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Bei boomender Feuerbestattung werden Beisetzungsarten immer skurriler

Vor Kurzem eröffnete der erste Weinberg-Friedhof in Bayern

Urnenauswahl beim Bestatter.
Urnenauswahl beim Bestatter.
In Nordheim am Main, in der fränkischen Mainschleife in Unterfranken, hat vor kurzem der erste FriedWeinberg Bayerns eröffnet. Dazu wurden knapp 200 Rebstöcke frisch angepflanzt. Am Sonntag, dem 2. Dezember 2018 wurde dieser im Landkreis Kitzingen liegende Friedhof ökumenisch eingeweiht.

Die Feuerbestattung macht es möglich

Die Feuerbestattung, bei der der Leichnam eingeäschert wird, hat in Deutschland einige vorher nicht mögliche Beisetzungsarten möglich gemacht. Das fing mit den Waldbestattungen an. Dazu gründeten sich vor allem zwei Gesellschaften, die FriedWald und die RuheForst Bestattungen. Bei den Friedwäldern und Ruheforsten handelt es sich um ausgewiesene Waldstücke, die streng genommen nun einen Friedhof darstellen.

Das muss so sein, denn in Deutschland herrscht Bestattungszwang auf einem Friedhof. In unseren Nachbarländern sieht das oft ganz anders aus. Da können die Angehörigen frei über die Urne verfügen. Das hat viele ungewöhnliche Beisetzungsarten nach sich gezogen. Darunter das Verstreuen der Asche aus einem Flugzeug, von einem Berg, in einen Bergbach oder See und vieles mehr.

Wenn ein Diamant beerdigt werden muss

In der Schweiz gibt es eine Firma, Die aus der Totenasche einen Diamanten presst. Ein solcher Diamant hat weder mit der Asche noch mit dem Toten etwas gemein, außer, dass dieser den „Rohstoff“ lieferte. Man könnte ihn in ein Schmuckstück einarbeiten lassen und an einer Kette um den Hals tragen. Das ist soweit alles ganz legal, auch für Deutsche. Die Asche kann in die Schweiz überführt werden und unterliegt dann dem Schweizer Recht, dass dies zulässt. Problematisch wird es allerdings, wenn dieser Diamant nach Deutschland eingeführt wird. Hier in Deutschland unterliegt er streng genommen dem Bestattungszwang. Damit müsste der Diamant auf einem Friedhof beerdigt werden.

Acht Urnen um einen Rebstock

Insgesamt sind es 186 Rebstöcke, die nun im Nordheimer FriedWeinberg stehen. Jeweils acht Urnen können darum beigesetzt werden – also insgesamt 1.488 Stück. Angenommen werden nicht nur Nordheimer Bürger, sondern auch Menschen aus anderen Orten können sich hier für die Sondergebühr von 250 Euro beisetzen lassen. Von diesem innovativen Friedhof aus hat man einen schönen Ausblick auf die Vogelsburg und die Hänge der Mainschleife.

Bereits 30 Anfragen und drei Urnen, die schon beim Bestatter lagerten, waren bei der Planung vorhanden. Nordheims Bürgermeister meinte dazu, dass viele Bürger eine Waldbestattung ins Auge gefasst hätten und bevor diese abwanderten hätte man lieber eine Alternative im Ort geschaffen. 170.000 Euro hat sich die Gemeinde den FriedWeinberg kosten lassen.

Bildnachweis:
  • Urnenauswahl beim Bestatter.: Foto: Axel Ertelt (Unterliegt dem deutschen Urheberrecht.)

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Schlüsselwörter: Bestattungen | Urnenbeisetzungen | Friedhof | Weinberg | Rebstock
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