddha ordiniert.

4. - Sie trafen sich alle aus eigener Initiative und ohne Absprache am selben Ort.

Bei dieser Predigt, drei Monate vor seinem Tod, konzentrierte sich Buddha auf drei wesentliche Kernpunkte, die die Arahants weitergeben und pflegen sollten.:

1. - Die Philosophie von Buddhismus.

2. - Die Grundregeln von Buddhismus.

3. - Die Methoden der Ausbreitung des Buddhismus

Lange Zeit wurde in Thailand der Makha Puja-Festtag als besonderer buddhistischer Festtag nicht in dem Maße feierlich gewürdigt, wie es heute im Königreich üblich ist. Erst unter der Herrschaft Königs Mongkut, Rama IV., der lange Zeit ein sehr gelehriger Mönch war, wurde das Makha Puja-Festtagr in dem heute bekannten Maße gewürdigt. Aber erst sein Sohn und Nachfolger, König Chulalongkorn, Rama V., machte den Makha Puja-Festtag auch zum gesetzlichen Feiertag.

Das Makha Puja Fest steht im Zeichen der Frömmigkeit und der guten Taten. Die Gläubigen spenden den Mönchen reichhaltig Essen, hören den Predigten der Mönche zu und lassen gefangene Tiere (Vögel, Fische) frei. Die Mönch segnen die Gläubigen nach den Predigten und Gebeten mit Wasser. Der Höhepunkt in den vielen Tempeln (Wats) Thailands beginnt in der Regel nach Sonnenuntergang mit einer Kerzen-Prozessionen. Dabei werden von den Gläubigen Blumen, Räucherstäbchen und eine brennende Kerze dreimal um den Tempel mit einem Gebet getragen, wobei Mönche vorne an gehen. Damit wird auch von den Gläubigen die Hingabe zu Buddha ausgedrückt. Auch wenn in allen Tempeln Bangkoks die Zeremonie abgehalten wird, gehört die Zeremonie Wat Benchamabophit zu den eindrucksvollsten. Die königliche Familie feiern Makha Puja in der Kapelle des Wat Phra Keo, wo sich auch der heilige Smaragdbuddha befindet.

Volksfest Thao Suranari - Die Heldin Khun Ying Mo

Im Zentrum von Nakhon Ratchasima (Khorat) befindet sich die Bronzestatue der lokalen Heldin Khun Ying Mo, kurz Mo oder Thao Suranari genannt, das ihr zu Ehren 1934 errichtet wurde. Sie wird von den Einheimischen noch heute sehr verehrt und um Glück angerufen, denn Mo war es, die die Einwohner im Jahre 1826 vor den einrückenden laotischen Truppen rettete.

Damals, während der Regierungszeit von Rama III., war das Königreich von feindlichen Mächten bedrängt. Nicht nur die Burmesen, sondern auch die Laoten bereiteten einen Eroberungskrieg gegen Siam vor.

Die laotischen Einheiten überschritten den Mekong und eroberten unter der Führung des laotischen Prinzen Chao Anuwong von Vientiane den Nordosten. Der Prinz war Herrscher von Vientiane und einst ein Vasall des thailändischen Königs Rama III. Chao Anuwong hatte sich von seinem siamesischen Verbündeten nicht gebührend geachtet gefühlt und befand sich außerdem im dem Irrglauben, die Briten würden bald Siam angreifen. Der ehrgeizige Prinz Anuwong wollte ihnen zuvorkommen. Seine Truppen eroberten mit List und Leichtigkeit die Stadt Khorat, in der sich praktisch nur ältere Menschen, Kinder und Frauen aufhielten. Die jungen und kräftigen Männer halfen beim Aufbau Bangkoks und der Verteidigung gegen die Burmesen. Die Stadt wurde von den Soldaten besetzt und andere Truppenteile marschierten weiter Richtung Saraburi, wo ihr Vormarsch jedoch von den Thais gestoppt werden konnte.

Khun Ying Mo, die Gattin des stellvertretenden Gouverneurs, erwies sich in dieser Situation als mutig und weitsichtig. Sie schlug einen riskanten Plan vor, der von allen Verantwortlichen als der wohl einzige Weg angenommen wurde. Um die mögliche Verschleppung und Versklavung nach Laos zu verhindern, wurde kein lokaler Widerstand aufgebaut, sondern man verhielt sich gegenüber den feindlichen Soldaten, die sie nach Laos abführten, sogar sehr entgegenkommend. Die gefangenen Männer wurden unter scharfer Aufsicht gehalten, die Frauen dagegen konnten sich ziemlich frei bewegen, mussten aber Küchendienste leisten und den Soldaten die Nächte verschönern. Eine der Frauen war Mo, die Gattin des stellvertretenden Gouverneurs von Khorat. Sie erkannte bald, dass die Eroberer so selbstsicher ihrer Macht waren, dass sie nicht im Traum daran dachten, dass ihnen die gefangenen Frauen etwas anhaben oder gar gefährlich werden könnten.

Am dritten Tag der Entführung organisierte sie listenreich ein Fest für die laotischen Soldaten, die selbstsicher im weiteren Verlauf betrunken gemacht werden konnten. Nun sollte der Plan von Khun Ying Mo ausgeführt werden. Heimlich und unbemerkt konnte sie mit einigen anderen Frauen die männlichen Thais befreien. Mit viel Glück konnten sie sich zudem mit Messern, Stöcken und einigen Waffen der betrunkenen Soldenten bewaffnen. Bei einem Überraschungsangriff konnten die meisten der betrunkenen Soldaten überrascht und getötet werden. Der Rest wurde problemlos in die Flucht geschlagen. Im Siegeszug führte Mo ihre Leute nach Bangkok, um dort vor den möglichen weiteren Angriffen der laotischen Truppen sicher zu sein.

In Bangkok wurde sie von König Rama III., der vorab von den Geschehnissen erfuhr, mit höchsten Ehren empfangen. Sie erhielt den Titel Thao (= Lady) Suranari und wurde in den Adelsstand erhoben, wo sie unter den Namen Khun Ying Mo bekannt wurde. Die Thais unternahmen alsbald einen Gegenfeldzug und konnten die laotischen Hauptstadt Vientiane einnehmen. Der geschlagene Prinz Chao Anuwong floh daraufhin nach Vietnam. Bis heute wird Khun Ying Mo von den Thais sehr verehrt, ganz besonders natürlich in Khorat. Viele Frauen sehen in ihr ein Paradebeispiel für weibliche Emanzipation und Stärke. Immerwährend sieht man am Sockel der im Jahre 1934 errichteten Statue, in dem sich auch die Asche der verstorbenen Nationalheldin befindet, Blumenkränze und andere Gaben der Bevölkerung.

In der letzten Märzwoche wird zu Ehren von Khun Ying Mo das zehntägige Thao Suranari-Fest begangen. Geschmückte Umzüge, Musikveranstaltungen und historische Ausstellungen werden ihr zu Ehren abgehalten.

Bildnachweis:
  • Flagge Thailand: Archiv: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Thailand | Feiertag | Feste | thailändisch | Thai-Feste
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