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Politik: Asien

Die Falle schnappt zu – Endstation Philippinen-Knast

Noch ein Deutscher unschuldig hinter Gittern? (3)

Die Original-Knasttoilette.
Die Original-Knasttoilette.
Nichts Böses ahnend sitzt Tobias Reuter vor dem Fernsehgerät. Plötzlich steht eine der Frauen splitterfasernackt im Raum und durch die Tür stürmen NBI-Polizisten herein. Diese bedrohten ihn direkt mit ihren Schusswaffen. Unter Vorhaltung der Pistolen und ohne ihm irgendwelche Rechte vorzulesen verhafteten die Beamten Tobias Reuter.

Drama, 4. Akt: Eine rechtswidrige Festnahme

Einen Haftbefehl gab es weder zu diesem Zeitpunkt noch später. So ist dies auf den Philippinen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Nach Einschätzung von Rechtsexperten war die Festnahme rechtswidrig.

Gleich nach der Festnahme, noch im Hotelzimmer, bot der NBI-Polizist Bernhard Dela Gruze dem Tobias an, für 10.000 Dollar könnte die Sache geregelt werden. Das grenzt bereits eindeutig an eine Lösegeld-Erpressung. Später werden solche Forderungen sogar gerne noch vervielfacht. Auf den Philippinen nennt man so etwas „Rescue Operation“.

Zu diesem Zeitpunkt wusste Tobias noch nicht wie das Justizsystem auf den Philippinen tickt. „Ich war so dumm auf Gerechtigkeit zu bestehen und wollte auch nichts mit Korruption zu tun haben“, sagt er heute.

Drama, 5. Akt: Kein Geld für korrupte Staatsdiener

Auch später wurden immer wieder diese 10.000 Dollar von ihm gefordert. Bei Zahlung, so wurde ihm versprochen, sei alles erledigt. Eine Bekannte von Tobias riet ihm zu bezahlen, da so etwas auf den Philippinen üblich sei. Doch Tobias weigerte sich hartnäckig sozusagen für Nichts Geld zu bezahlen, schließlich war er doch unschuldig und hatte nichts verbrochen. Wegen seiner Zahlungsunwilligkeit wurde er schließlich in ein versteckt liegendes Kerkerloch in der Größe von 0,6 m mal 1,2 m gesteckt.

Am Abend kam auch die Agentin Jeditha Hife wieder, die schon bei der Verhaftung dabei war und händigte Tobias sein Handy wieder aus. Tobias wunderte sich erst einmal darüber, dass er als Verdächtiger sein Handy zurückerhielt. Schon bald fand er heraus, dass er damit jemanden anrufen sollte, der 10.000 Dollar vorbeibringt, um die Taschen der NBI Agenten zu füllen. Da Tobias aber immer noch nicht zahlte (das Geld hätte er gehabt), kam es bald darauf zur Gerichtsverhandlung.

Drama, 6. Akt: Räuberische NBI-Polizisten

Einer der NBI-Agenten holte alles aus Tobias Auto heraus, was sich zu Geld machen ließ. Das nahm er an sich; natürlich auch das Bargeld und den Erlös. Für unsere Begriffe ist dies ein Diebstahl und Hehlerei. Das Auto selbst wurde als Beweismittel beschlagnahmt. Noch bevor die Gerichtsverhandlung begann konnte Tobias sein Auto für eine Summe von 80.000 Peso zurückkaufen und bekam dafür sogar eine NBI-Quittung.

Schließlich bekam Tobias Reuter Kontakt mit Alfred Lehnert, der das Foreign Assistance Center Philippinen mit Sitz in Quezon City gegründet hat und leitete. Lehnert versicherte Reuter nach dessen Aussagen ihm unentgeltlich zu helfen. Doch später wollte Lehnert für einen Rechtsanwalt hohe Geldbeträge haben, was Tobias dazu veranlasste dies als Trickbetrug zu sehen. Tobias zahlte auch diese nicht. Ein folgenschwerer Fehler? Jedenfalls sah sich Tobias danach in Presseberichten verleumdet, die er auf Lehner zurückführt.

Die Vize Gouverneurin Agnes Magpale von Cebu City gilt als Ausländerhasserin, die am liebsten alle Ausländer einsperren ließe. Ein Fall wie der von Tobias Reuter kam ihr gerade recht und so wurde er, wie er berichtete, in den nächsten Jahren im Gefängnis von Cebu zu ihrem „Spielball“

Lesen Sie in der nächsten Folge mehr zu den Anklagepunkten und der Gerichtsverhandlung.

Bildnachweis:
  • Die Original-Knasttoilette.: Tobias Reuter (Unterliegt dem Urheberrecht,)

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Schlüsselwörter: Cebu City | NBI | Gerechtigkeit | Philippinen | Gefängnis
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