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Wissenschaft: Sonstiges

Alchemie und das Elixier der Unsterblichkeit

Wurde Nicolas Flamel unsterblich?

Gott Thot - Urvater der Alchemie
Gott Thot - Urvater der Alchemie
Eine kurze Einführung in die Alchemie

Der legendäre Ursprung der Alchemie (auch Alchymie) und der Magie geht in einer Zeit zurück, als noch Götter unter den Menschen weilten und über diese herrschten oder wachten. In vielen Mythen und Göttersagen wurde erzählt, das diese Götter (oder auch höher stehende Wesen), in der Lage waren, alle Elemente und die Naturkräfte zu kontrollieren, Menschen, Getier und Pflanzen zu verwandeln, und jeden Gegenstand verändern oder herstellen zu können. Ihre Heilkünste konnten Tod oder Heilung bedeuten, weshalb sie auch als unsterblich galten. Nach den Göttern waren es zuerst die Priester oder Mönche, die in ihren Tempeln oder Klöstern sich mit den einstigen göttlichen Gaben beschäftigten, wobei manche sogar behaupteten, es von den Göttern oder Engel selbst beigebracht bekommen zu haben. Die Alchemie des Alten Ägyptens und Sumerer ist bis heute ein Mysterium. Dazwischen und danach kamen dann noch die Eingeweihten, die in geheimen Laboratorien und Räumen experimentierten, und natürlich auch viele Scharlatane ohne Ehre und Gabe. Dazu wurden geheimnisvolle Rituale entwickelt und Aufzeichnungen in geheimen Schriftzeichen und Symbolen gemacht. Die mittelalterliche Alchemie, damals als dunkle Kunst und Teufelswerk angesehen, womit sich auch berühmte Mönche wie Albertus Magnus, Berthold Schwarz oder Roger Bacon (verbotenerweise) beschäftigen, war und ist bis heute legendär. Damit ist die Alchemie, in Verschmelzung mit dem Begriff Magie, wohl eines der ältesten Künste und Wissenschaften. Nach moderner Sicht ist Alchemie nichts anderes als die heutige Chemie und Pharmakologie, also die Erforschung und Verwandlung von Stoffen, und die magische Betrachtung, nicht zu Verwechseln mit Zauberkunst, wohl als ein Teil der möglichen technischen Umsetzung durch diverse Apparaturen.

Tommaso Campanella, auch unter den Namen Giovanni Domenico bekannt (1568–1639), war ein bedeutender italienischer Dominikaner-Mönch, neugieriger Forscher, Philosoph und aufgeklärter Politiker. Ihm waren alle mittelalterlichen Vorstellungen von Alchemie, Magie und Zauberer bewusst, daher definiert er für all diese Betrachtungsweisen den Begriff "Magie" recht modern: Alles, was die Wissenschaftler in Nachahmung der Natur oder um ihr zu helfen mit Hilfe einer unbekannten Kunst vollbringen, wird Magie genannt. Denn Technologie wird immer als Magie bezeichnet, bevor sie verstanden wird, und nach einer gewissen Zeit entwickelt sie sich zu einer normalen Wissenschaft. Damit hatte er auch sehr geschickt die noch vorhandenen mittelalterlichen Ansichten zu Alchemie, Heilkunst, Zauberei und Zaubertränke als (noch) unbekannte Kunst praktisch entdämonisiert.

Tabula Smaragdina - Erbe der Götter ?

