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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Deutschland: Atomkraft Jein ?

Neues Positionspapier empfiehlt Mini-AKWs

Mini-AKW Entwicklung von Roll-Royse
Mini-AKW Entwicklung von Roll-Royse
Als vor etwa neun Jahren die deutsche Regierung den plötzlichen Ausstieg aus der Atomenergie beschloss, hatten schon Energieexperten, aber auch Kritiker in der Regierung, davor gewarnt, dass Deutschland als Hochleistungs-Industrieland nicht kurzfristig die Atomkraft durch erneuerbarer und fossiler Energie komplett ersetzen könnte. Im Sinne des Klimawandels wurde diese Entscheidung als ungeplante Ad-hoc-Entscheidung bewertet, weil trotz der schwierigen Kontroverse über ein ausreichendes Endlager, deutsche neue Atomkraftwerke zu den effektivsten und modernsten der Welt gehörten und mittelfristig z.B. zunächst alle Kohlekraftwerke ersetzen könnten.

Als einen gesunden Energie-Mix hatte die Atomkraft 20-25% des deutschen Energiebedarfs gedeckt und gesichert. Von einer 100% grünen Energiewende sind wir aber noch mindestens 10 Jahre entfernt, so die Energieexperten, und die Wasserstofftechnologie inklusive Brennstoffzellen-Kraftwerke müssen ja erst mit gewissen Kapazitäten gebaut werden können. Bis dahin wird auch teilweise teurer Strom aus Frankreich importiert, das bekanntlich zum großen Teil aus Atomkraft kommt. Paradox.

Es soll ein neues Positionspapier des Bundesfachausschusses für Wirtschaft, Arbeitsplätze und Steuern geben, worin es heißt: Wir setzen uns dafür ein, dass sich Deutschland stärker in das von Euratom durchgeführte Programm 'Horizont' zur Zukunft der Kernenergie einbringt. Die im Rahmen dieses Programms durchgeführten Projekte zur Kernfusion und zu kleinen modularen Reaktoren sollten ergebnisoffen geprüft werden, als mögliche Variante für eine CO2-freie Energieproduktion.

Einige Wirtschaftspolitiker der Regierung hatten ja schon vor Jahren den zu frühen Atomausstieg für einen Fehler gehalten. Das zumindest neue kleinere Atomkraftwerke nach dem neuesten technischen Standard viele Risiken, gegenüber älteren großen Kraftwerken minimieren und diese Energieform mittelfristig auch als Mittel zum Klimaschutz dient, könnte zu einer teilweisen Rückkehr zur Atomkraft bedeuten.

Technologisch verliert Deutschland zunehmend den Anschluss gegenüber z.b. Frankreich, China, USA und Russland. Der dortige Kraftwerksbau favorisiert kleinere Reaktortypen für die Versorgung einer Stadt oder einer kleinen ländlichen Region. Dieses Konzept wird ja bereits auf Atom-U-Booten und Flugzeugträgern angewendet, dessen Reaktoren in einem LKW passen würden. Länder wie Großbritannien planen Dutzende Mini-AKW statt große Mega-Meiler, was die Bauzeiten und Risiken minimieren soll. Dazu hat die Firma Rolls-Royce ein Konzept entwickelt, AKWs die etwa nur 15% der Fläche einnehmen wie herkömmliche AKWs und ab 2029 serienreif sein soll. Jede Stadt und Ort hätte theoretisch so sein eigenes kleines AKW. Ein Rückbau solcher Mini-Kraftwerke wäre einfacher, weil u.a. der Reaktorkern auf eine LKW passen würde. Deutschland wird also am Scheideweg sein, um seinen gesamten Energiebedarf der nächsten 10-15 Jahre importunabhängig mit Mini-AKWs (nuclear power plant) zu sichern oder weiter auf abhängigen Importstrom zu setzen, der auch aus Atomkraft gespeist wird.

Langfristig muss und kann nur die Wasserstofftechnologie und Kalte Fusion die langersehnte grüne Energieversorgung ermöglichen. Nach den bisherigen Prognosen soll das bereits ab 2030 möglich sein, um im ersten Schritt auf sämtliche Kohlekraftwerke verzichten zu können. Hier müsste die Regierung Wasserstoff als Energieträger schon heute staatlich subventionieren und Wasserstoff-Kraftwerke planen und bauen lassen.

Bildnachweis:
  • Mini-AKW Entwicklung von Roll-Royse: Copyright: BBC

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Schlüsselwörter: Kernkraft | Atomkraftwerk | nuklear | Mini-AKWs | Energieversorgung
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