Wissenschaft: Weltraum

Mond-Kolonisation in Startlöchern

Die Eroberung des Mondes - Teil 2
23.10.2019 13:18:35 eingesandt von Wilfried Stevens für OnlineZeitung 24.de

Unbekanntes Flugobjekt fliegt zum Mond
Unbekanntes Flugobjekt fliegt zum Mond
Über die Entstehung des Mondes gibt es seid den 80er Jahren die Theorie, das ein marsgroßen Körper, Theia genannt, mit der Erde zusammenprallte, und das nach dieser Kollisionstheorie, die abgeschlagenen Materie sich am Ende zum Mond formte. Als Nicht-Wissenschaftler stellte ich 1979 in einem Artikel kühn die Hypothese auf, das der Mond sich eigenständig wie die Erde entwickelte, bis zur Jura-Zeit sogar über Atmosphäre, tropische Umweltbedingungen und Vulkanismus verfügte und ein Meteoritenschauer dann den Mond zu einem leblosen Trabanten machte. Nach neuesten Untersuchungen und Messungen erstarrter Lava auf dem Mond in den 90er Jahren, kamen die Wissenschaftler zum Schluss, das die Lavarückstände auf dem Trabanten maximal 100 Millionen Jahre alt sein können, was bedeutet, das das Mondinnere sehr viel langsamer abgekühlt sein muss als bisher angenommen. Na, da war mein damaliger Beitrag wohl einigen voraus.

Im ersten Teil Helium 3 – Super-Energieträger vom Mond hatte ich darauf hingewiesen, das die begehrten Rohstoffe auf dem Mond einen größeren kapitalistischen als einen wissenschaftlichen Reiz haben, um auf dem Mond zukünftige Mondkolonien durch Weltraumnationen wie China, Russland, USA und einzelne europäischen Nationen schneller voranzutreiben. Der Wettlauf hat schon begonnen, und ob China, Russland oder die USA, das Datum 2030 scheint für alle der Grundstein zu sein, auf dem Trabanten auch präsent zu sein !

Die ersten Mond-Stationen

Zum Bau von Stationen und Rohstoff-Minen benötigt man viel Material, wobei alle bekannten Pläne auch 3-4 bemannte Dockraumstationen beinhalten, für Zwischenstopps und Lagerkapazitäten, die zwischen Erde und Mond eine festen Standort haben. Die Technologie für Transporter, Raketen, Raumstationen und Module ist vorhanden und ausgereift. Daher plant China und die NASA z.B., dass man fahrbare große Module selber landen lassen kann, die einzeln auf dem Mond eigen Antriebssysteme haben und dann nur noch ineinander unbegrenzt andocken können. Basisfundamente wird man aus dem reichlich vorhanden Mondstaub im Betonguss herstellen können. Wenn erst einmal diese Technik auch auf den Mond einwandfrei funktioniert, kann man nicht nur sicher Stollen für den Bergbau herstellen, sondern auch tief im Mondboden Tunnelsysteme und ganze temperaturunabhängige Wohnblocks, Lager und wissenschaftliche Einrichtungen bauen. Für die inneren Stationen werden Magnetböden und Magnetschuhe entwickelt, um die geringere Gravitation in der Station auf bis zu 300% zu steigern bzw. auszugleichen. Dadurch soll, aus medizinischer Sicht, der berüchtigte Knochenschwund zu 50% entgegengewirkt werden können.

Die Energieversorgung wird wahrscheinlich zunächst über Radioisotopen-Generatoren erfolgen, bis man in der Lage ist, Fusions-Generatoren mit Helium-3 zu betreiben. An den Polregionen gibt es aber auch beträchtliche Flächen, die fast ständig dem Lichteinfall ausgesetzt sind, deshalb nennt man sie auch Berge des ewigen Lichts. Somit wäre Sonnenenergie als fast unerschöpfliche Energiequelle nutzbar. Ein Verbund mehrerer Solarparks kann über ein Verteilernetz mehrere Stationen versorgen. Das macht eine Mondstation Energie-unabhängig, ein wichtiges Kriterium um auch eine Bergbauindustrie umsetzen zu können.

Was ist mit Sauerstoff und Wasser

Die neusten Analysen der letzten Jahre haben alle Wissenschaftler sehr verblüfft, verfügt der Mond doch über ausreichende Wasserreserven im gefrorenem Gestein, besonders an den Polregionen, und man schließt nicht mehr aus, das praktisch auch an vielen anderen Stellen Wasser zu finden sein könnte. Das Mondwasser enthält dabei genauso viel schweren Wasserstoff wie das Wasser auf der Erde. Man spricht sogar schon von einer möglichen Proto-Erde, dies ist die Bezeichnung für den Vorläufer eines Planeten. Würde man in der Zukunft Fossilien primitiver Lebensformen finden, müsste man die Geschichte des Mondes komplett umschreiben. Auch bedeutet Wasser, das man es in seine chemischen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen könnte und so Atem-Gas produzieren kann. Wie viel Wasser tatsächlich auf dem Mond existier, muss noch analysiert werden, aber es wird sicher nicht ausreichen, wächst die Mondbevölkerung von Arbeitern, Technikern und Wissenschaftlern erst einmal. Bis dahin muss also auch Wasser transportiert werden, und dazu planen die Ingenieure gigantische unterirdische Kavernen mit eigenem Wasserkreislaufsystems, das mindestens 80% des verbrauchten Wasser recyclen soll.

2030 wird ein ganz neues Zeitalter der Raumfahrt und zur ersten außerirdischen Besiedlung, ein Startfeld für zukünftig Planeten-Kolonien wie auf den Mars. China und Russland sehe jetzt schon Planungen in Betracht, den Mond als dauerhafte Startrampe zum Mars zu nutzen. Deutschland will mitmischen. Einmal durch technische Unterstützung, aber auch mit deutschen Astronauten auf dem Mond.

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