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Politik: Asien

Es herrscht Krieg im Bilibid Gefängnis in Muntinlupa (1)

Schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten und neuen BuCor-Chef

Schuttberge an der Gefängnismauer.
Schuttberge an der Gefängnismauer.
Kaum Wasser, kein Essen, kein Strom und jede Nacht Plünderungen. Es wird scharf geschossen und die Gebäude versinken im Schutt. Die Kanalisation ist teilweise zerstört und teilweise verstopft. Es herrschen katastrophale hygienische Zustände und Berge von Müll ziehen unzählige Ratten an.

Christliche Gefangenenorganisation berichtet Erschütterndes

Diese Zustände wurden mir vor dem vergangenen Wochenende, zusammen mit entsprechendem Bildmaterial, direkt vom Geschehen von der christlichen Gefangenenorganisation „Jesus Fans & Friends International“ übermittelt. Die beiden deutschen Gefangenen, Tobias Reuter und Anton Kampfmann, über die ich schon mehrfach berichtete, beschrieben mir wenige Tage später Ähnliches: „Die sinnlose Zerstörung von Unterkünften im Gefängnis hat zur Folge, dass die Preise für Essen, Medikamente usw. ins Unermessliche steuern. Von der deutschen Botschaft kommt wie immer keine Hilfe.“

Die Rede ist hier vom Gefängnis Bilibid in Muntinlupa, ca. 30 km südlich der philippinischen Hauptstadt Manila. Das macht immer wieder Schlagzeilen in der Weltpresse. Im Dezember 2014 berichtete beispielsweise der TV-Sender n-tv von Drogenbossen, die dort wie in Villen mit in Marmor ausgelegten Bädern lebten und Stripbars mit Whirlpools unterhielten. Ein ausgedehnter Drogenhandel wurde von dort betrieben. Schon damals war das eigentlich nur für 8.900 Häftlinge ausgelegte Gefängnis mit rund 23.000 Häftlingen völlig überfüllt.

Generaldirektor Gerald Bantag und das Bureau of Corrections

Das Bureau of Corrections ist eine Behörde des Justizministeriums, die offiziell für das Sorgerecht und die Rehabilitation von nationalen Straftätern zuständig ist, die zu mindestens drei Jahren Haft verurteilt wurden. Sie hat ihren Sitz im Bilibid Gefängnis. Anfang Oktober 2019 setzte Präsident Duterte einen neuen Generaldirektor, für das Bureau of Corrections (kurz = BuCor) ein: Gerald Bantag. Seine offizielle Bezeichnung lautet jetzt „BuCor chief Director General Gerald Bantag“

Dieser ist unter den Gefangenen berüchtigt als Psychopath, Hartliner und Mörder. Es wird berichtet, dass er zuvor als Leiter eines Gefängnisses in Paranaqe Handgranaten in Zellen zu den Gefangenen warf und dabei viele Menschen ermordete. Bantag kündigte den Gefangenen im Bilibid Gefängnis bereits an, dass die derzeitigen, kriegsähnlichen Zustände noch wochenlang so weitergehen würden. Die christliche Gefangenenorganisation „Jesus Fans & Friends International“ schreibt: „Wenn die letzten Lebensmittel aufgebraucht sind, wird es zu Mord und Totschlag kommen. Die ersten Krankheiten sind bereits ausgebrochen, und die Insassen (vor allem ältere) sterben wie die Fliegen.“

Befahl Präsident Rodrigo Duterte einen Massenmord?

Häftlinge suchen im Schutt nach Verwertbarem.
Häftlinge suchen im Schutt nach Verwertbarem.
Wie „Jesus Fans & Friends International“ mitteilte, hat der Gefängniskrieg Mitte September 2019 begonnen. Da soll Präsident Rodrigo Duterte, der in dem Bericht als „Gotteslästerer und Verbrecher an der Menschlichkeit“ bezeichnet wurde mehr als 2.000 Häftlinge, die zuvor rechtmäßig entlassen worden waren, aufgefordert haben sich zurück ins Gefängnis zu begeben. Als Begründung hieß es, dass es bei den Entlassungen Unregelmäßigkeiten gegeben habe.

Vom Präsidenten sollen für seine Forderung sogar öffentlich Kopfprämien ausgesetzt worden sein – für diejenigen unter den ehemaligen Gefängnisinsassen, die nicht freiwillig zurückkommen. Die Kopfprämie betrug 1 Millionen philippinische Pese für lebend zurückgebrachte und 2 Millionen Peso für tot zurückgebrachte ehemals rechtmäßig entlassene Häftlinge. Damit war nicht nur die Menschen-Jagd eröffnet, sondern auch der Massenmord legalisiert.

Hinweis: Auf Grund der Vorort-Bedingungen und der verfügbaren Ausrüstung ist die Qualität der Fotos leider sehr schlecht. Ich habe für diese Folge zwei der besten mir übermittelten Fotos ausgewählt.

Bildnachweis:
  • Schuttberge an der Gefängnismauer.: Jesus Fans & Friends International (Foto unterliegt dem Urheberrecht.)
  • Häftlinge suchen im Schutt nach Verwertbarem.: Jesus Fans & Friends International (Foto unterliegt dem Urheberrecht.)

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Schlüsselwörter: Bilibid | Muntinlupa | Gefängnis | Philippinen | BuCor
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