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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Der hausgemachte Anteil des Abschwungs

Der deutsche Warenhandel in der Krise und warum so viele Arbeitsplätze verloren gehen

Die wirtschaftliche Talfahrt, die im Sommer begonnen hat, beruht in Deutschland auf zwei extremen Faktoren, die die Weltwirtschaft kaum beeinflussen werden. Einmal sind das die Steuergeschenke von Steinbrück und Co. an die Unternehmer. Dies hat zu einem gigantischen Kapitalüberhang geführt, der teilweise in hohen Investitionen in den Handel geflossen ist, was beim ersten Blick ja nicht schlecht sein kann.

Doch diese Annahme ist fatal, denn die hohen Investitionen haben alle in den Bereich Einkaufszentren und Kaufhäuser getätigt. So stieg bis 2008 der Anteil der Verkaufsfläche in den Shoppingcentren pro Kopf auf 1,4 m², was weltweit Spitze ist und zugleich Ausdruck einer Fehlspekulation. Durchschnittlich dürften 10 bis 20 m² in Europa sinnvoll sein. Zu spüren bekommen jetzt das die Mitarbeiter von Hertie, SinnLeffers und Wehmeyer. Diese „traditionsreiche deutsche Warenhausketten (sind in eine) Schieflagegeraten. Sie haben mit Umsatzrückgängen zu kämpfen oder müssen gar die Insolvenz anmelden.“

Dann bleibt natürlich noch die fehlende Entwicklung der Nachfrage durch die negative Einkommensentwicklung für bis zu 80 % der Bevölkerung. Diese haben dadurch auch ihr Verkaufsverhalten geändert und sind zum Beispiel auf den Internethandel umgestiegen, dieser Trend ist aber auch europa- und weltweit zu vermerken. Mit dem Unterschied, dass dieser in Deutschland nicht durch die neue Möglichkeit des Internets angeheizt worden ist, sondern durch die knappe Haushaltslage der Bürger.

Und dazu kommt noch als dritter Faktor, die Ausdehnung der „internationale(n) Marken und Ketten wie Zara, Mango oder H&M in Deutschlands Innenstädten.“ Und so schließt sich ein Kreislauf von hausgemachten und internationalen Problemen und Geschäftsstrategien, den einmal mehr die Beschäftigten dieser Unternehmen zu bezahlen haben.

In Berlin gibt es alleine 39 Einkaufszentren und es wird noch weiter gebaut. In Berlin Tempelhof entsteht am Tempelhofer Damm in Höhe des Ullsteinhauses ein Einkaufszentrum mit 25 Anlagestellen für Yachten bis 25 Meter Länge. Ehemals hat sich auf dem Areal ein Inlandshafen für Binnenschiffe befunden, den man in das Shoppingcenter integriert hat.

Was will der Bürger mehr, als mit der Yacht zu H&M und Aldi zu tuckeln? Gerade in Tempelhof leben viele Hartz IV Aufstocker und Empfänger, da sind Yachtplätze wichtig, oder?

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Schlüsselwörter: Abschwung | Deutschland | Wirtschaft | Krise
1&1 DSL

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