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Wer liefert neues Sturmgewehr für die Bundeswehr ?

Beeinflussen Waffenlobbyisten wieder das Verteidigungsministerium ?!

RS556-Neues Sturmgewehr für Bundeswehr ?
RS556-Neues Sturmgewehr für Bundeswehr ?
Die Bundeswehr kämpft seit Jahren gegen eine inländische übermächtige Waffen-Lobby, die nicht nur zu spät und zu teuer schlechtes Material liefert, sondern auch noch mit ihrem kontrollierten Lobbyismus eine gefährliche Einflussnahme bis zum Verteidigungsministerium eingenommen hat. Dazu ist es sehr verwunderlich, wieso solche schlechten Rüstungsverträge zustande kommen. Muss man nicht auch annehmen, das die Fachleute der Beschaffungsstelle für die Bundeswehr auf einem Auge blind oder beeinflussbar sind ? Die Liste der peinlichen Pannen der Bundeswehr ist sehr alt und sehr lang, und am Ende lachen nicht nur weiterhin die Rüstungskonzerne sondern auch manche (enttäuschte) NATO-Partner, dessen Angebote von hochwertigen und erprobten Waffensysteme einfach abgewunken wurden. Daher kann es nicht verwunderlich sein, das bekannte Rüstungskonzerne sich mehr um Umsatzzahlen bemühen als um eine effektive und zuverlässige Ausrüstung der eigene Armee. Die Formel muss lauten: Nur das beste Material selber herstellen oder auf den Waffenmarkt kaufen, damit die Bundeswehr kein Igel ohne Stacheln bleibt. Die systematische Demontierung der Bundeswehr von unfähigen Politikern hat ein Desaster verursacht. Ebenso war es falsch so schnell die Wehrpflicht abzuschaffen, statt diese zu reformieren. Eine Berufsarmee wie in den USA aufzubauen, kann noch viele Jahre dauern. Doch ist die Bundeswehr, auch wegen der schlechten und veralteten Ausrüstung, nicht mehr so attraktiv wie vor einigen Jahre noch. Es fehlen große Uboote mit Marschflugkörpern, ein neues Konzept für Kampfpanzer, wie bereits in Grossbritannien, den USA und Russland in der Umsetzung, einen Groß-Transporter für schwere Lufttransporte, funktionsfähige Hubschrauber und Fahrzege, Ersatzteile, Munition etc.etc..

Verpasste Chancen durch falsche Einschätzung oder Einflussnahme der Waffenlobby ?

