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Sonstiges: Tipps & Tricks

Betrügerische Abzocke bei Angehörigen Verstorbener

Die Methoden, trauende Angehörige übers Ohr zu hauen, werden immer dreister

Waren es bislang hauptsächlich wie Rechnungen für Traueranzeigen aufgemachte „Angebote“, die an die Hinterbliebenen von Verstorbenen geschickt wurden und von diesen für die Rechnung der Todesanzeige in der Zeitung gehalten und bezahlt wurden, so versuchen Betrüger nun an hohe Summen zu kommen, indem sie als Inkassobetrieb für Bestatter auftreten und den Angehörigen quasi auch noch eine „steuerfreie“ Barzahlung „anbieten“

Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Sie als Angehöriger eines Verstorbenen Post bekommen, die beispielsweise so aussieht, als sei es eine Rechnung der Zeitung für die Traueranzeige. Es dürfte sich dabei lediglich um ein dubioses Angebot handeln, in dem Ihnen die Schaltung der Traueranzeige auf einer Internetseite, in einem Jahrbuch oder an anderer Stelle angeboten wird. Wenn Sie das Ganze fälschlicherweise für die Zeitungsrechnung halten und den angegebenen Betrag bezahlen, besteht kaum Aussicht das Geld zurück zu bekommen. Es wurden auch schon Fälle bekannt, wo das Geld bezahlt wurde aber nie etwas erschienen ist. – Beachten Sie darum folgenden Hinweis: Da in der Regel die Todesanzeigen über die Bestattungsinstitute aufgegeben werden, erhalten Sie die Abrechnung über die Traueranzeige über die Gesamt- bzw. Endabrechnung Ihres Bestatters.

In der Regel werden in den Traueranzeigen auch Adressen der Verstorbenen und/oder die Adresse der Angehörigen als Trauerhaus angegeben. Das kann problematisch werden, wenn es sich um Anzeigen handelt, bei denen der Beerdigungstermin bekannt gegeben wird. In letzter Zeit gibt es verstärkt Berichte über Wohnungseinbrüche, die just zum Zeitpunkt der Beerdigung in den entsprechenden Trauerhäusern stattfinden. – Deshalb: Lassen Sie die Wohnung während der Beerdigung nicht unbeaufsichtigt. Bitten Sie eventuell Ihre Nachbarn ein Auge darauf zu haben.

Der Landesverband NRW im Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. warnte kürzlich vor einer ganz neuen Masche der Trickbetrüger. Demzufolge wurden mindestens zwei Fälle aus Essen bekannt, in denen den Angehörigen eines Verstorbenen zeitnah nach der Bestattung fingierte Bestattungskostenrechnungen zugesandt wurden. Absender war eine „Zentrale Vereinigung und Zusammenschluss der Beerdigungsunternehmen und Bestattungsinstitute e.V., Hauptsitz Düsseldorf“. Diese trat als Inkassobüro im Namen der „Bestatter des Vertrauens“ auf. Der Rechnungsbetrag belief sich in diesen Fällen auf 1.647,90 Euro. Das angegebene Konto existierte zwar, jedoch hatte der Kontoinhaber definitiv nichts mit diesen Betrügereien zu tun. Alternativ könne man das Geld auch in Bar per beigefügten Rückumschlag an eine Düsseldorfer Adresse schicken. Dann sei die Rechnung mit der Übersendung von 1.100,00 Euro abgegolten. – Lassen Sie sich von so etwas nicht verleiten! Das Geld wäre verschenkt, denn: Kein seriöses Bestattungsunternehmen würde Geld per Brief einfordern oder Ihnen die Rechnung über ein Inkassobüro zusenden. Die Bestattungsrechnungen erhalten Sie von jedem seriösen Institut direkt – oft sogar persönlich überreicht.

Sollten Sie einmal solch dubiose Angebote und/oder Aufforderungen erhalten, wenden Sie sich vertrauensvoll an das Bestattungsinstitut, bei welchem Sie die Bestattung in Auftrag gegeben haben. Dadurch besteht die Möglich über die Bestattungsverbände vor neuen Fällen der Trickbetrüger und Abzocker zu warnen und den dadurch verursachten Schaden gering zu halten. Eventuell kann auch eine Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft sinnvoll sein.

