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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Australien: seltene Wollemi gerettet

Verheerende Waldbrände gefährdeten einmaligen Baumbestand

Seltene Wollemi-Bäume - Australien
Seltene Wollemi-Bäume - Australien
Die Pflanzenart Wollemie gehört zu den ältesten entdeckten Baum- und Pflanzenarten, die es bereits vor rund 90 Millionen Jahre gab. Vor etwa 40 Millionen Jahren waren diese Bäume auch in Australien weit verbreitet wie Fossilienfunde belegten und galt seitdem als ausgestorben. Doch am 10. September 1994 machte man eine sensationelle Entdeckung im heutigen Wollemi-Nationalpark, der rund 250 km westlich von Sydney liegt.

Mitarbeiter der National-Verwaltung hatten aus dem Hubschrauber hinaus die Pflanzenart in einer abgelegenen Region des Nationalparks entdeckt. Dabei entdeckten sie eine kleine Baumpopulation, von denen sie zunächst nur Zweige mitnahmen. Ohne den Hubschrauber hätte man wohl die Baumpopulation nicht entdeckt, denn sie befindet sich in einem abgeschiedenen und schwer zugänglichen Canyon der Blue Mountains. Dies mag wohl auch der Hauptgrund gewesen sein, dass dieses lebendige Fossil, so geschützt, in dieser Nische überleben konnte.

Als man dann feststellte, dass sie zu keiner bekannten lebenden Baum- und Pflanzenart gehören, machte man am 15. Oktober eine weitere Exkursion an der gleichen Stelle. Diesmal wurden Blätter, einen männlichen Zapfen und Rinde mitgenommen. Doch auch hier war eine Bestimmung noch nicht möglich, so dass man eine Woche später noch einen weiblichen Zapfen aus der Krone gepflückt hatte. Nach eingehenden Untersuchungen wurde schließlich am 21. November bekannt gegeben, dass das es sich um ein bisher unentdecktes, lebendes Fossil aus der alten Familie der Araukarien Gewächse (Kiefernart) handelte. Die Bestäubung und Nachzüchtung sind bei dieser alten Pflanzenart nicht so einfach.

Die Fortpflanzung erfolgt vegetativ fort. Am Baumstamm treiben Knospen aus und wachsen dann zu einem neuen Baum. So müsste es auch bei allen Baumarten vor Millionen Jahren gewesen sein, so die Fachleute. Diese immer grünende Kiefernart kann bis 30-40 Meter hochwachsen.

Nach den letzten Erkundigungen im abgelegenen Canyon gibt es gerade mal nur 100 Bäume, die sich in drei Baumpopulationen verteilen. Deshalb gilt sie als bedrohte und sehr seltene Pflanzenart. Vorsorglich hat man ausreichende DANN-Proben entnommen. Für große Besorgnis sorgt der aus Südasien stammende und nach Australien eingeschleppte Wurzelfäule Erreger Phytophthora cinnamoni. Selbst in dieser abgelegenen Gegend waren schon zwei Wollemien von diesem aggressiven Pilz davon befallen. Um generell das lebendige Fossil auch vor Touristen und Wanderer zu schützen, werden die Koordinaten der seltenen Baumpopulationen geheim gehalten und regelmäßige Kontrollen durchgeführt.

Ende 2019 wurde zuletzt der Baumbestand auf gerade mal 200 Stück genannt. Bei den verheerenden Waldbränden in Australien waren auch die Waldbestände im Wollemi-Nationalpark stark gefährdet, Opfer der Flammen zu werden. Eine spezielle Rettungsaktion von Feuerwehr und Experten des Nationalparks wurde schnell aufgestellt. Lufttanker besprühten das bedrohte Gebiet mit einer feuerhemmenden Chemikalie und Feuerwehrleute wurden per Hubschrauber dorthin gebracht, um ein spezielles Bewässerungsröhren-System aufzubauen, um den Boden und die Bäume feucht zu halten. Als die Flammen immer näherkamen, warfen Hubschrauber große Wassermengen ab. Einige Bäume konnten nicht mehr gerettet werden, aber der Bestand wurde gerettet.

Der über 5.000 qkm große Wollemi-Nationalpark ist Teil des UNESCO-Welterbe Greater Blue Mountains World Heritage Area.

Bildnachweis:
  • Seltene Wollemi-Bäume - Australien: Copyright: Smithsonian Magazine

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Schlüsselwörter: Wollemi | Australien | Kiefernart | fossile Pflanze | Buschbrände
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