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Sonstiges: Kultur & Religion

Der Prinz der zum Buddha wurde I

Eine kurze Nacherzählung von Wilfried Stevens

Buddha-Abbild
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Bitte beachten: Jeder Autor steckt Herzblut und Zeit in solchen Texten. Daher bitte ich jeden, bei jeder Verwendung der Texte in ihrer Webseite, Portal, Zeitung oder bei Ausdrucken, diese nur vollständig und immer mit Copyright einzufügen: Copyright/Autor: Wilfried Stevens, Düsseldorf Das wäre fair und führt zu keinen Ärgernissen. Herzlichen Dank!

Diese Nacherzählung ist auch zum Vorlesen für Kinder geeignet.

Vorwort Die erste biographische Erzählung von Buddhas Leben hieß Die Taten Buddhas und soll von dem indischen Dichter Ashvagosha zwischen dem 1. und 2. Jahrhundert geschrieben worden sein.

Solche Erzählungen sind nicht mit wissenschaftlichen Studien zu verwechseln, sondern dienen eher dazu, da Leben Buddhas einfach in einer Nacherzählung darzustellen. Es folgten weitere Erzählungen mit mehr oder weniger guten oder umfangreichen Ausschmückungen, so dass ich dieser Tradition folge, und auch meine Version der Nacherzählung hier niederschreibe.

Der Lebensweg Buddhas - das Leben als Prinz

Vor etwa 2500 Jahren gab es im Norden Indiens ein kleines Fürstentum, das Kapilavastu hieß und nahe des ewig schneebedeckten Himalaya lag. Es wurde von dem weisen und gerechten Fürsten Shuddhodana Gautama des Shakya-Stammes regiert. Seine Gemahlin war die wunderschöne Fürstin Maya, die ebenso gütig und weise war wie ihr Gemahl.

In einer klaren Vollmondnacht hatte die Fürstin einen seltsamen Traum: Sie träumte wie ein kleiner weißer Elefant durch ihre rechte Seite in ihren Leib hineinging. Doch noch seltsamer war sein Aussehen, denn er hatte statt zwei gleich sechs Stoßzähne und sein Kopf war nicht weiß wie sein restlicher Körper sondern rot. Als die Fürstin wieder aufwachte, eilte sie zu ihrem Gemahl, den Fürsten Shuddhodana, und erzählte ihm den seltsamen Traum. Daraufhin ließ der Fürst einen allwissenden Astrologen herbeirufen, der diesen seltsamen Traum deuten sollte.

Der Astrologe kam zu der Überzeugung, dass dieser Traum ein gutes Vorzeichen für eine kommende glückliche Geburt wäre. Es werde ein gesunder Sohn geboren, dem zwei Lebenswege offen stehen: der Weg des vollkommenen Fürsten oder der Weg des weisesten aller Weisen, wobei sein Weg immer friedliebend und gerecht sein würde. Der Fürst und die Fürstin waren glücklich über die Aussagen des Astrologen, waren sie doch fest davon überzeugt, dass ihr Sohn der vollkommenste Fürst aller Fürsten werden würde.

Fast zehn Monate vergingen, da begab sich Fürstin Maya an einem Vollmondtag im Mai in den Garten von Lumbini. Im Garten angekommen, hörte sie wunderschönen Gesang und roch den lieblichsten Duft von Blumen. Die Fürstin wunderte sich über die Frische der Bäume mit ihren saftigen Blüten und keiner Spur von Alter. An einem besonders schönen und großen Baum blieb sie stehen. Seine Zweige sahen so aus, als wollten sie die Fürstin begrüßen. Neugierig streckte die Fürstin den Zweigen ihre Arme entgegen, und in diesem Augenblick gebar sie ihren Sohn aus der rechten Körperseite heraus, ohne das sie ein Schmerz verspürte. Auch fiel der Neugeborene nicht auf die Erde, sondern wurde durch göttliche Kraft aufgefangen. Kaum war der Jüngling geboren, stand er mit eigener Kraft auf, da machte er 7 Schritte in jede Himmelsrichtung. Dies symbolisierte, dass er Macht über die ganze Welt hatte.

Freudig eilte die Fürstin zurück zum Palast, um ihren Gemahl von der glücklichen Geburt und der wundersamen Begabung ihres Sohnes zu berichten. Als sie mit ihrem Sohn im Palast eintraf, untersuchten die Hohenpriester der Brahmanen, die auch hellseherische Fähigkeiten hatten, den Neugeborenen und fanden an seinem Körper 32 Zeichen, die den Beweis ergaben, dass der Sohn des Fürstenpaares ein Auserwählter der Götter war. Als der Fürst an den Handflächen und Fußsohlen die Abdrücke erblickte, sah er mit Erstaunen das Chakra, das Rad der Lehre. Nun war auch er davon überzeugt, das sein Sohn ein Auserwählter war.

