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Sonstiges: Reise

Bangkok´s indisches Viertel Pahurat

Sehenswürdigkeit in Bangkok

Das heutige Viertel hatte eine lange Geschichte. König Rama I. hatte dem vietnamesischen König bei der Unterdrückung eines Aufstandes geholfen. Die freundlichen Beziehungen nahmen zu, und es siedelten zunächst viele Vietnamesen in heutige Gebiet von Pahurat. Dort bildete sich dann auch eine starke vietnamesische Gemeinde, die ihr Viertel Baan Yuan, das Dorf der Vietnamesen nannte. Mitte des 19. Jahrhundert zerstörte eine Feuerbrunst das gesamte Dorf. Es wurde wieder aufgebaut und nach der verstorbenen Tochter von Rama I. benannt: Pahurat.

Die Vietnamesen wanderten jedoch ab und es folgten schließlich die Inder, hauptsächlich Sikhs. Indische Einwanderer gab es schon zur Ayuthaya-Ära, als der Handel zwischen Indien und Siam blühte. Die meisten von ihnen waren mittellos, hatten aber des festen Willen, hart zu arbeiten. Die Sikhs hatten nicht nur den Ruf als tapfere Krieger, sondern auch als fleißige Händler. Im 19. Jahrhundert wanderten die meisten Sikhs nach Thailand aus und wurden teilweise Soldaten und Polizisten. Andere wurden Geschäftsleute, die kleine Läden aufbauten und hauptsächlich mit Textilien Handel trieben.

Der Sikhismus selber wurde im 16.Jahrhundert von einem Guru namens Nanak (1469-1539) in Nordindien gegründet. In ihm verbanden sich moslemische und hinduistische Elemente. Gegenüber dem streng in Kasten gegliederten Hinduismus, ist der Sikhismus viel freier und sieht alle Menschen als gleichwertig an. Heute leben etwa 30.000 Angehörige dieser Religion in Thailand, etwa die Hälfte davon in Bangkok. Die Sikhs gehören heute zu den reichsten Bevölkerungsschichten Thailands. Der Erfolg liegt in ihrer Flexibilität und Bereitschaft, auch ins entfernte Ausland mit Erfolg Geschäfte zu machen.

Heute sind die meisten Sikhs wohlhabende Geschäftsmänner, während die meisten Hindus sich als einfache Arbeiter oder als kleine Händler ihren Lebensunterhalt verdienen. Die indische Gemeinde konzentrierte sich schließlich in Pahurat und machte es zum indischen Viertel. Insgesamt leben rund 100.000 Inder in Thailand. Viele flüchteten auch vor der Armut im Heimatland und erhoffen sich eine bessere Zukunft im Ausland. Die meisten Inder sind kaum assimiliert, sprechen zwar Thai, aber erhalten weiterhin streng ihre indischen Traditionen.

Das indische Viertel Pahurat liegt beiderseits der Chakraphet Road, zwischen der Einmündung Pahurat Road und der Memorial Bridge. Der Markt von Pahurat ist randvoll mit Textilien, Schuhen, Stoffen, Koffern und indischen Gewürzen gefüllt. Weitere Geschäfte und viele Restaurants gibt es hier ebenfalls, wo den ganzen Tag indische Filme zu sehen sind.

Pahurat ist heute Indiens Brückenkopf in Thailand. Die meisten Inder in Pahurat sind kleine und mittelgroße Textilhändler, die zwischen ihrer Heimat und Thailand ex- und importieren, und zwischen den beiden Ländern hin und her pendeln. Unterkunft und Essen sind in Pahurat kein Problem. Die meisten Hotels und Gästehäuser werden von indischen Geschäftsleuten genutzt. Es gibt hier sehr viele Gästehäuser und Hotels, wo typische indische Kost und ebenfalls indische Filme angeboten werden. Alle Preisklassen sind hier vertreten. Es gibt indische, thailändische, chinesische, nepalesische und vegetarische Küche mit den jeweiligen Landesspezialitäten.

