Sonstiges: Kultur & Religion

Christliche Kirchen verlieren Mitglieder

Weiterer Mitgliederschwund wegen fehlender neuer Reformation ?
07.02.2020 19:22:36 eingesandt von Wilfried Stevens für OnlineZeitung 24.de

Christliches Symbol: Kreuz
Christliches Symbol: Kreuz
Kirchen sind für die Gläubigen ein sehr wichtiger Hort für die Andacht, zum Beten, ob alleine oder mit der Kirchen-Gemeinde und für manche auch eine spirituelle Anbindung an Gott, Jesus und Bibel. Ebenso ist die wertvolle Mitarbeit oder Unterstützung von kirchlichen Arbeitsgruppen, Einrichtungen und Organisationen bei der Jugend und den Erwachsenen immer noch attraktiv.

Doch es gibt ein Dilemma, was seit vielen Jahren öffentlich bekannt ist und auch in den Kirchen-Gemeinden mit großer Sorge beobachtet und diskutiert wird: Auch wegen fehlender und zeitgemäßen neuer Reformation in den christlichen Kirchen nehmen die Kirchenaustritte zu.

In der Geschichte ist den Christen schon eine große Reformation in Erinnerung, das Wort wird aus dem lateinischen reformatio für Wiederherstellung / Erneuerung abgeleitet, das war die bedeutende kirchliche Erneuerungsbewegung von 1517 bis 1648. Dies führte zur Spaltung der ursprünglichen Katholischen Kirche in verschiedene Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert). Es war überwiegend Martin Luther zu verdanken, der 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll.

Jetzt, rund 500 Jahre später, scheint wieder eine bedeutende und zeitgemäße Reformation notwendig, weil zuletzt 2019 die Rekordzahl von rund 800.000 Kirchenaustritte, aus der evangelischen oder katholischen Kirche gemeldet wurden! Die Gründe wurden hauptsächlich mit dem nicht zeitgemäßen Christentum genannt, auch vereinzelte Finanzskandale, die Rolle der Katholischen Kirche zur Verhütung und mangelnde Zulassung von Pristerinnen, die Missbrauchsstudie der Kirche, der Zwang zur Kirchensteuer und die Unzufriedenheit mit der Kirchengemeinde / Priester. Erscheckender sind Austritte deswegen, weil Christen sogar den Glauben an Gott verloren haben. Dazu kommt natürlich noch der demografische Wandel, so das es mehr Bestattungen gibt als Taufen. Dagegen meldeten beide Kirchen, das es rund 34.000 neue Mitglieder gibt bzw. alte Mitglieder wieder zurück gewonnen werden konnten.

Für die Zukunft sollten die Kirchen und ihre Kirchenvertreter besser ihre Gemeindemitglieder fragen, was sie von ihrer Kirche erwarten. Denn gerade die Jugend, der Nachwuchs, erwartet Erneuerungen innerhalb der Kirchen. Eine jüngste Umfrage ergab, das 60 Prozent der katholischen Jugendlichen sogar bezweifeln, dass die Kirche Antworten auf ihre Fragen und Themen hat, die sie, den Jugendlichen, wirklich bewegen.

Deutschland war und ist überwiegend ein christliches Land, weshalb es wünschenwert wäre, das die Oberhäupter der Kirchen endlich die Zeichen der Zeit erkennen und sich die Reformwilligen durchsetzen.

Papst Franziskus
Papst Franziskus
Papst Franziskus - kann er den Durchbruch schaffen ?

Alle Christen wurden hellhörig, als Papst Franziskus vor Weihnachten die Kirchenleitung auf notwendige Veränderungen eingeschworen hatte. Er verwies darauf, das das Christentum in der jetzigen Zeit keine dominante Größe mehr sei und das ein Wandel notwendig ist, ein missionarischen Neuaufbruch, der auch zu neuen Formen der Kommunikation in der Kirche und mit Gläubigen bräuchte. Sehr markant waren seine mahnende Worte, sich nicht in der Vergangenheit zurückzuziehen und keine Neuerungen mehr zuzulassen. Weise Worte!

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