Die Eltern gaben ihren Sohn den Namen Siddhartha, was Der das Ziel erreicht hat bedeutet.

Und auch im ganzen Fürstenhof und im Fürstentum war man glücklich, dass Prinz Siddhartha bald der Herrscher der Welt sein würde. Freudig wurde ein großes Volksfest im ganzen Fürstentum abgehalten und alle waren glücklich über die Geburt des Prinzen.

Nach sieben Tagen herrschte jedoch wieder große Trauer im ganzen Fürstentum, denn die Mutter des Prinzen, Fürstin Maya, verstarb plötzlich. Es herrschte große Trauer am Fürstenhof, und es ist dem jungen, immer lächelnden Prinzen zu verdanken, dass der Fürst nicht in tiefste Trauer verfiel. Mahapajapati, die Schwester der verstorbenen Königin, übernahm die Fürsorge für den jungen Prinzen.

Nach einigen Tagen besuchte der alte Weise Asita den Königspalast, da er von der wundersamen Geburt und der Deutung der Astrologen gehört hatte. Als er den kleinen Prinz sah, erkannte er sofort, dass dieses Kind ein großer Lehrmeister werden würde. Da fing er an zu weinen, und der König fragte ihm, warum er den weine. Darauf antwortete Asita, das er es bedaure, nicht mehr lange genug leben zu können, um die Lehren dieses Kindes hören zu können. Als König Shuddhodana dies hörte, wurde er nachdenklich. Denn er wollte einen Sohn, der die Kriegskünste und Regierungsgeschicke lernte, und nicht als weiser Mann lehrte.

Es vergingen sieben Jahre in denen der Prinz er von seiner Tante aufgezogen wurde, die ihm die fehlende Mutter ersetzte. Als er das siebte Lebensalter erreichte, unterwiesen ihn Hohenpriester und Lehrer in den verschiedensten Künsten, die jeder Prinz erlernen musste. Prinz Siddharta war ein sehr gelehriger Schüler, und er verblüffte immer wieder seine Lehrer, wie leicht er Sprachen, die Mathematik und sogar die Astrologie erlernte. Aber am meisten beeindruckte er seine Lehrer damit, das er immer wieder alles genau und nachdenklich hinterfragte. Auch war er der begabteste Schüler in der Musik, im Schachspielen und Tanz. Selbst in den Kampfkünsten, die jeder Prinz beherrschen musste, gehörte er bald zu den besten Kriegern seines Alters. So war der junge Prinz schon früh in der Lage, seinen Vater bei seinen fürstlichen Pflichten weise zu unterstützen.

Als der Prinz das sechzehnte Lebensjahr erreichte, nahm ihn der Fürst in der Erntezeit mit, um ihm den Brauch des ersten Pflügens zu zeigen. Denn es war Brauch im Land, dass der Fürst als erster eine Furche in einem Acker zog, um auch eine gute Ernte zu begünstigen. Der junge Prinz beobachte seinen Vater und anschließend die Bauern und Ochsen, wie sie mit viel Mühe und Schweiß die Furchen zogen. Dabei sah er auch, wie der eiserne Pflug junge Pflanzen, Wurzeln und auch kleine Tiere zerriss, was ihm nicht gefiel. Dann beobachtete er wie eine Eidechse eine Ameise verschlang, doch die Eidechse dann von einer Schlange verspeist wurde, als dann ein Geier aus den Lüften heraus die Schlange packte und zu seinem Nest trug.

Nun wurde Prinz Siddhartha sehr bekümmert, kannte er doch bisher nur das einfache Leben am Fürstenhof. Nun fragte er sich, warum die Bauern so mühsam arbeiten und die Tiere so viel Qual erleiden mussten. Er bekam Mitleid mit den hart arbeitenden Bauern und den getöteten Tieren. Dem Fürsten entging nicht die Trauer und Nachdenklichkeit im Gesicht seines Sohnes, und er dachte mit Sorge an die Prophezeiung der Hohenpriester, dass sein Sohn den Weg des Weisen gehen und nicht den Thron begehren würde, um die Fragen des Lebens zu lösen. Um seinem Sohn jegliche Nachdenklichkeit zu nehmen, verwöhnte er ihn mit Prunk und Luxus, ließ nur die hübschesten Diener und Dienerinnen in seine Nähe, und ließ den Garten in voller Pracht gestalten. Nichts sollte ihn dazu bringen, sich etwas anderes zu wünschen, als die ganze Pracht und das sorgenlose Leben eines Fürstensohnes.