Seit 2005 boten die USA mehreren NATO-Partnern den im Kampf erprobten und zuverlässigen Kampfhubschrauber AH-64 für rund 40 Millionen Euro an. Dabei war es jedem Käufer überlassen, den Hubschrauber als Basis mit eigenen Waffensystemen auszurüsten. Grossbritannien entschied sich bewusst gegen den komplett neuen Eurocopter Tiger und für die Anschaffung des AH-64. Grossbritannien bot sogar der Bundeswehr einen gemeinsamen Waffendeal vor inklusive einer gemeinsamen Wartungsinfrastruktur. Bis heute ist es nicht vollziehbar, ob das Verteidigungsministerium beeinflusst worden oder überfordert war, um das abzulehnen. In Afghanistan war ja das erste Dilemma in den Nachrichten, als die Bundeswehr durch eben diese Kampfhubschrauber geschützt werden musste, denn sie selber schon im Einsatz gehabt haben können. Bis heute gibt es Probleme mit der Einsatzfähigeit. Grossbrintannien hat letztes Jahr insgesamt 50 Stück des neues Typs AH-64E Apache für das britische Heer bestellt, die alle sofort einsatzfähig sind. Weitere und ähnliche Probleme sämtlicher fliegender Hubschrauber-Typen von Airbus-Indutrie sind seit Jahren bekannt, wodurch die Bundeswehr bedingt einsatzfähig ist. Dazu zählen weiterhin die Probleme mit dem blamablen Transporter A400M und einigen neuen Schiffs-Typen, die heute schon als überholt gelten. Stattdessen vergibt man Aufträge für veralte Korvetten und einen Fregattentyp F125, der nicht in der Lage ist Uboote anzugreifen oder weitreichende Cruise Missiles oder Raketen einzusetzen. Im Gegensatz zur russischen Udaloy-Klasse verpasste technologische Innovationen. Neue Typen, wie das global einsetzbare Uboot der HDW Klasse 216 von Thyssen-Krupp wurde abgelehnt. Hier beklagt der Hersteller zu Recht, das der alte Typ 212A (U31 = Indienststellung 2005 !) schon baugleich auch von anderen Ländern gebaut würde, weshalb große Exporteinbußen vorliegen. Würde die Bundesmarine über zwei im Einsatz befindliche Klasse 216 Uboote verfügen, würde das den Export fördern. So bot Frankreich (Suffren-Klasse mit Brennstoffzellen-Antrieb) erfolgreich solche Boote Australien an und verdient viele Milliarden Euro. Ebenso blamabel ist der zu teure Kauf und die Pannenserie des Schützenpanzer PUMA des einflussreichen Herstellers Rheinmetall. Während die Bundeswehr verspätet, überteuert und bedingt einsatzbereit mit neuen und wiederum schon veralteten Einheiten ausgerüstet wird, exportiert der selbe Hersteller seit 2016 den weitaus moderneren Schützenpanzer LYNX, eine Weiterentwicklung des Puma. Denn bekommt die Bundeswehr aber nicht, paradox, sie muss den alten Puma weiter beziehen ! Beim zukünftigen zu großen und zu schweren Kampfpanzer Leopard 3 werden die selben Probleme nicht erkannt, wie ein zukünftiger Kampfpanzer auszusehen hat, dabei sind die russischen Entwicklungen (T 14) maßgebend ! Die deutsche Dilemma-Logik ist: zu lange Entwicklungszeit, zu späte Auslieferung, zu groß, zu schwer, zu kleine Herstellerkapazitäten und zu teuer. Nach 6 Jahren war der Armata einsatzfähig. Hier ist es interessant, das eine unabhängige Fachgruppe sogar größere staatliche Beteiligungen an Rüstungskonzernen und Werften dringendst empfahl. Der zunehmende Ausverkauf deutscher Waffentechnologie gefährdet besonders die Werften, weil die Bundesmarine zu wenige Groß-Schiffe bestellt, obwohl, paradox, die Bundesmarine immer weniger und zu wenige Unterwasser- und Überwasser-Schiffe hat. So fehlt ein Hubschrauberträger und die schnellere Einführung und größere Stückzahl von Mehrzweckkampfschiffen (MKS 180 /Fregatte 126)

Wer liefert neues Sturmgewehr für die Bundeswehr ?

Weiterhin brisant und aktuell ist es, einen Nachfolger für das bisherige Sturmgewehr G36 zu finden. Bisher konnte sich immer der Hersteller Heckler und Koch als Lobbyist durchsetzen, obwohl es durchaus auch andere alternative Hersteller gibt ! Weil es um sehr viel Geld und Einfluss geht, bietet H&K das "neue" Gewehr HK433 an, doch wenn man berücksichtigt, das es schon öfters Berichte in den Medien gab, das dieser Hersteller praktisch seit etlichen Jahren durch Vertreter im Verteidigungsministerium, im Wirtschaftsministerium und im Bundestag ein- und ausgehen kann, hat bereits für viel Wirbel gesorgt. Die Opposition im Bundestag gab schon die Vermutung bekannt, das es nicht auzuschließen ist, das Rüstungsfirmen sogar die Personalpolitik im Ministerium mitbeeinflussen, wenn nicht sogar Vetternwirtschaft im Gange ist. So bleibt die Frage, ob große Hersteller von Rüstung das Ministerium und das zuständige Amt für Beschaffung beeinflussen. Ohne Zweifel sollte natürlich eine unabhängige und inländische Waffentechnologie weiter möglich sein, und hier gibt es zum Glück noch kein Monopol eines einzigen Rüstungskonzern, noch nicht.

Das neu entwickelte Sturmgewehr RS556 in Kooperation von Rheinmetall und Steyr scheint nicht nur die bessere Wahl zu sein, sondern auch die Unabhängigkeit und Einflussnahme vom Hoflieferanten H&K einzuschränken. Nun bleibt zu hoffen, das sich das Verteidigungsministerium für das Sturmgewehr RS556 als neues Sturmgewehr für die Bundeswehr entscheidet. Ein erneuter Zuschlag für H&K dürften nur die alten Vorwürfe und die fachliche Ohnmacht eines ganzen Ministeriums bestätigen. Daher kann nur die Anschaffung des Sturmgewehr RS556 empfohlen werden.

Bildnachweis:
  • RS556-Neues Sturmgewehr für Bundeswehr ?: Privates Handyfoto (Urheberrechte beachten.)

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Schlüsselwörter: Bundeswehr | Sturmgewehr | Waffen-Lobby | Vetternwirtschaft | Verteidigungsministerium
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