Die Tabula Smaragdina (übersetzt: die smaragdene Tafel) ist eine alte Legende, dessen Entdeckung von mancher Glaubensrichtung (z.B. häufig von der Bibel) einfach vereinnahmt wurde, so das es inzwischen mehrere Versionen von ihr gibt. Wenn wir uns aber nur auf die womögliche älteste (und damit richtigen?) Legende konzentrieren, so soll es der ägyptische Gott Thot selber gewesen sein, der klugerweise auf dieser Tafel Geheimnisse der Götter hinterließ, denn ein Stein mit Schriftzeichen könnte schnell zerstört werden, aber eine schöne grün leuchtende und wertvolle Tafel muss ja neugierig machen. Der Ibis ist das heilige Tier von Thot, weshalb man Gott Thot oft mit einem Ibiskopf oder Ibismaske abgebildet sieht. Er wird auch als Gott der Magie, der Zeit, der Wissenschaft und Weisheit, des Schreiben und Rechnen, aber auch als Begründer oder Urvater der Alchemie angesehen. (Später hatten die alten Griechen den altägyptischen Gott Thot mit ihrem Gott Hermes gleichgesetzt). Durch seine Zauberkraft konnte er Menschen und Dinge erschaffen, und wenn die alten Göttersagen stimmen, das war es Gott Thot selber, der die Menschen schützte und ihnen auch u.a. Sprache, Schrift lehrte, weshalb er auch eine Schutzgottheit für Archive und Bibliotheken war. Alles nur eine Legende? Zuletzt soll es Apollonios von Tyana (40–120) gewesen sein, der eine angebliche griechische Abschrift aus der ursprünglich ägyptischen machen konnte. Weil Apollonios von Tyana ebenfalls viele alchemistische Wundertaten nachgesagt wurden, dürfte dies nicht überraschen. Was auch immer diese Tabula Smaragdina gewesen sein mag, im Sinne der Prä-Astronautik könnte es sogar hypothetisch ein Art (technische) Bild-Tafel mit allerlei Daten zu Rezepten und Zutaten gewesen sein, oder sogar der Stein der Weisen? Am Ende resultierte daraus das Corpus Hermeticum, wohl die wichtigste Quelle der hermetischen Geheimlehre (antike Hermetik). So schließt sich der Kreis, denn Hermetik ist ein Synonym für Alchemie und eine okkult-esoterische Lehre, die das naturwissenschaftliche Weltbild bis in das 17. Jahrhundert beeinflusste! In der Alchemie gab es verschiedene Meistergrade, wobei der siebte Grad als der höchste Grad galt, aber es Großmeister auf einen seltenen achten Grad bringen konnten.

So heißt es weiter, das ein Großmeister des siebten Grades das Aurum Potabile, das Gold der Alchemisten herstellen konnte, aber nicht zu verwechseln mit dem legendären Unsterblichkeits-Serum. Paracelsus (1493-1541) behauptete: „Unter allen Elixieren kann nur Aurum Potabile alle Krankheiten heilen und erneuert den Körper, indem jedes Gift aus dem Körper gespült wird oder jede Hautkrankheit verschwindet. Nur wenige Tropfen am Tage genügen, und niemand wurde mehr krank." Auch die Herstellung eines Homunkulus, einem künstlich geschaffenen Wesen oder Menschlein, war ein Teil der bizarren Alchemie, womit sich eingeweihte Alchemisten beschäftigt haben sollen. Manche behaupten sogar, das ein Homunkulus eigentlich ein kleiner Dämon sei. Dieser kommt hervor, wenn geheime Beschwörungsformeln und ein bestimmter herzustellender Weihrauch das Portal der Unterwelt öffnen könne, so die Legenden. Dann können man den Samen des Dämonen großziehen. Diese und weitere Experimente in der Alchemie führten schnell zu der Annahme, das teuflische Kräfte oder schwarze Magie mit im Spiel ist. Manche Herrscher nutzten das mögliche Wissen der Gelehrten, doch auch viele wurden gefoltert, gevierteilt, verbrannt, gekreuzigt und verfolgt. Daraus entstand dann mehr eine Geheimlehre der Wissenden und anderen Bezeichnungen. Doch die Krönung für alle Eingeweihten der hochgradigen Alchemie soll ein Elixier der Unsterblichkeit gewesen sein, wobei der geheimnisvolle Stein der Weisen der Schlüssel zur Herstellung gewesen sein soll. Doch gab es so ein Elixier, und was war der Stein der Weisen. Dazu gibt es meiner Ansicht nur wenige mögliche Interpretationen:

1.) War es in Wirklichkeit eine sehr wichtige und sehr seltene Zutat für verschiedene (Zauber-) Elixiere? Wenn es so ist, dann dürfte es kein Wunder sein, das der Stein der Weisen an vielen verschiedenen Orten im Laufe der Jahrhunderte gewesen sein soll. Dann kannten die Eingeweihten diese seltene, (aber zu findende) Zutat, egal ob es eine Stein-, Kristall oder Metallart war!?

2.) Dieser war die Tabula Smaragdina, eine grüne Schreibtafel aus Smaragd, mit bestimmten göttlichen Rezepten, um Elemente verändern und das göttliche Elixier der Unsterblichkeit herstellen zu können?

3.) Dieser war hypothetisch eine Art technisches Wunderwerk, vielleicht in Form eines kleinen Computers der Götter mit grünem Bildschirm, oder ein sprechender Kopf aus Kristall mit einer innen liegenden komplizierten Mechanik, der Fragen beantwortete oder Rezepturen aussprechen konnte?

