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Astrologische Kind-Eltern-Konstellationen, eine statistische Betrachtung

Meine Frau ist fasziniert von allem Astrologischen. Sie kauft sich hin und wieder Zeitschriften, weiß eine Vielzahl merkwürdiger Dinge und glaubt bisweilen sogar an einige Vorgaben. Ich habe keine Ahnung von Astrologie, weiß so gut wie nichts und glaube an gar nichts. Unsere häuslichen Gespräche sind folglich zu solchen Themen sehr verhalten und gedämpft, eher ganz stumm. Eines Tages behauptete sie sogar: Charakter und allgemeine Eigenschaften des Verhaltens von Kindern seien durch astrologische Konstellationen der Geburtsdaten von Kindern zu denen ihrer Eltern beeinflußt. Das wurde mir dann aber doch zu viel, und ich mußte ihr das mathematisch statistisch zwingend widerlegen.

Elternbefragungen

Ich habe zufällig ausgewählte Eltern über die seit Geburt erkennbar bestehenden Charakter- und Verhaltenseigenschaften ihrer Kinder befragt. Ganz allgemein: ist Ihr Kind eher der Mutter oder eher dem Vater ähnlich? Dabei ging es um 2- bis 6jährige Kinder. Bei ihnen sind die angeborenen (endogenen, genuinen) Eigenschaften noch nicht gravierend durch äußere Einflüsse verfestigt geformt. Jegliche Vorreden zu Zweck und Hintergrund der erwünschten Elternauskunft hatte ich bewußt unterlassen. Damit waren Voreingenommenheiten und wunschgeleitete Falsch-Antworten von vornherein ausgeschaltet. Alle befragten Eltern zeigten sich überraschenderweise sehr aufgeschlossen und nach Abgabe ihrer Antwort interessiert neugierig.

Methode

Von 720 Kindern und ebenso von deren beiden Elternteilen wurde das Geburtsdatum erfaßt, nur der Kalendertag und sonst weiter nichts. Da annährend gleich viele Mädchen und Knaben einbezogen waren, hatte das Geschlecht keinen Einfluß auf das Ergebnis.

Bei 677 Kindern hatten sich die Eltern festgelegt: 49,78 % am ehesten Mutter und 50,22 % am ehesten Vater. Eine Geschlechtswendigkeit der Kinder bestand somit ebenfalls nicht. Die Nennung der Elternteile war gleichverteilt. Bei 43 Kindern konnten sich die Eltern allerdings nicht festlegen und äußerten: weder Mutter noch Vater, ihr Kind habe von beiden Eltern gleich viele erkennbare Eigenschaften.

Ergebnisse

Die Auswertungen ergaben überraschende, aber mathematisch hochsignifikant gesicherte Ergebnisse.

Gruppe 1:

65,44 Prozent aller Kinder seien dem astrologisch näher stehenden Elternteil in Charakter und Verhaltensweisen ähnlich. Astrologisch näher heißt, gemessen als Abstand in Tagen zwischen Kind-Geburtstag und Eltern-Geburtstag. Der durchschnittliche Abstand der Geburtstage zwischen Kind und dem ähnlicheren Elternteil betrug lediglich 52,90 Tage. Der Tagesabstand zwischen Kind und dem nicht ähnlicheren Elternteil jedoch 121,08 Tage. Das ist kaum zu verstehen, echt verrückt, aber es ist nun mal so.

Gruppe 2:

34,56 Prozent aller Kinder seien dem astrologisch entfernderen Elternteil in Charakter und Verhalten weitgehend ähnlich; wieder errechnet als Abstand in Tagen zwischen Kind-Geburtstag und Eltern-Geburtstag. Hier beträgt der Abstand Kind zum ähnlicheren Elternteil 123,79 Tage und zum nicht ähnlicheren Elternteil nur 62,29 Tage. Auch diese Feststellung ist ziemlich irre, jedoch objektiv wahr.

Gruppe 3:

Die Geburtsdaten der 43 Kinder, zu denen sich die Eltern weder "mehr Mutter" noch "mehr Vater" äußerten, lagen a) annähernd gleichweit entfernt zu den Geburtsdaten beider Elternteile oder b) die elterlichen Geburtsdaten lagen sehr dicht zusammen. Die dicht zusammenliegenden Geburtstage beider Elternteile sind tatsächlich bestätigt worden: Abstände der Geburtstage zwischen beiden Eltern: Gruppe 1 = 68,18 Tage und Gruppe 2 = 61,50 Tage, aber in der Gruppe 3 auffallend bloß 36,60 Tage. Somit bestand eine mathematisch gesicherte Verschiedenheit der Gruppen 1 und 2 gegenüber der Gruppe 3. Daher haben sich diese Eltern wegen der Dichtheit ihrer Geburtstage nicht klar als "mehr Mutter" oder "mehr Vater" über ihre Kinder äußern können. Schwer vorstellbar, daß die familiären Dinge unseres realistischen Alltagsleben so vorgegeben sein sollen, aber offenbar doch und echt verwunderlich.

Deutung

Das kann ich gar nicht. Das statistische Ausgangsmaterial ist sauber erhoben, wenngleich es bei jeder derartigen Untersuchung grundsätzlich Erhebungsfehler gibt. Nur, Falschantworten, sowohl "mehr Mutter", als auch "mehr Vater", dürften sich hier summarisch gegeneinander aufheben. Die Ergebnisse sind mathematisch fehlerfrei errechnet und beweisen, daß es wider Erwarten tatsächlich Beziehungen zwischen angeborenen Kindeseigenschaften und astrologischen Kind-Eltern-Geburtszeitpunkten gibt. Den Meinungsstreit mit meiner Frau hatte ich damit verloren.

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Schlüsselwörter: Astrologie | Geburtsdaten | Kindeseigenschaften
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