Wenn Sie keinen Bestatter kennen aber einen benötigen, können Sie über die Seite des Bundesverbandes Bestatter in Ihrem Ort suchen (http://www.bestat...nehmen.php). Hier haben Sie die Möglichkeit seriöse Unternehmen nach PLZ, Ort oder Namen zu finden.

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Schlüsselwörter: Betrug | Abzocke | Angebote | Rechnungen | fingierte Rechnungen | Betrüger | Trickbetrüger | Abzocker
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Kommentare

am 04.08.2008 23:44:35 (85.178.35.xxx) Link Kommentar melden
Kleiner Tip!
Sollten Sie Rechnungen erhalten, die Sie für den Verstorbenen bezahlen sollen, einfach zurückfragen:
Woher haben Sie die Information?
Woher haben Sie meine Anschrift?
Meist fehlt bei diesen Anfragern (Betrügern) eine nachvollziehbare Adresse, sowie namensgleiche Kontoverbindung.
Als Ankündigung eine Strafanzeige bezüglich Datenschutz verschreckt die Gauner und Sie haben Ruhe.
In diesem Sinne, Ihr Problemmanager
Alex Mais
am 12.09.2008 10:59:54 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Neue Masche der Trickbetrüger: Mahnungen für DNA-Analyse

Der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. warnte bereits am 27. August 2008 vor falschen Mahnungen über DNA-Analysen. Angehörige von männlichen Verstorbenen erhalten demnach in letzter Zeit solche Mahnungen einer Firma Dr. Engelhardt genetic research für die Durchführung einer DNA-Analyse.

Dies ist blanker Unsinn und zielt vermutlich nur darauf ab trauernden Angehörigen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ignorieren Sie diese Mahnungen und geben Sie diese an Ihren Bestatter weiter, damit gegebenenfalls auch Strafanzeige gestellt werden kann.
Hannelore Gewert
am 26.11.2008 21:27:43 (87.122.0.xxx) Link Kommentar melden
Meine Mutter hat mir erzählt, ihre Beerdigung bereits bezahlt zu haben, es wäre alles erledigt. Das Bestattungsinstitut nannte mir die Grabstelle und alle weiteren Details, behauptet jedoch, niemals Geld gesehen zu haben. Es gäbe keine schriftlichen Unterlagen, da meine Mutter ihre Töchter nicht beunruhigen wollte (angeblich). Das ist Blödsinn, im Gegenteil, sie hat uns genau erzählt, wie sie ihre Beerdigung haben möchte. Was kann ich tun? Es geht um 4.ooo Euro? Meine Mutter ist leider inzwischen an Alzheimer erkrankt, kann mir keine Auskunft mehr geben, das ist dem Bestattungsunternehmen leider bekannt. Wer kann mir in diesem Fall weiterhelfen?
am 27.11.2008 13:48:12 (85.178.40.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Hannelore Gewert
Das Bestattungsinstitut hat mit Ihrer Mutter einen Vertrag geschlossen. In diesem Vertrag sind kosten und modalitäten genau beziffert. Dieser Vertrag muss dem Beerdigungsinstitut vorliegen. Daraus können Sie alles ersehen. Ob mit oder ohne Musik, anonym oder nicht, Feuer oder nicht, eben alles. Wenn dieser Vertrag nicht von dem Beerdigungsinstitut vorgelegt werden kann/will, drohen Sie mit einer Feststellungsklage. Sie haben auch die Möglichkeit, den Vertrag aufzuheben, wenn (vermutlich durch Alzheimer) Betreuungsrecht greift. Ich kenne leider nicht Ihre Situation.
In diesem Sinne und viel Glück, Ihr Problemmanager
Alex Mais
am 27.11.2008 16:05:15 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Frau Gewert,

Bestattungs-Vorsorgeverträge sind heute durchaus eine gängige Praxis. Ein Bestattungsinstitut kann einen solchen Vorsorgevertrag nur erfüllen, wenn auch deren finanzielle Deckung gesichert ist. Dies kann über eine bestehende oder neue Lebensversicherung geschehen, bei der das Bezugsrecht unwiderruflich an das Bestattungsinstitut abgetreten wurde oder eben durch Einzahlung des Betrages.

Wenn der Betrag vom Kunden (im genannnten Fall von Ihrer Mutter) eingezahlt wird, sollte dies auf ein Treuhandkonto geschehen. Dazu gibt es die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG.

