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Politik: Recht & Co.

Unerträgliche Zustände im Bilibid-Gefängnis von Manila

Es wird von Jahr zu Jahr dramatischer

Essensspende an die Senioren.
Essensspende an die Senioren.
Besucher kommen inzwischen fast gar nicht mehr ins Gefängnis. Und wenn, dann werden sie mindestens dreimal kontrolliert und durchsucht. Dabei sind Wartezeiten von sechs bis sieben Stunden an der Tagesordnung. So manch einer, der einen Angehörigen im Gefängnis besuchen will, wird auch unverrichteter Dinge wieder heimgeschickt. Da überlegen sich viele, ob sie überhaupt noch kommen sollen. – Zum Leidwesen der Gefangenen.

Vier verschiedene Polizeieinheiten bewachen die Gefangenen

Verschiedene Polizeieinheiten – vier an der Zahl – bewachen inzwischen die Gefangenen und jede will das Meiste zu Sagen haben. Einig sind sich offenbar aber alle vier, dass jeder Gefangene nur noch einmal in der Woche Besuch erhalten darf und das auch nur noch für 20 bis maximal 30 Minuten. Anton (Toni) Kampfmann und sein neuer Mitstreiter Thomas bekommen keinen Besuch. „Deswegen ist das für uns auch nicht so wichtig“, schreibt Toni in seiner aktuellen Mail.

Von den Besuchern kann kaum noch etwas „Unerlaubtes“ ins Gefängnis gelangen. „Trotzdem gibt es hier (fast) alles zu kaufen“, schreibt Toni weiter. Natürlich hat das alles auch seinen Preis. Und der ist gesalzen. Aufschläge von mehreren Hundert Prozent sind da keine Seltenheit.

Klein aber fein und alles ganz legal

Inzwischen betreibt Tonis Freund Thomas ein kleines Geschäft. Wie die beiden berichten ist das alles ganz legal. Es ist so eine Art kleiner Imbissstand, an dem verschiedene Sorten Hamburger angeboten werden. Der teuerste wird gerade einmal für 50 philippinische Peso. Das entspricht einem Gegenwert von knapp über 91 Eurocent. Toni hilft seinem Freund oft mit und in Tonis Jail-Behausung braten sie die Fleischeinlagen für die Hamburger.

Vieles haben die beiden dabei gelernt. So beispielsweise wie das Fleisch länger haltbar gemacht werden kann oder wie man aus einem Ei die doppelte bis dreifache Menge bekommt. Leider schreibt er uns nicht, wie das gehen soll…

Beide, Toni und Thomas, rauchen nicht, trinken nicht und nehmen auch keine Drogen. Deshalb können sie ihren Überschuss dazu benutzen um bessere Lebensmittel einzukaufen. Der „Knast-Fraß“ macht oft krank und ist zum Sterben (fast) zu viel, zum Leben aber (auf Dauer) zu wenig.

Essen, Trinken und die Frohe Botschaft für die Knast-Senioren

Traktat der Jesus Fans & Friends International
Traktat der Jesus Fans & Friends International
Aktuell am 6. Februar dieses Jahres haben die beiden 231 Senioren im Alter zwischen 60 und 93 Jahren mit Essen und Trinken versorgt sowie ihnen das Evangelium mit Gebeten und Traktaten nähergebracht. Dies geschah im Namen der Gemeinschaft „Jesus Fans & Friends International“. Möglichgemacht hat diese Aktion ein Spendenfluss aus Schottland, wofür sich Toni und Thomas ausdrücklich bedanken.

Das Herstellen und Verteilen der Traktate gehen weiter und Toni meint in seiner Mail, dass sie es in vier bis sechs Wochen voraussichtlich geschafft hätten allen Insassen des Bilibid-Gefängnisses per dieser Traktate die „frohe Botschaft“ näher gebracht zu haben.

Auch das ist der Gefängnis-Alltag

Im Februar kam es auch zu einer Messerstecherei zwischen Filipinos und Chinesen in Bilibid. Dabei gab es mindestens zwei oder sogar drei Tote. Und die Asche vom letzten Ausbruch des Vulkans Taal am 12. Januar zeigt seine Nachwirkungen bis heute. Zwar ist der Vulkan rund 60 Kilometer vom Gefängnis entfernt, doch der Wind weht die Asche noch heute in die Unterkünfte der Gefangenen. Hautausschläge, Atemwegsentzündungen Übelkeit und Kopfschmerzen sind die Folgen.

Immer noch suchen Toni und Thomas Spender um ihren Anwalt bezahlen zu können. Dieser hatte sich als gläubiger Christ, wie Toni schreibt, bereit erklärt, dass 60 Prozent des Honorars erst bezahlt werden müssen wenn die beiden wieder in Freiheit sind. Das hätte im Fall von Toni nach dem letzten Urteil aber bereits seit Jahren der Fall sein müssen. Wegen Spenden haben sie dann auch mehrere Hundert Freikirchen in Deutschland und der Schweiz angeschrieben. Leider kam auf diese Anfragen nicht eine einzige Antwort. „Traurig aber wahr!“ schreibt Toni dazu und liefert gleich ein Gedicht zum Thema mit. Trotz allen widrigen Umständen wollen die beiden Jail-Insassen nicht aufgeben. Und manchmal kommt bei ihren Beschäftigungen mit den Traktaten und dem Hamburgerverkauf auch ein bisschen Spaß hinzu…

„Geben ist seliger…

Die Bibel lehrt auch an andere zu denken,
den Weg zu Hilfsbedürftigen und Armen lenken.
Wer sich in Not auf andere verlassen muss,
steht oft alleine da – zum Schluss.

Es stimmt: Gemeinsam haben wir Stärke,
das gilt immer – Für all unsere Werke.

Gebt und es wird euch gegeben werden.
Gemeint sind wir Menschen hier auf Erden.

Ich war krank – im Gefängnis – sagt Jesus.
Und er macht keine Kompromisse am Schluss.
Die Errettung steht im Vordergrund.
Bist du nicht – Endest im Höllenschlund.

Antoni Jose von Sternberg“

Bildnachweis:
  • Essensspende an die Senioren.: © Jesus Fans & Friends International (Unterliegt dem Urheberrecht.)
  • Traktat der Jesus Fans & Friends International: © Jesus Fans & Friends International (Unterliegt dem Urheberrecht.)

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Schlüsselwörter: Messerstecherei | Vulkanasche | Vulkan Taal | Philippinen | Korruption
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