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Sonstiges: Gesundheit

Technische Assistenten sollen Lebensqualität im Alter erhöhen

Das gesamte Technologiefeld „Ambient Assisted Living“ (AAL) befindet sich unmittelbar vor einem rasanten Wachstum. Dieser Trend beinhaltet auch große Potenziale für deutsche High-Tech-Unternehmen. Im Fokus der laufenden Entwicklungen stehen intelligente Assistenzsysteme sowie smarte technische Assistenten, welche die dringend benötigten Freiräume für Pflegebedürftige schaffen. Daraus ergeben sich auch große Kosteneinsparpotenziale im ambulanten Bereich. Zu diesen Ergebnissen kommt ein gerade vom VDE veröffentlichtes Positionspapier mit dem Titel „Intelligente Assistenzsysteme im Dienst für eine reife Gesellschaft“.

Die Prognosen über die sozialen Veränderungen unserer Gesellschaft sind eindeutig: Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Zahl an älteren und alleinstehenden Menschen stetig größer wird. Mit dem demographischen Wandel in den Industrieländern steigt die Nachfrage nach intelligenten integrierten Assistenzsystemen, die insbesondere alte und kranke Menschen in anstrengenden Situationen unterstützen. Hierdurch wird auch dem Wunsch der Betroffenen Rechnung getragen, bis ins hohe Alter und auch bei Krankheit eigenständig in den eigenen vier Wänden leben zu können.

Demenz und Inkontinenz sind die häufigsten Auslöser für die Einweisung in ein Pflegeheim. Neue Perspektiven für Betroffene und für das Gesundheitswesen eröffnet nach Ansicht von VDE-Experten „Ambient Assisted Living“ (AAL). Dahinter verbergen sich unter anderem smarte technische Assistenzsysteme, die älteren Menschen ein selbständiges Leben in häuslicher Umgebung ermöglichen und demenzkranken Personen eine kontrollierte Bewegungsfreiheit sichern.

Innovative Wohngemeinschaften als Zwischenlösung

In diesem Szenario bietet eine „technische Betreuung“ innerhalb von Wohngemeinschaften oder in „intelligenten Umgebungs-Netzwerken“ als Zwischenlösung zwischen stationärer und ambulanter Betreuung den Betroffenen mehr Autonomie und Lebensqualität. Das Spektrum der Anwendungen reicht dabei vom Tele-EKG und RFID-Teppichen zur Kontrolle der Lebensfunktionen über die zentrale Kommunikations-Steuerkonsole am Bett bis zu automatischen Sicherungs- und Notfallsystemen. Demenzkranke erhalten auf diese Weise die Möglichkeit, ihr Leben im Alter selbst zu gestalten, auch wenn ihre intellektuellen Fähigkeiten eingeschränkt sind.

Dabei werden im Prinzip zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen genießen die Patienten in einer intelligent vernetzten Umgebung eine größtmögliche Bewegungsfreiheit bei hoher Sicherheit. Zugleich sinkt der Personalaufwand für Kontrollen, denn Veränderungen beim Patienten können zeitnah ausgewertet und Betreuungs- beziehungsweise Pflegemaßnahmen sofort eingeleitet werden. Indem AAL Pflegepersonal entlastet, steigert es auch die Betreuungsqualität.

In dem aktuellen VDE-Positionspapier „Intelligente Assistenzsysteme im Dienst für eine reife Gesellschaft“ zeigen VDE-Experten auf, welche Potenziale AAL birgt: für die Betroffenen, für das Gesundheitssystem, aber auch für den Technikstandort Deutschland. Denn nach Einschätzung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des VDE steht das Technologiefeld „Ambient Assisted Living“ vor einem rasanten Wachstum. Deutschland ist hervorragend aufgestellt, um eine führende internationale Position bei integrierten technischen Assistenzsystemen und hochwertigen internetbasierten Betreuungsdiensten einzunehmen.

Anhand von Modulen zeigt das Positionspapier, wie AAL konkret aussehen kann. So können individualisierte Sensorsysteme in der barrierefreien Wohnung Stürze von gefährdeten Personen rund um die Uhr erkennen und eine Notfallkette in Gang setzen, die Hausarzt, Angehörige und das nahe gelegene Geriatriezentrum informiert. Auch im Bereich Demenz, der häufigsten Ursache für eine Heimunterbringung, sind intelligente Assistenzsysteme eine Chance für die Betroffenen, länger in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Mit technischen Assistenzsystemen wie „mitdenkende“ Elektroprodukte, Telemedizin oder Steuerungs- und Warnsysteme, lassen sich die Kosten deutlich reduzieren. Denn im Vergleich zu den monatlichen Kosten einer Heimunterbringung sind die Kosten für eine mit AAL ausgestattete ambulanten Betreuung günstig.

Dank der guten Position bei IT-Systemen, Mikrosystemtechnik und Robotik könnte Deutschland „Ambient Assisted Living“ zum Exportschlager„Made in Germany“ machen und Märkte für das „Internet der Dienste“ schaffen. Darüber hinaus bergen intelligente Assistenzsysteme Potenziale in der häuslichen und ambulanten Pflege. Insbesondere im kostenintensiven Bereich Demenz eröffnet sich Betroffenen die Perspektive, länger in ihrer vertrauten Umgebung zu leben.

Rolf Froböse

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Schlüsselwörter: Ambient Assisted Living | AAL | VDE | Lebensqualität
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