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Politik: Europa

Terror beginnt nach dem Anschlag

Die Szenarien gleichen sich. Egal ob Paris, London, Manchester oder Berlin. Fehlgeleitete Attentäter

So weit, so schlecht. Was dann geschieht, kann mittlerweile getrost als Marktmechanismus bezeichnet werden.

Unzählige Journalisten versammeln sich innerhalb von mittlerweile Minuten und beginnen mit ihren grausamen, teils teilnahmslosen, Vorortberichten.

Die Jagd nach dem Grauen hat begonnen. Nicht nur bei Journalisten. Auch bei Passanten, die auf der Suche nach vermeintlicher Berühmtheit mit ihren Handys filmen, das gefilmte sofort ins Netz stellen, so dass ein breites Publikum erfährt.

ICH WAR DABEI!!

Auf der Suche nach blutrünstigen Geschichten werden Grundwerte wie Mitgefühl, Respekt, oder aufrichtige Anteilnahme außer Acht gelassen.

Reporter bringen sich in Positionen, die vermitteln sollen, wie nah sie dem furchtbaren Geschehen sind. Alle wittern ihre Chance, ganz groß rauszukommen. Unzählige Sondersendungen, Brennpunkte, Sondermeldungen und Programmunterbrechungen verbreiten Angst und Schrecken in allen Bevölkerungsteilen.

Jedes noch so kleine Detail einer Tat wird im Sekundentakt gemeldet. Betroffene werden vor die Kamera gezerrt, um ihr Entsetzen, Ihre Angst zu beschreiben.

Der Zuschauer wird so nach und nach selbst zum Opfer.

Am wichtigsten jedoch scheint die Frage, wie viele Tote zu beklagen sind. Um die richtige Dramatik in die Reportage zu bekommen, wird am Anfang der Berichterstattung auch mit sogenannten nicht gesicherten Informationen gearbeitet.

Angst bekommt nach und nach Kontur. Das Entsetzen verbreitet sich wie ein Virus, das jeden befällt, der nicht über die notwendige Widerstandsfähigkeit verfügt.

Spekulationen über den Attentäter nehmen Gestalt an.

Welche Terrorgruppe wird Verantwortung übernehmen? Wer waren die Täter? Gibt es einen islamistischen Hintergrund? Gibt es Hintermänner? Was wussten oder wissen die Behörden?

Die Checkliste des Grauens ist bereits geschrieben. Jetzt werden die Punkte nur noch abgearbeitet und abgehakt.

Nach und nach solidarisieren sich die nicht betroffenen mit den Opfern.

Beileidsbekundungen von Politikern aller Couleur sind feste Bestandteile jeder Nachrichtensendung. Die Reden dafür hat wohl nur ein einziger Schreiber verfasst.

Wir verurteilen, wir sind mit unseren Gedanken und mit unseren Herzen bei den Opfern und den Angehörigen. Wir werden in Zukunft alles Erdenkliche unternehmen, um dem ein Ende zu bereiten.

In Wahrheit beschäftigt man sich schon damit, den Anschlag für weitere Einschnitte in den Rechten der Bürger zu verwenden. Reflexartig werden Maßnahmen genannt, die zur Bekämpfung solcher Taten unabdingbar sind.

Mehr Videoüberwachung, Auflösung von Bankgeheimnis, Abschaffung von Bargeld sind nur einige Themen, die nach und nach durchgesetzt werden, ohne dass sich das verängstigte Bürgerlein dagegen zur Wehr setzt.

Der Wunsch, dass die Angst nachlässt, selbst einmal Opfer eines Anschlags zu werden, ist mittlerweile so groß geworden, dass sogar die Beschneidung der eigenen Freiheit in Kauf genommen wird.

Das Ganze wird verbunden mit der Hoffnung, dass die, die einen AA (Name des Berliner Attentäters wird so geschrieben, weil es ihn so am besten beschreibt, und weil der ganze Name die Tinte nicht wert ist) auf dem Schirm hatten, jedenfalls beim nächsten Mal alles richtigmachen.

Dass die Hoffnung umsonst ist, zeigt sich dann spätestens beim nächsten Anschlag. Die Fehler, die gemacht werden sind immer die gleichen, nur anders.

Zu guter Letzt werden die präsentiert, die für die Taten verantwortlich sind. Die Journaille lechzt danach, die Täter darbieten zu können. Jetzt erhalten sie posthum den Ruhm, der diesen Kreaturen von ihren Förderern, die bestens mit den Automatismen der Berichterstattung vertraut sind, versprochen wurde.

Gemeinsam mit ihren 70 Jungfrauen schauen sie sich, im Paradies, die Berichterstattung über sich selbst an.

Sie freuen sich über die Bedeutung, die ihnen zuteil wird.

Sie werden mit Namen und Bild weltweit durch die Gazetten, durch jede Fernsehsendung, durchs Internet gezogen, um der Bestürzung Hintergrund und Gesicht zu geben.

Je nach Betrachtung sind sie Helden oder Verbrecher, deshalb sind Verabscheuung, oder der Wunsch es ihnen gleichzutun, mögliche Reaktionen.

Es ist an der Zeit, ihnen diesen zweifelhaften Ruhm zu nehmen, so dass sie keinen Platz mehr in der Geschichte finden.

Sie waren ein Niemand für die Gesellschaft, während sie gelebt haben, und sie sollten auch als gestorbene ein Niemand bleiben.

Diese verabscheuungswürdigen Einzelwesen haben keinen Platz in der Gesellschaft. Schon gar nicht in unseren Gedanken, Gesprächen oder in Aufzeichnungen.

Sie sind ekelerregender Abschaum, den man sich abwischt, um weiter an den Grundwerten der richtigen Menschen zu arbeiten.

Ihre Überreste sollen den Platz bekommen, den sie sich mit ihren Taten verdient haben.

Den Schweinetrog.

Die Schlagzeilen, die ihre Taten verdient haben, werden lauten:

Niemand hat einen Terroranschlag verübt.

Bildnachweis:
  • Im Fadenkreuz: eigenes Bild

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Schlüsselwörter: Anschlag | Terror | Politik Deutschland | Politik Europa | Attentäter
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