Ein seriöses Bestattungsinstitut, das einen Vorsorgevertrag abgeschlossen hat, wird in jedem Fall dem Kunden eine vollständige Vertragskopie aushändigen, sowie bei Einzahlung des Betrages auch eine entsprechende Treuhand-Vertragskopie (dazu ist ein separater Vertrag erforderlich) sowie die von der Treuhand ausgefertigte Treuhand-Police. Wir selbst lassen das Geld von unseren Vorsorgekunden in solchen Fällen immer direkt an die Treuhand überweisen - so dass es erst gar nicht über uns läuft.

Sie könnten sich in Ihrem Problemfall einmal mit dem Bundesverband Deutscher Bestatter in Verbindung setzen, der auch Mitinitiator der Treuhand ist. Beides erreichen Sie per Email über die Adresse des BDB: www.bestatter.de

Hoffe, Ihnen ein wenig weitergeholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Axel Ertelt, Fachgeprüfter Bestatter
Alex Mais
am 27.11.2008 16:12:31 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Problemmanager,

das mit der Vertragsaufhebung ist nicht so ohne weiteres möglich bzw. einfach, da es ja auch den Sinn und Zweck eines solchen Vertrages widerspäche.

Solange der Vertragsschließende mündig ist, ist der Vertrag rechtsgültig und enthält auch in der Regel eine "testamnentarische" und eigenhändig geschriebene Klausel, das es sich hier um den testamentarischen, persönlichen Willen handelt. Die Verträge können zusätzlich bei der Anwalts- und Notarskammer eingetragen sein. Dies macht eine Aufhebung Dritter unmöglich - selbst, wenn der Vertragsschließende unmündig wird und einen gerichtlich bestellten Betreuer hat.

Es müsste zumindest auf dem Rechtsweg angefochten werden, jedoch in der Regel mit ganz wenig Aussicht auf Erfolg...
Hannelore Gewert
am 27.11.2008 16:19:53 (87.122.13.xxx) Link Kommentar melden
An den Problemmanger

Danke für die Auskunft. Leider bin ich etwas unsicher, das Bestattungsunternehmen wimmelt mich ab, verspricht, Unterlagen zu sichten und mich anzurufen, reagiert aber in keinster Weise. Es werden mir alle möglichen Ausreden aufgetischt und ich bin total sauer. Kann ich mit solch einer Feststellungsklage drohen, auch wenn ich keinerlei schriftliche Beweise habe? Es gibt nur die Aussage meiner Mutter, ansonsten habe ich nichts in der Hand, die Aussage meiner Mutter haben nur meine Schwester und meine Söhne gehört.Das Bestattungsunternehmen sagt, selbst wenn es einen Vertrag gäbe, bedeutet das nicht, das meine Mutter gezahlt hat. Inzwischen befürchte ich, das Unternehmen hat alle Unterlagen vernichtet.
am 27.11.2008 22:00:40 (85.179.35.xxx) Link Kommentar melden
Hallo Hannelore Gewert
Wie Sie geschrieben haben, hat Ihnen das Beerdigungsinstitut bereits Einzelheiten aus dem Vertrag genannt. D. h., dass ein Vertrag bestehen muss. Für Sie fraglich, was für ein Vertrag besteht? Das Beerdigungsinstitut ist hier verpflichtet, Ihnen hierüber SCHRIFTLICH und BEWEISLICH Vertragsbestätigungen zukommen zu lassen, zumal hier aufgrund einer Demenz oder anderen Krankheit, die betreuungsrelevant ist, leidet und auf fremde Hilfe bei Geschäftsbesorgung braucht. Weisen Sie darauf hin, da Sie ansonsten Feststellungsklage bzw. Auskunftsklage erheben. Drohen kann man immer damit, ich vermute, dass sich das Beerdigungsinstitut bei solch einer Androhung bewegen wird, da sonst Gerichtskosten auf die zukommt, den Prozess gewinnen Sie allemal, wenn die etwas mit Ihrer Mutter damals abgeschlossen haben. Aber UNBEDINGT darauf achten, alles schriftlich, auch Telefonate schriftlich bestätigen lassen, das gesprochenen Wort ist bei Gegenbehauptung nichts wert, Papier schon.
In diesem Sinne Ihr Problemmanager

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