Sehenswürdigkeiten

Das kleine Viertel ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Der Tempel der Sikhs, der Sri Guru Singh Sabha, ist wohl die wichtigste Sehenswürdigkeit im Viertel. Die Sikhs nennen ihren Tempel Gurudwara (=das Tor zum Guru). Der Tempel wurde1987 für einen Baupreis von 100 Millionen Baht fertiggestellt. Das Geld stammte von den vielen Geschäftsleuten. Das Dach ist mit einer vergoldeten Kuppel versehen und soll der zweitgrößte Sikh-Tempel außerhalb Indiens sein. Ein noch größerer Tempel der Sikhs befindet sich in London. Der Tempel besteht zu weiten teilen aus Marmor und es wurde anscheinend nur das beste Baumaterial verwendet.

Oben im Gebäude befindet sich eine Schule, in der Sikh-Kinder unterrichtet werden. Der heiligste Raum des Tempels, wo das heilige Buch der Sikhs aufbewahrt wird (Guru Granth Sahib), kann besucht werden. Allerdings muss der Kopf der Besucher bedeckt sein. Auch müssen hier, wie in den buddhistischen Wats, die Schuhe vor dem Betreten ausgezogen werden.

Der Tempel ist täglich für Besucher und Gläubige geöffnet. Dersikh-Glaube will es, dass auch Anhänger anderer Religionen seine Tempel aufsuchen können. Deshalb sollte man sich am Eingang unter Umständen nicht abweisen lassen, außer es liegt ein besonderer Grund dafür vor. An vielen Tagen gibt es früh morgens das traditionelle Gemeinschaftsessen der Sikhs, das langar. Das Essen ist kostenlos, und auch Ausländer sind dabei herzlich willkommen. Im Tempel kann man sich erkundigen, wann der nächste langar stattfindet. Rechts neben dem Eingang befindet sich eine kleine Arztpraxis, in der kostenlos behandelt wird. Wer kleine Wehwehchen hat, kann sich hier versorgen lassen. Also: Ruhig einmal hier hereinschauen.

An der Südwestseite von Pahurat, an der Chakraphet Road/Ecke Triphet Road, nahe dem Großmarkt Pak Klong Talmaat liegt das Wat Rajburana. Dieses Wat bestand schon bevor Bangkok die Hauptstadt des Landes wurde. Anfang dieses Jahrhunderts wurde das Wat von einem reichen chinesischen Händler mit dem Namen Liab finanziell für eine großzügige Restaurierung unterstützt. Dadurch wurde das Wat für einige Zeit Wat Liab genannt. Rama II. ließ einen neunen Viharn und einige Pavillons baue n. Im zweiten Weltkrieg wurde das Wat fast zerstört, da direkt daneben die Verwaltung für den Strombetrieb stand. So verfehlten die Bomben ihr Ziel, zerstörten aber das Wat erheblich. Nach dem Weltkrieg wurde das Wat erneuert.

Der Markt von Pahurat

Hier bekommen Sie insbesondere Textilien, Schuhe, Koffer und große Stofftragetaschen, auch gebrauchte, die die Händler aus Indien mitbrachten, günstig angeboten. Sehr günstig sind hier um den bauch zu wickelten lungi, die von den Thais Phaa-nung genannt werden. Typische Saris und Brokatstoffe für Tempeltänzer sieht man ebenfalls auf den Markt. Weiterhin findet man hier viel Kleinkram aus Indien, so u.a. Schmuck, Räucherwerk, Kunstgegenstände und vieles mehr. Zwei indische Geschäfte an der Chakraphet Road verkaufen indische Lebensmittel, Gewürze und Heilmittel. Hier erhält man auch indische Zeitschriften, z.T. in Englisch. Ansonsten gibt es hier noch Reisebüros, die insbesondere reisen nach Indien, Nepal, Burma und Bangladesh anbieten. Abends sitzen die meisten Inder gemütlich in den Gästehäusern oder anderswo beisammen und sehen sich indische Filme an oder plaudern auch einfach nur.

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Schlüsselwörter: Viertel Pahurat | Bangkok | Sehenswürdigkeit | Einkaufen | Thailand
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