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Sonstiges: Gesundheit

Hohes Krebsrisiko durch Räucherstäbchen

Ergebnisse einer zweijährigen Studie des Chulabhorn Forschungsinstitutes in Thailand

Foto: Paul Boden
Foto: Paul Boden
Das thailändische Chulabhorn Forschungsinstitut hat jetzt nach zweijähriger Forschungsarbeit in mehreren thailändischen buddhistischen Tempeln eine Studie veröffentlicht, die beweist, dass brennende Räucherstäbchen – vor allem in hoher Konzentration – krebserregend sind und den Ausbruch der Krankheit fördern.

Dabei sind vor allem die Mönche oder andere Personen, die sich häufig in Tempeln aufhalten, einem hohen Krebsrisiko ausgesetzt. Die Untersuchungen fanden in drei großen Tempeln der Städte Samut Prakan, Chachoengsao und Ayuthaya statt, die auch häufig von Touristen besucht werden. Über den gesamten Untersuchungszeitraum wurden von 40 Testpersonen regelmäßige Blutproben und Urin entnommen. Zum Vergleich geschah dies auch bei 25 weiteren Personen, die sich kaum oder gar nicht in Tempeln oder deren unmittelbaren Umgebung aufhielten.

Nach Manoon Leechawengwong, einem Mitarbeiter des Forschungsteams, enthält der Rauch der Räucherstäbchen die krebserregenden Stoffe Benzol und Butadien. Die Luft in Räumen, in denen Räucherstäbchen abgebrannt werden, ist durch Karzinogene stark Gesundheit gefährdend. Die Luftuntersuchungen ergaben:

94 Mikrogramm Benzol pro Kubikmeter im Tempelinnern. Damit ist der Grenzwert von 1,7 Mikrogramm, der als ungefährdend gilt, um mehr als das 55fache überschritten. Ähnlich besorgniserregend ist es bei den Butadien, die im Tempel mit 11 Mikrogramm per Kubikmeter Luft gemessen wurden und deren Grenzwert bei 0,33 Mikrogramm liegt. Und noch mehr Zahlen wurden bekannt gegeben: 1 Tonne brennende Räucherstäbchen verursacht 325 Kilo Kohlendioxyd und 7,2 Kilo Methan.

Ein weiterer Bestandteil, der beim Abbrennen der Räucherstäbchen ist Benzo(a)pyren, das zur Gruppe Polyzyldische Aromadsche Kohlenwasserstoffe (PAK) gehört. Hier hatten amerikanische Wissenschaftler bereits nachgewiesen, dass diese das für die Krebsabwehr zuständige Gen P-53 beschädigt. Auf Defekte dieses Gens soll die Hälfte aller Krebserkrankungen (bei Lungenkrebs sogar 70 %) zurückzuführen sein. Wenn man großen Mengen davon ausgesetzt ist, kann es zu Störungen des zentralen Nervensystems kommen. Das führt unter Umständen zu Rauschzuständen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit und in Extremfällen zum Atemstillstand mit Herz-Kreislauf-Versagen. Im Passivrauch bei Zigaretten, Autoabgasen und Räucherstäbchen werden PAKs in einer vierfach konzentrierten Menge eingeatmet.

Die thailändischen Forscher verglichen ein Räucherstäbchen mit einer Zigarette. Beide setzten die gleichen krebserregenden Stoffe frei. Dabei seien natürlich die Mönche, die ständig im Tempel lebten, besonders krebsgefährdet. Schließlich brennen dort den ganzen Tag über ununterbrochen Dutzende von Räucherstäbchen. Außerdem käme – gerade bei den untersuchten Tempeln – noch eine stark durch Autoabgase verschmutzte Luft hinzu, die ihr Übriges täte. So wurde dann abschließend empfohlen, die Räucherstäbchen nicht ausbrennen zu lassen, sondern nach dem Beten zu löschen. – Ein weiser Rat, für den ein gläubiger Buddhist vermutlich kein Verständnis aufbringen wird.

Aus den gesamten Forschungsergebnissen ergibt sich, dass somit das (vor allem häufige) Abbrennen von Räucherstäbchen in geschlossenen Räumen auch in den „eigenen vier Wänden“ krebserregend ist. Zu empfehlen ist dabei dringend eine gute Raumbelüftung nach der Zeremonie oder, am besten, die Räucherstäbchen im Freien (z.B. Balkon, Terrasse…) abzubrennen. Auf keinen Fall sollten Kleinkinder dabei zugegen sein.

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Schlüsselwörter: Räucherstäbchen | Tempel | Thailand | Krebs | krebserregend | krebsfördernd | Rauch
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