Der Fürst dachte sich, das sein Sohn mit 16 Jahren alt genug wäre, um heiraten zu können. Eine hübsche Frau an seiner Seite und weitere Aufgaben am Fürstenhof würden ihn dann ablenken. So geschah es, und es wurden die hübschesten Mädchen des Fürstentums zu einem staatlichen Fest am Fürstenhof eingeladen. Am Anfang des Festes, so war die Sitte, mussten alle festlich geschmückte Mädchen dem Prinzen ein Geschenk überreichen. Der Fürst beobachtete seinen Sohn sorgfältig, und es schien zunächst, dass ihm kein Mädchen zusagte. Es tanzten hübsche Tänzerinnen und es wurde ein großes Festmahl aufgefahren, um die vielen Gäste zu bewirten. Nach einiger Zeit erschien die letzte Bewerberin vor dem Prinzen, das Mädchen hieß Yasodhara - in einer anderen Version u.a. auch Prinzessin Bimbadevi.

Yasodhara war wohl das hübscheste Mädchen von allen, ihre Augen waren wie Lotosblumen, ihre dunklen Haare glänzten wie Seide, ihr Gesicht sanftmütig und freudig und ihr Körper war wohlgeformt. Der junge Prinz war von der Erscheinung und Schönheit Yasodharas so sehr beeindruckt, das er beschloss sie zur Frau zu nehmen.

Doch war es Sitte, dass sich der Prinz und künftige Fürst vor den Augen der Eltern von Yasodhara und seinem Vater als Prinz und späterer Fürst würdig erweisen musste. Schließlich gehörte Siddhartha der Kriegerkaste an. So musste sich der Prinz mit anderen jungen Prinzen in verschiedenen sportlichen Prüfungen messen, die jedoch von ihm alle gemeistert wurden. Zuletzt bestand die letzte schwierige Aufgabe darin, mit dem heiligen Bogen der Vorväter einen Pfeil zu verschießen. Dieser Bogen war sehr schwer und seine Sehne stark. Keinem gelang es den Bogen zu heben oder zu spannen. Nur Siddharta gelang es den Bogen zu heben, zu spannen und einen Pfeil zu verschießen. Er wurde Sieger des Wettkampfes und konnte Yasodhara heiraten.

Hier erfährt man etwas über die Geschehnisse, die den jungen Prinzen sehr veränderten. Das junge Ehepaar verbrachte viele glückliche Jahre im Fürstenpalast und nichts schien das endlose Glück zu beenden. Sie lebten ausgelassen und glücklich, und der Fürst freute sich, dass nun sein Sohn ohne Sorge sein würdiger Nachfolger werden konnte. Im neunundzwanzigsten Lebensjahr, als Siddhartha 13 Jahre verheiratet war, gebar seine Frau ihm einen gesunden Sohn, den sie Rahula nannten. Als der Fürst seinen Enkel in den Händen hielt, hatte er keine Sorge mehr darüber, dass sein Sohn auf den Thron verzichten würde, und das die Prophezeiung in Erfüllung ging.

Der Fürst ließ seinen Sohn, seine Schwiegertochter und seinen Enkel mit allen Freuden und Schönheiten verwöhnen, die sich ein Fürst leisten konnte, damit seinem Sohn alle Gedanken und Sorgen genommen werden sollten, nochmals über die Schattenseiten des Lebens nachzudenken. So sah er nur die Unvergänglichkeit immer junger Tänzerinnen und Dienerschaft, die Schönheit und Pracht immer blühender Gärten und nur Reichtum und Glanz.

Als der Prinz das Leben der einfachen Leuten sah

Doch eines Tages wollte der Prinz ausreiten, um in die Stadt zu fahren. So ließ er einen Wagen von seinem Diener Chandan anspannen, und gemeinsam verließen sie den Fürstenhof aus dem Osttor in Richtung Stadt. Als sie an eine mit Bäumen gesäumte Straße kamen, sah Siddhartha einen alten Mann, der mit einem Stock gestützt, langsam die Straße entlang ging.

Erstaunt fragte er seinen Diener: Sag mir, mein treuer Diener Chandan, warum sind die Schritte des Mannes so schwer, warum geht er gebückt, hat graues Haar und eine faltige Haut?

Mein Herr, antwortete der Diener Chandan, dieser Mann ist schon alt, seine Kräfte schwanken und er dürfte nur noch wenige Zeit zu leben haben.

Erschrocken fragte Siddhartha: Wird jeder alt, bekommt graues Haar und Falten am ganzen Körper, um seinen zukünftigen Tod zu erwarten?

