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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Münzgeld - eine aussterbende Spezies

Bargellos & Münzgeldlos verändern den Geldverkehr - und Deutschland ?

1-, 2- und 5-Cent-Münzen
1-, 2- und 5-Cent-Münzen
Beobachtet man die neuen europäischen und weltweiten Zahlungsmethoden, dann wird sehr deutlich, das das schwere Münzgeld eine aussterbende Spezies sein wird. Der Trend ist eindeutig das digitale bargeldlose Zahlungsmittel. Es geht schon Schritt für Schritt voran, und die ersten Länder haben die 1- und 2-Cent-Münzen ganz abgeschafft.

Länder die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen

Die kleinste Einheit der Euro-Münzen sind 1 Cent und 2 Cent. Gegenüber den 5-Cent Münzen, haben diese allerlei Probleme im täglichen Zahlungsverkehr. Es beginnt damit, das es praktisch keinen einzigen Automaten gibt, der noch 1- und 2-Cent-Münzen annimmt. Selbst die Automaten die noch 5-Cent Münzen akzeptieren, werden rarer. So bleibt nur die Möglichkeit, diese beim Einkauf loszuwerden und an der Kasse zusammenzuzählen. Dann kann zeitaufwendig und lästig werden. Laut Gesetz müssen Händler bis zu 50 Münzen annehmen, aber die Geduldsschwelle ist unterschiedlich. So trägt man diese lange mit sich mit oder erhält unfreiwillig immer mehr beim Einkauf. Umfragen und Berechnungen haben ergeben, das von den rund 115 Milliarden Euro-Münzen, die in Europa im Umlauf sind, die Hälfte Ein- und Zwei-Cent-Stücke sind. Stellen Sie sich mal einen riesigen Berg vor, mit über 50 Milliarden Kleinstmünzen. Dabei ist die Herstellung ökonomisch unsinnig, denn die Produktion dieser Kleinstmünzen kostet bis zu 50% mehr als sie eigentlich wert sind.

Deshalb haben sich schon vor vielen Jahren einige Länder darüber Gedanken gemacht, warum es überhaupt noch Preisgestaltungen wie 0,99 Euro geben muss, und ob es nicht Zeit wäre, das Münzgeld schrittweise sogar ganz abzuschaffen. Die Lösung war dazu ganz einfach: Rechnungsbeträge werden einfach nur noch auf- oder abgerundet. Dies haben schon sieben Euroländer gesetzlich verankert: Belgien, Dänemark, Finnland, Irland, Niederlande, Schweden und Ungarn. Die EZB (Europäische Zentral Bank) verpflichtet die Euroländer zwar die kleinen Euro-Münzen zu prägen und im Umlauf zu bringen, doch haben diese in den genannten Länder praktisch keinen Umlauf-Wert und werden auch oft weggeschmissen. 1- und 2-Cent-Münzen spielen dort keine Rolle mehr und die Verbraucher und die Händler begrüßen das sehr.

Laut einer Umfrage von 2018 würden auch 60% der Deutschen die Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen und das auf-und abrunden auf 5-Cent sehr begrüßen. Das lange Kramen im Portemonnaie nach passenden Münzen kostet Zeit und ist es sehr lästig, wenn mal die berühmte 1-Cent Münze fehlt, und man 9 Cent in Kleinstmünzen zurück bekommt. Oder nehmen wir die oft genutzten Parkschein- oder Fahrkartenautomaten, die längst keine 1-,2- und 5-Cent-Münzen mehr annehmen. Insgesamt wäre es also für alle eine große Erleichterung.

Auch die Einsparung an Metallen und Energie wäre enorm. 2018 wurden alleine nur in Deutschland die gigantische Menge von 453 Millionen Ein-Cent-Stücke und 479 Millionen Zwei-Cent-Stücke geprägt. Es wurde errechnet, das für den dreijährigen Bedarf für die Münzen über 400 Tonnen Kupfer und über 7.000 Tonnen Stahl benötigt wurden. Dabei ist die Herstellung teurer als der Eigenwert der Münzen. Dies ist eine große Verschwendung an Geldmitteln, Metallen und Energie.

So wird es nur eine Frage der Zeit sein, das noch mehr Länder auf die 1- und 2-Cent-Münzen verzichten wollen, und das alle Beträge auf 5-Cent auf- oder abgerundet werden. Doch auch der Trend, immer mehr bargeldlos per Karte oder Handy zu bezahlen nimmt jedes Jahr zu. Die Barzahlungen mit Münzen und Scheinen hat nur noch eine Geldflussanteil von 40%. So sind die sieben genannten Euro-Länder uns schon weit voraus, das Münzsystem langsam abzuschaffen, und Deutschland hadert mal wieder der Entwicklung hinterher.

Bildnachweis:
  • 1-, 2- und 5-Cent-Münzen: Copyright: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Abschaffung Münzen | 1 und 2-Cent Münzen | Münzgeld | Kleingeld
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