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Medien: Buch

Verena Elisabeth Turin: „Superheldin 21“

Mein Leben mit Down-Syndrom

Titelbild/Cover.
Titelbild/Cover.
Das vorliegende Buch entstand unter der redaktionellen Mitarbeit von Daniela Chmelik. Verena Turin erzählt darin sehr selbstbewusst von ihrem Leben, einem Leben mit dem Down-Syndrom. Sie möchte hier auch mit Vorurteilen aufräumen, denn sie fühlt nicht anders. Sie fühlt sich ganz normal. Und so schreibt sie: „Normal ist einfach, wie wir selbst sind. Wir alleine bestimmen das. Nicht die anderen Menschen. Ich bin normal und so bleibe ich auch. Was ist nicht normal dabei?“

Die Autorin wäre gerne auch eine Superheldin. Im Kapitel zu diesem Thema beschreibt sie zwei Beispiele, wie sie sich eine Superheldin vorstellt, bevor sie auf sich selbst als Superheldin eingeht. Dabei meint sie: „Es wäre super, als Superheldin fliegen zu können.“ Bei diesem Wunschgedanken könnte durchaus das „Supergirl“ aus Hollywood Pate gestanden haben, das ja bekanntlich das weibliche Gegenstück zu „Superman“ ist. Als Superheldin stellt sie sich selbst mit sehr dunkler Hautfarbe in einem weißen Stickereikleid mit Löchern vor. Und immer wieder betont sie mit den unterschiedlichsten Worten, dass es nicht auf die äußeren Werte (Schönheit), sondern auf die inneren Werte eines Menschen ankommt. – Eine Einstellung, die auch ich mir bereits vor langer Zeit zu eigen machte und für die Verena Turin selbst ein gutes Beispiel ist. Man mag ihr ihre Krankheit (andere sagen dazu „Behinderung“) anmerken, doch man sollte sie nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild, sondern nach den inneren Werten beurteilen.

Verena Turin hat genau wie jeder andere Mensch auch viele Träume. Sie wäre darin auch gerne eine Schauspielerin oder Sängerin. Musik macht sie ja bereits in einer Band. Und das macht ihr Spaß. Im gesamten Buch gibt sie mit den ihr eigenen Worten ganz selbstbewusst Einblicke in ihr bewegtes Leben mit dem Down-Syndrom. Sie erzählt auch von ihrer Arbeit in einem Pflegeheim oder von ihrer Familie, von Schmetterlingen und der Liebe. Doch es gibt auch Tabus, über die sie verständlicherweise nicht schreiben will. Dazu gehören die „Sexualität im Schlafzimmer“ und das Streicheln und Küssen. Die Intimsphäre muss gewahrt bleiben und geht schließlich niemanden etwas an.

Mit dem Buch möchte Verena Turin besonders auch mit Vorurteilen aufräumen. Vorurteile, die vermeintlich gesunde Menschen den Behinderten gegenüber haben. Das Down-Syndrom hindert die Betroffenen nicht daran ein wunderbares Leben führen zu können. Das mit den Vorurteilen aufräumen ist ihr mit diesem Buch recht gut gelungen. Es kann deshalb durchaus dazu beitragen die Verständigung untereinander zu verbessern und Vorurteile aus dem Weg zu schaffen. Die Lektüre bereichert und das Buch ist einfach lesenswert. Und wie heißt es auf dem Buchrücken so trefflich: „Ein Buch, das anregt zum Nachdenken über die eigene Weltsicht und über den Umgang mit Menschen mit Behinderung. Ein Buch, das hilft, zu verstehen.“

Verena Elisabeth Turin, geboren 1979 in Tirol, arbeitet in einem Pflegeheim und als Journalistin für den Ohrenkuss (Magazin von Menschen mit Down Syndrom). Sie ist fasziniert von Mischpulten, macht auch selbst Musik in einer Band, liebt Wasser, Schwimmen, Himbeersaft und Filme von Walt Disney. Negative Gedanken und Diskriminierung hingegen kann sie nicht ausstehen. Sie wohnt bei ihren Eltern in Tirol.

Daniela Chmelik, geboren 1980 in Hamburg, studierte Literaturwissenschaften und leitet derzeit bei barner 16 (inklusives Netzwerk von Künstlern mit und ohne Handicaps) das Labor für Literarische Experimente. Seit 2008 arbeitet sie als Schreibassistentin und Koordinatorin der Hamburger Redaktion für den Ohrenkuss.

Verena Elisabeth Turin: „Superheldin 21“ (Mein Leben mit Down-Syndrom); Originalausgabe, 160 Seiten, ISBN 978-3-499-63269-3 (als eBook ISBN: 978-3-644-40143-3), Rowohlt Verlag, Reinbek im Juli 2017. Preis: 9,99 Euro (D) / 10,30 Euro (AT).

Bildnachweis:
  • Titelbild/Cover.: Titelbildscan. (Urheberrechte beim Verlag.)

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Schlüsselwörter: Down-Syndrom | Behinderung | Behinderte | Selbsthilfe | Krankheit
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