Chandan wurde traurig, wollte er doch seinen Herrn nicht belügen: Ja, mein Herr, jeder Mensch und jedes Lebewesen auf dieser Welt altert und stirbt zum Schluss.

Der Prinz war so betrübt, dass er dem Diener befahl sofort in den Palast zurückzukehren. Im Palast angekommen, dachte er lange über diese Begegnung und die Aussagen des Dieners nach.

Wenige Tage später fuhr er wieder mit seinem Diener hinaus, da er endlich die Stadt besuchen wollte. Wieder kamen sie an der mit Bäumen gesäumte Straße vorbei, und er ließ den Wagen stoppen, als er einen stark abgemagerten Mann erblickte, der schwer atmend und zitternd auf dem Boden lag.

Was ist mit dem Mann geschehen und warum liegt er so kraftlos und ängstlich am Boden?, fragte er seinen Diener Chandan.

Mein Herr, antwortete Chandan, dieser arme Mann ist schwer krank, und sein Zustand scheint so schlecht zu sein, dass er bald vom Tod erlöst wird.

Sag mir Chandan, fragte der Prinz, könnte ich auch so krank werden, dass ich schmerzverzerrt und ängstlich auf den Tod warten müsste?

Ja mein Herr, weder der Tod noch die Krankheit machen halt vor einem Prinzen, denn jeder Mensch ist den gleichen Gesetzen der Natur unterworfen. antworte Chandan.

Der Prinz wurde noch betrübter, als er den alten Mann sah und wortlos gab er seinem Diener das Zeichen, sofort zurückzukehren.

Wieder dauerte es nur wenige Tage, als der Prinz den Wunsch abermals verspürte hinauszufahren. Doch diesmal wollte er nicht mehr über die mit Bäumen gesäumte Straße fahren, und so verließ er mit seinem Diener den Fürstenpalast durch das westliche Tor.

Noch vor der Stadt trafen sie auf eine Trauergemeinde, wo vier Männer auf einer Bahre einen Verstorbenen trugen, die von vielen weinenden Verwandten und Freunden begleitet wurden. Bisher hatte der Prinz noch keinen Toten gesehen und fragte deshalb seinen Diener, wer denn der Mann auf der Bahre sei, der seine Augen geschlossen hielt und ein farbloses Gesicht hatte. Als der Diener erwiderte, dass dies ein Toter sei, der von seinen Verwandten und Freunden zum Scheiterhaufen gebracht und dann verbrannt würde, wurde der Prinz traurig.

Sag mir Chandan, werde auch ich einmal sterben und mein Körper auch verbrannt werden?

Ja mein Herr, der Tod macht keinen Unterschied ob reich oder arm, ob Fürst oder Bettler, ob geliebt oder gehasst, jeder wird eines Tages sterben!, antwortete der Diener Chandan.

Die erste Begegnung mit einem Mönch

Nachdenklich machte sich Siddhartha mit seinem Diener langsam auf den Rückweg, als sie vor dem Palast einen Mann trafen, der einen gelben Umhang trug und dessen Haare und Bart rasiert waren. In seiner Hand trug er eine Schale, worin er die Almosen sammelte. Siddhartha konnte nur noch diesen Mann betrachten und war beeindruckt, dass dieser Mann, der anscheinend nur von Almosen lebte, so ein ruhiges, glückliches und friedvolles Gesicht machte.

Solch einen Mann habe ich noch nie gesehen, Chandan. Wer mag dieser Mann im einfachen Gewand wohl sein?

Dies, mein Herr, ist ein Sadhu, ein umherziehender Weiser, der voller Geduld und Friedfertigkeit durch das Land wandert, und bei seiner Wanderung nach dem Sinn des Lebens sucht. Er hat seine Bedürfnisse abgelegt und würde es nie wagen einem Lebewesen Leid zuzufügen, erklärte es Chandan dem Prinzen.

Siddhartha war von der Erklärung seines Dieners sehr beeindruckt. Als beide in den Palast zurückkehrten, wurde ihm übel von dem ganzen Glanz, Luxus und Überfluss im Palast, und er dachte über sein bisheriges Leben nach, das er viel mit verschwenderischem Nichtstun verbrachte. Er dachte bis tief in die Nacht über sein Leben nach und dachte auch an den zufriedenen Bettelmönch, der den Sinn des Lebens suchte.

Lesen Sie auch den 2.Teil - Der Prinz der zum Buddha wurde II

Bildnachweis:
  • Buddha-Abbild: Copyright: Wat Pah Analayo

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Schlüsselwörter: Buddha | Gautama Buddha | Siddhartha | Buddhismus | Mönchstum
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