Ob das Geheimnis je gelüftet wurde bleibt spekulativ, aber einer der wenigen eingeweihten Großmeister, der sogar das Elixier der Unsterblichkeit herstellen konnte, soll Nicolas Flamel gewesen sein.

Nicolas Flamel – die Suche nach Unsterblichkeit

Nicolas Flamel (1330 - 1413) war ein bekannter französischer Schriftsteller, der sich eingehend mit alten Handschriften beschäftigt und sogar viele alchemistische Experimente durchgeführt haben soll. Flamel verfügte über ein Labor und eine kleine private wissenschaftliche Bibliothek, darunter auch alte Handschriften, die sich mit Alchemie beschäftigten. Er selber behauptete, das er, auf der Suche nach alten alchemistischen Werken für seine Bibliothek, eine alte und mehrseitige Rezept-Ansammlung, eine Art kabbalistische Schrift, eines unbekannten Alchemisten fand. Doch er konnte weder die Schrift lesen, noch alle Symbole begreifen. Deshalb reiste er an verschiedenen Orten, um sich Rat bei anderen Alchemisten zu holen oder weitere Hinweise in Bibliotheken zu finden, bis er schließlich die Lösung fand, das Geheimnis vom Stein der Weisen erkannte, um für sich und seiner Frau das Elixier der Unsterblichkeit herstellen zu können. Nach einer anderen Version war es eine andere Person, ein anderer Alchemist, der das Elixier in Wirklichkeit brauen konnte, und dann Nicolas Flamel das Elixier oder sogar die Rezeptur weitergab. Was auch immer wahr gewesen sein mag oder dazu gedichtet wurde, um das Geheimnis verbergen zu können, lange Zeit glaubten viele, das sein Grab leer sei oder eine unbekannte Leiche sich dort befände. Nach seinem vermuteten Tod hatte gab es immer wieder Vorfälle, wo sein Wohnhaus durchwühlt wurde, Handschriften gestohlen und sogar das Mauerwerk beschädigt wurde, um die geheime Rezeptur zu finden. Danach gab es legendäre Geschichten, das er nicht nur unter seinem und anderen Namen alchemistische Werke herausbrachte, sondern sogar unter seinem Namen hier und dort in Erscheinung trat. So behauptete der Franzose Paul Lucas (1664-1737), der Forschungsreisen im Dienste von Ludwig XIV nach Ägypten und den vorderen Orient machte, einen sehr jungen Flamel im Jahr 1717 in der Türkei getroffen zu haben, der behauptete, er sei schon 300 Jahre alt. Ob es einen unsterblichen Flamel gab und gibt, ist ebenso ein Rätsel, wie die Frage, ob er nicht auch der Graf von Saint Germain gewesen sein mag? Auch beim Grafen, dessen Geburt nicht eindeutig war und ist, derern hohe Intelligenz und Vielsprachigkeit, auch die Kenntnis von antiken (toten) Sprachen sowie sein Hang zu Alchemie und zum Okkulten führten zu der Legende, das auch sein Tod nur ein Schauspiel war. Zuletzt soll er als alter Mann gesehen worden sein und Tage später meinten einige, ihn als jungen Mann auf einem Schiff erkannt zu haben.

So bleibt die Alchemie von der Antike bis zum 17.Jahrhundert eine noch eher Geheimlehre als Wissenschaft, und die Jahrtausende alte Suche einiger Menschen, um das Elixier der Unsterblichkeit herstellen zu können, um es den Göttern nachzutun, wird Erzählstoff vieler weiterer alter Legenden und Geschichten bleiben. Und ob es unsterbliche Personen dabei gab, die durch Jahrhunderte und Jahrtausende mit unterschiedlichsten Namen in der Geschichte reisten, oder ob manche alten Götter sogar noch unter uns weilen bleibt Stoff für weitere mögliche Geschichten und Legenden. Dabei finden wir Personen wie Apollonios von Tyana, Kleopatra die Alchemistin, Nicolas Flamel, der Graf von Saint Germain und weitere Personen, die alles in einem Mysterium erscheinen lassen.

Bildnachweis:
  • Gott Thot - Urvater der Alchemie: Archiv: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Aurum Potabile | Alchemie | Nicolas Flamel | Graf von Saint Germain | Stein der Weisen
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