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Discounter will Sozialkaufhaus platt machen

Discounter Lidl vs. Sozialkaufhaus Werkhof

Das Sozialkaufhaus Werkhof in Halver.
Das Sozialkaufhaus Werkhof in Halver.
In der knapp 17.000 Einwohner zählenden sauerländischen Kleinstadt Halver ist jetzt eine große Debatte um den Discounter Lidl entbrannt. Dieser möchte nun innerhalb der Stadt seinen Standort wechseln und in die Innenstadt, in die Nähe eines derzeit neu entstehenden Einkaufzentrums, umziehen. Für einen neuen Standort im neuen Einkaufszentrum hat Lidl seine Chance vertan. Dort befinden sich demnächst die Lidl-Konkurrenten Aldi und Kaufland, wobei Kaufland ebenso wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört.

Der Discounter Lidl?

Lidl ist ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe. Aktuell hat Lidl mehr als 10.200 Filialen in 28 Ländern. Damit ist der Discounter nach der Anzahl der Filialen der größte Discounter-Konzern weltweit. Die Schwarz-Gruppe ist zudem der größte Handelskonzern Europas und der viertgrößte der Welt. Im Ranking der 500 größten Familienunternehmen der Zeitschrift Wirtschaftsblatt nahm die Schwarz-Gruppe 2013 den ersten Platz ein.

Nach im August 2017 veröffentlichten Meldungen ist Lidl-Gründer Dieter Schwarz Berechnungen des Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ mit einem Vermögen von 37 Milliarden Euro der reichste Deutsche.

Zur Schwarz-Gruppe gehört auch der Discounter Kaufland, der in Kürze im neuen Einkaufszentrum seine erste Filiale in Halver eröffnet. Kaufland und Lidl sollen überwiegend das gleiche Angebot an Waren anbieten.

Sozialkaufhaus soll weichen

Der einzige Platz an dem Lidl neu bauen könnte ist heute von dem weit über die Grenzen Halvers bekannten und beliebten Sozialkaufhaus Werkhof belegt. Einen Ausweichstandort für das Sozialkaufhaus in Halver gäbe es nach ersten Einschätzungen nicht. So müsste das Sozialkaufhaus dem profitorientierten Discounter ersatzlos weichen und abgerissen werden.

Kommt es dazu, geht für viele Menschen, vor allem auch für die sozialschwachen wie Hartz-IV-Empfänger oder die von Alters- und Kinderarmut betroffenen Bürger, von denen es bereits Millionen gibt (Tendenz steigend) die unter Umständen einzige Einkaufsmöglichkeit verloren. Und dies nicht nur für die Menschen in Halver, sondern auch aus dem gesamten Umland bis hin nach Attendorn und weiter. Selbst aus St. Goar kauft eine Frau dort ein, wenn sie auf Verwandtenbesuch in Halver ist.

Die Devise des Werkhofes ist „wieder verwenden statt wegwerfen“. Und so bietet der Werkhof vor allem gebrauchte Sachen an, die beispielsweise aus Haushaltsauflösungen stammen. Dazu zählen neben Haushaltswaren, Kleidung und Büchern vor allem auch Möbel. Diese werden von den rund 50 Werkhofmitarbeitern, die dann auch ihren Job verlieren würden, abgeholt. Die Möbel werden aufgearbeitet, ausgestellt und zu Schnäppchenpreisen angeboten. Nach einer festgelegten Zeit wird der Preis drastisch reduziert, wenn das Möbelstück nicht verkauft wurde. Und nach einer weiteren Zeitspanne wird der Preis auf einen Euro herabgesetzt.

Die Abrissgenehmigung wurde Lidl bereits erteilt Bereits im vergangenen Jahr beantragte der Discounter Lidl für den Werkhof eine Abrissgenehmigung. Nachdem diese nicht innerhalb der vorgeschriebenen drei Monate entschieden und erteilt wurde verklagte der profitorientierte Discounter den Kreis. Inzwischen wurde Lidl die Abrissgenehmigung erteilt. Und dies, obwohl Lidl weder das Gebäude noch das Grundstück bisher überhaupt gehören. Bekannt wurde dabei, dass offenbar jeder den Abriss eines x-beliebigen Gebäudes beantragen kann, selbst dann, wenn es ihm gar nicht gehört. Ein Unding, was in diesem deutschen Staat so alles möglich ist…

Wie die Lokalzeitung am 23. August 2017 berichtete, hat die Stadt Halver, die übrigens bisher strikt gegen die Lidl-Ansiedlung am Werkhof-Standort war, sowie der Märkische Kreis eine Schlappe erlitten. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat keine Bedenken gegen die Ansiedlung Lids am dortigen Standort und hat nun in erster Instanz den Märkischen Kreis aufgefordert die Bauvoranfrage von Lidl positiv zu entscheiden. Damit dies überhaupt geschehen kann müsste allerdings das Einverständnis der Stadt Halver vorliegen.

Kann es sein, dass einer Stadt etwas von einem profitorientierten Discounter per Gericht aufgezwungen werden kann? Das ist doch wohl in einem demokratischen Staat ein absoluter Witz – oder was?

Petition gegen den Discounter

Die letzte Meldung brachte nun die Halveraner Bürger und Werkhofkunden, auch aus dem Umland, auf die Palme. Eine Petition gegen den Discounter wurde ins Leben gerufen und auf openpetition.de online gestellt. Diese kann von jedem, der für den Erhalt des Sozialkaufhauses ist, hier mitgezeichnet werden.

Die Information dazu auf in verschiedenen lokalen Groppen auf Facebook brachte eine ungeahnte Fülle an Protesten gegen Lidl hervor. Der Link auf Facebook auf die Petition brachte anfangs Mitzeichnungen fast im Minutentrakt. Aus vielen Teilen Deutschlands kamen die Mitzeichner bereits.

Die Petition und die große Resonanz auf Facebook veranlasste auch die Lokalzeitung heute in einem großen Artikel darüber zu berichten.

Wir dürfen gespannt sein, wie die Sache ausgeht…

Bildnachweis:
  • Das Sozialkaufhaus Werkhof in Halver.: Foto: Axel Ertelt (Unterliegt dem Deutschen Urheberrecht.)

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Schlüsselwörter: Schwarz-Gruppe | Einkaufszentrum | Halver | Wiederverwertung | Haushaltsauflösungen
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