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Grönland: Schmelzwasser im Angebot!

Grönländisches Trinkwasser soll Exportprodukt werden

Schmelzendes Eis in Grönland
Schmelzendes Eis in Grönland
Bereits letztes Jahr haben Fachleute und Wissenschaftler Berechnungen angestellt, wie schnell Grönlands Eisschild schrumpft. Dabei wurde nicht nur eine erhöhte Dynamik der Eisschmelze festgestellt, sondern auch der immense Verlust von fast reinem Schmelzwasser. Dies ist ja eigentlich auch ein hervorragendes Trinkwasser, welches ungenutzt ins Meer läuft. Berechnungen ergaben, das innerhalb von 25 Jahren dadurch auch der Meeresspiegel weltweit um etwa 10 Millimeter stieg.

Bei einer Gesamtfläche von 2.166.086 km² der Insel, die noch größtenteils von Eis bedeckt ist, und auch nur eine Bevölkerung von weniger als 60.000 Einwohnern hat, könnten sich bald tiefgreifende Veränderungen auf der Insel ereignen.

Denn jetzt haben die cleveren Grönländer ein Konzept entwickelt, aus der Eisschmelze einen wirtschaftlichen Vorteil zu machen, indem sie das Schmelzwasser an kommerzielle Unternehmen verkaufen wollen. Die grönländische Regierung sieht hier das Potential eines marktfähigen Produktes gegenüber der Wasserknappheit in manchen Regionen der Erde. Zuletzt gab es im März 2019 den Weltwasserbericht der Vereinigten Nationen, das geschätzte 2 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberen Trinkwasser haben. Grönländisches Trinkwasser soll nun ein gewinnbringendes Exportprodukt werden.

Insgesamt sind 16 Lizenzen zur Wassergewinnung ausgeschrieben und bisher konnten neun Lizenzen bereits zum Export von grönländisches Trinkwasser an Unternehmen vergeben werden. Bisher ist das Land noch größtenteils von der Fischindustrie, einer noch kleinen Tourismusindustrie und Dänemark abhängig, sucht aber den Weg zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Dänemark. Die möglichen Mengen an Schmelzwasser sind dabei gigantisch. Vorherige Studien haben ergeben, das zwischen 1992 bis 2018 rund 3,8 Billionen Tonnen grönländisches Eis geschmolzen und ins Meer geflossen sind. Heutzutage rechnet man mit einer zu gewinnbringenden Schmelzwassermenge von bis zu rund 230-240 Milliarden Tonnen.

Neben den Export von Trinkwasser gibt es auch Pläne, wie die vermuteten Gas- und Ölreserven sowie die lokalisierten Reserven von Uran und Seltenen Erden wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ausgebeutet werden können. Nicht nur die Wasserknappheit in manchen Regionen der Erde könnte also das grönländische Schmelzwasser zu einem Exportschlager machen, sondern auch die Sucht der Europäer und Amerikaner nach Lifestyle-Produkten. Abgefülltes Schmelzwasser könnte also auch überteuert als exotisches Trinkwasser vermarktet werden. Denn in welchen Märkten das grönländische Wasser exportiert wird bleibt dann die Entscheidung der Unternehmen. Die Investitionen für den Bau von industriellen Aufbereitungs-Anlagen, einer speziellen Hafenanlage sowie einem Bohr- und Pipelinesystem werden die Insel auch industriell verändern, denn bisher gibt es nur wenige industrielle Anlagen.

Grönland wird eine neue Entwicklung und einen möglichen Bevölkerungswachstum durch Arbeitskräfte in wenigen Jahren erleben. Möge dabei die ökologische Empfindlichkeit der Insel im Auge behalten werden.

Bildnachweis:
  • Schmelzendes Eis in Grönland: Copyright: Nunatsioq News

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Schlüsselwörter: Grönland | Schmelzwasser | Eisschollen | Gletscher | Trinkwasser
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