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Sonstiges: Kultur & Religion

China: verlorene Stadt im See entdeckt

Eine alte Volkslegende wird zur archäologischen Sensation!

Ruinen im Fuxian See
Ruinen im Fuxian See
Nach den bisherigen gefundenen Aufzeichnungen reicht die chinesische Kultur über 3.500 Jahre zurück, und gehört damit zu den ältesten Zivilisation weltweit. Glaubt man der chinesischen Mythologie, so erreicht die chinesische Kultur sogar 5.000-6.000 Jahre zurück. Chronologisch jedoch ist bis heute die älteste nachgewiesene Dynastie die Xia-Dynastie (2200 – 1600 v.Chr.), gefolgt von der Shang-Dynastie (1600 – 1046 v.Chr.). In dieser Jahrtausenden alten Kulturgeschichte tauchen auch immer wieder legendäre Herrscher, Orte und untergegangene Städte auf, wovon man nicht immer weiss, ob es nur eine alte Volkslegende ist oder auf tatsächliche historische Gegebenheiten beruht. Einer dieser legendären Städte hat man gefunden, es ist die verlorene Stadt des Dian Königreiches, die man bis vor kurzem noch nur für eine alte Volkslegende hielt.

Die verlorene Stadt des Dian Königreiches

Das in Südchina einst gelegene und eigenständige Dian-Reich, wurde in alten Han-Chroniken erwähnt und von der Han-Dynastie annektiert. Chinesische Archäologen waren sich nicht sicher, ob es überhaupt dieses kleine erwähnte Reich gab, bis dies durch Grabungsfunde bestätigt wurde, die man zwischen 1955-1960 in Shizhaishan (Provinz Yunnan) am Kunming-Sees fand, weshalb auch heute noch der Kunming-See auch Dian See genannt wird. Das Dian Reich existierte etwa vom 3. bis zum 1. vorchristlichen Jahrhundert. Stutzig wurden die Forscher, als in den Chroniken in einer Bemerkung von einer im See versunkenen Stadt geschrieben wurde, die durch eine Erdrutsch oder Erdbeben verschwand, ohne darauf weiter einzugehen.

So vermuteten die Altertumsforscher, sollte irgendwas an der Aufzeichnung stimmen, dann müsste folglich doch unter Wasser noch Überreste am Rande des Dian-Sees zu finden sein. Der Dian-See, der 1.886 Meter über dem Meerespiegel liegt, ist zwar mit 298 qkm der grösste Süßwassersee in der Provinz Yunnan, aber nur 4,4 Meter im Durchschnitt tief. Also wäre es eigentlich eine Leichtigkeit jedes Anzeichen einer verlassenen Stadt zu finden, wobei die Fachleute noch sehr skeptisch waren überhaupt was zu finden, schließlich war es nur eine Randnotiz einer alten Chronik.

Also, sollten die Chroniken stimmen, so die Forscher, muss es ein sehr tieferer See sein, um ganze Häuser oder sogar eine ganze Stadt verbergen zu können, aber auch im Einzugsgebiet des damaligen Dian-Reiches passen. So verfolgte man die einzige logische Erklärung, das dies nur der Fuxian-See sein, der rund 10 km südöstlich vom Dian-See liegt. Der grosse Fuxian-See hat eine Fläche von 212 qkm, aber seine grösste Tiefe beträgt immerhin 155 Meter, also ideale Maße, um sogar eine ganze Stadt verschwinden zu lassen. Er ist übrigens der drittiefste Süßwasser-See Chinas und machte 1991 Schlagzeilen, weil ein Fischer mit dem Namen Zhang Yuxiang behauptete, das eine leuchtende Scheibe, vielleicht ein UFO?, plötzlich aus dem See heraus in die Luft verschwand. Der Fall konnte nie ganz geklärt werden.

Ausschlaggebend waren die Entdeckungen des chinesischen Tauchers Geng Wei, der insgesamt 38 Tauchvorgänge im See vornahm, und nicht nur viele Steinplatten und Steinblöcke entdeckte, sondern nach und nach eine ganze Stadt fand, was bestätigte, das hier die legendäre Stadt liegen muss. Dies meldete er den offiziellen Stellen, und als danach Archäologen mit einem U-boot und Geng Wei die Stellen nochmals absuchten, konnten sie ein ehemaliges Städteareal von 2.400 mal 2.700 Meter ausmachen und vermessen.

Pyramidenwand im Fuxian See
Pyramidenwand im Fuxian See
Insgesamt konnte man acht Hauptgebäude lokalisieren, das selbst für die Fachleute überraschend war. Doch am spekutalärsten war die Entdeckung pyramidenähnlicher Bauten mit 60 Meter Breite und 21 Meter Höhe. Eine 300 Meter lange und 5-7 Meter breite Felsstrasse verband die Hauptgebäuden und die Pyramiden. Das war eine archäologische Sensation in China, den dieser Fund wurde nicht erwartet, auch nicht, das man pyramidenähnliche Bauten fand, vermutlich ähnlich wie die Stufenpyramide Zangkunchong in China.

Chinesische Altertumsforscher mussten zugeben, das man das einstige Dian-Reich, seinen damaligen Einfluss, das kulturelle Erbe und die Errungenschaften vollkommen unterschätzt hatte. Es waren sicherlich nicht nur Barbarenstämmen des Südwestens.

Bildnachweis:
  • Ruinen im Fuxian See: Coyright: Xinhua News Network Corporation
  • Pyramidenwand im Fuxian See: Coyright: Xinhua News Network Corporation

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Schlüsselwörter: China | versunkene Stadt | Fuxian See | Han-Dynastie | Dian Königreich
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