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Technik: Sonstiges

Atomkraft-Ausstieg - naive Ad-hoc-Entscheidung?

Erneuerbare Energien kontra höherer Importe von Energie-Rohstoffen

Als eines der größten produzierenden Industrieländer der Erde hat Deutschland natürlich auch einen entsprechenden notwendigen und hohen Energiebedarf für die Industrie, für die Haushalte, für die Infrastruktur usw.., der durch eigene Kraftwerke und teure Energie-Importe gedeckt werden muss. Dabei spielten bisher deutsche Atomkraftwerke eine sehr wichtige Rolle, damit Deutschland auch im gewissen Grade eine nationale Unabhängigkeit von Importen aus dem Ausland hatte. Als einen gesunden Energie-Mix hatte die Atomkraft 20%-25% des deutschen Energiebedarfs gedeckt und gesichert. Daher wird der einsame deutsche Ausstieg zu Recht als eine naive Ad-hoc-Politik bewertet. Das man in Deutschland bzw. die deutsche Regierung das Unglück von Atomkraftwerk Fukushima als Vorwand für einen schnellen Ausstieg und Energiewende nahm, wurde in den Staaten, die auf Atomkraft setzen, mit Erstaunen aufgenommen, gehörten doch die jüngsten errichteten deutschen Kernkraftwerke zu den sichersten der Welt. Natürlich ist das Thema Endlagerung besonders in Deutschland recht zeitraubend, gegenüber anderen Atomstaaten, aber auch sehr sensibel, was den wichtigen Umweltschutz betrifft. Dies kann aber nicht ein Grund sein für einen derart schnellen Ausstieg und Verzicht auf Atomkraft bei einer Kalt-Reserve sein. Am 31. August 2011 verkündete nämlich die Bundesnetzagentur, dass sie auf die Nutzung eines stillgelegten Atomkraftwerks als Reserve für mögliche Strom-Engpässe im Winter, also die sogenannte mögliche Kalt-Reserve, verzichtet!

In China, Indien und Russland werden inzwischen neue Forschungs-Brutreaktoren mit einer Leistung von 500 - 800 MW in Betrieb genommen, die Thorium statt abgereichertes Uran im Brutmantel enthält. Die weltweiten Uran-Vorräte sollen noch 50-60 Jahre reichen, so das ein verhältnismäßiger Atomausstieg verantwortungsvoller gewesen wäre. Deutschland ist aus diesen Forschungs-Technologien Schneller Brüter (über 50-mal effizientere Ausnutzung von Natururan) und Thermische Brüter-THTR-300 (Thorium) ausgestiegen. Die Energiewende schreitet zwar voran, aber der immense Energiebedarf Deutschlands und die fehlende Kernenergie kann in den nächsten Jahren nicht durch erneuerbarer Energie ersetzt werden. Dadurch steigen die Kosten für die Energiewende und die Importe für Energie! Der zu schnelle Ausstieg aus der Kernkraft als Brückentechnolgie macht Deutschland als leistungsstarkes Industrieland nun extrem abhängig von Energie-Rohstoffen wie Öl, Gas und zum Teil noch Kohle.

Nach europäischen Statistiken steigen die Energieimporte Deutschland schneller als die der gesamten Rest-EU. Während die Energieabhängigkeit der Europäischen Union (EU) im Jahr 2016 immerhin schon 53 % betrug, so lag der Wert für Deutschland mit 61% deutlich schlechter. Frankreich und das Vereinigte Königreich müssen rund 20% weniger importieren, weil sie über Atomkraft verfügen. es kann also noch viele Jahre dauern, bis Erneuerbare Energie die Defizite auffangen kann. Nebenbei ist die Diskussion, das das modernste Gaskraftwerk der Welt im bayerischen Irsching vom Betreiber stillgelegt werden soll, derart absurd, das man sich fragt, wo der gesunde Menschenverstand bleibt!

Generation IV International Forum ohne Deutschland

Als das Generation IV International Forum (GIF) bezeichnet man einen Forschungsverbund, der sich für die Erforschung und Entwicklung zukünftiger Kernkraftwerke einsetzt, die den hohe Anforderungen an Sicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllen sollen. Diese neue Genration wird als die mögliche letzte Generation von Kernkraftwerken angesehen, die ab 2030 einsatzfähig sein sollen, mit einer maximalen Laufzeit von 20 Jahren. Ob diese Ziele überhaupt erreicht werden, steht noch in den Sternen, aber Deutschland gehört nicht im Verbund.

Epilog: Die enorm wichtigen Fragen wie Sicherheit, Umweltschutz, Abbau der Anlagen und Endlagerung müssen natürlich zukünftigen Vorrang haben, aber ein kontrollierter langsamerer Ausstieg bis 2040 wäre klüger gewesen. Hier wäre Zeit genug gewesen, bis dahin auch neue Technologien wie Kalte Fusion und Kraftwerke Brennstoffzellen mehr zu fördern, so das auch die Erneuerbare Energien bis dahin einen viel größereren Stellenwert im Bezug auf Energiesicherheit und die Abhängigkeit auf Energieimporte gehabt hätten. Daher wäre es klug, das die Forschungen weiterhin gefördert werden, und Fachleute nicht abwandern. Parteien wie CSU, FDP und AFD befürworten weiter die Kernenergie als zukunftsweisende Brücken-Technologie, bis Energieeffizienz und erneuerbare Energien besser erforscht sind. Daher dürfen wir auf die Wahlen 2017 gespannt sein, ob die Energiewende weiterhin so fortgeführt wird, was dem Steuerzahler noch sehr viel Geld kosten wird. Durch die EEG-Umlage werden die Strompreise, Cent je Kilowattstunde, weiterhin steigen.

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Schlüsselwörter: Atomkraft | Uran | Kernkraft | Energiewirtschaft | Deutschland
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