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Vatikan: erste Frau in Führungsposition

Papst Franziskus holt Frau in Vatikan-Regierung
11.02.2020 16:47:09 eingesandt von Wilfried Stevens für OnlineZeitung 24.de

Papst Franziskus und Frau Francesca Di Giovanni
Papst Franziskus und Frau Francesca Di Giovanni
Die Regierung des Vatikans, der kleinste Staat auf dem Planeten, ist konservativ traditionell und wird von Männern dominiert. Die Mitglieder sind zum Teil erzkonservative und zum Teil reformwillige Mitglieder. Seit dem 13. März 2013 ist der 266. Bischof von Rom somit auch das neue Oberhaupt der Kirche: Papst Franziskus. Seit seiner Amtszeit ist der Papst bemüht alte Traditionen und neue notwendige Reformen im Einklang zu bringen.

Alle Christen wurden hellhörig, als Papst Franziskus vor Weihnachten 2019 die Kirchenleitung auf notwendige Veränderungen eingeschworen hatte. Er verwies darauf, das das Christentum in der jetzigen Zeit keine dominante Größe mehr sei und das dadaurch ein Wandel notwendig ist, ein missionarischer Neuaufbruch, der auch zu neuen Formen der Kommunikation in der Kirche und mit Gläubigen bräuchte. Sehr markant waren seine mahnende Worte auch an die Bischöfe gerichtet, sich nicht in der Vergangenheit zurückzuziehen und keine Neuerungen mehr zuzulassen. Weise Worte!

Die erste Frau in der Vatikan-Regierung

Papst Franziskus hat den Balanceakt gemacht, wohlwissend, das die Erzkonservativen dageben sein würden und die Reformwilligen es begrüssen würden. Das Oberhaupt der Kirche hat die italienische Juristin Francesca Di Giovanni zur Untersekretärin im Staatssekretariat ernannt. Es mag sich vielleicht nicht so anhören, aber das ist tasächlich eine Führungsposition, und die erste, die eine Frau einnimmt. Der Papst plädierte dabei schon in der Vergangenheit, das mehr Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche arbeiten sollten. Das wichtige Staatssekretariat ist für die diplomatischen Beziehungen und die Politik des Vatikans zuständig, und somit für die kirchliche Außenpolitik. Frau Di Giovanni ist 67 Jahre alt, arbeitet seit 27 Jahren im Staatssekretariat und ist damit eine sehr fachkundige Persönlichkeit.

Sie selber war von ihrer Ernennung überrascht, wie sie dem vatikanischen Medienportal Vaticannews mitteilte. Dazu sagte sie:

Ja, das stimmt: Es ist das erste Mal, dass eine Frau einen führenden Posten im Staatssekretariat erhält. Der Heilige Vater hat eine innovative Entscheidung getroffen, die sich auch ganz abgesehen von meiner Person ein Zeichen der Aufmerksamkeit für Frauen bedeutet. Aber die Verantwortung ist an die Aufgabe gebunden, nicht so sehr an die Tatsache, Frau zu sein.

Ein wichtiger Schritt, um auch die Katholische Kirche zu modernisieren und reformieren.

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