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Wirtschaft & Finanzen: Asien

China baut Atomenergie massiv aus

Kohleausstieg und Emisionsbremse durch 100 neue Atommeiler

Atomkraftwerk in China
Atomkraftwerk in China
Während Deutschland durch seinen zu schnellen, ja übereilten, Atomausstieg auf Dauer auch seine Kompetenz in der Kernenergie verlieren wird, konzentriert sich der zukünftige Bedarf neuer Atommeiler in Asien. Alleine China hat mit seinen rund 1,4 Milliarden Einwohnern und einer sehr starken Exportwirtschaft einen immensen zunehmenden Energiebedarf für Industrie, Infrastruktur, private Haushalte und der geplanten hohen Elektromobilität im Strassenverkehr. Um diesen Energiehunger auffangen zu können, aber auch zugleich die Abhängigkeit von der Kohle, einer der größten Emissionen-Verursacher im Land, zu reduzieren, plant China bis zum Jahre 2030 mindestens 100-110 neue Atommeiler zu errichten, mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 100-120 Milliarden Euro. Das Land hat gegenwärtig 30 Atommeiler im Einsatz und weitere 21 sind bereits im Bau. Wenn das Ziel bis zum Jahre 2030 erreicht wird, wird China rund 10% der Energie aus der Kernkraft gewinnen, und in dieser Zeit marode Kohlekraftwerke stilllegen. Dabei sind die chinesischen Atomwissenschaftler und Ingenieure der Power Construction Corporation of China Ltd in der Lage, praktisch wie am Fließband standardisierte Atomkraftwerke in Rekordzeit zu errichten. Dadurch hat China schon eine ebenso hohe Fachkompetenz erreicht wie Russland.

Die bisherigen entdeckten Uran-Vorkommen im eigenen Land, rund 172.000 Tonnen, ermöglichen es China, mindestens 60-70 Jahre unabhängig jeglicher Einfuhren zu sein. Chinesischen Wissenschaftler sollen auch ein Verfahren entwickelt haben, um das Recycling von Brennstäben aus Kernkraftwerken zu ermöglichen. Diese Entwicklung wurde in Deutschland gestoppt, wird aber auch u.a. in den USA, Frankreich und Japan ebenfalls weiter entwickelt. Die Firma China National Nuclear Corp behauptet sogar, eine Uran-Nutzung bis zu 60-mal effizienter zu erreichen. Favoriten sind Hochtemperatur-Kugelhaufenreaktoren und Thorium-Kraftwerke, die von einem Industrieland wie Deutschland nicht mehr eingesetzt bzw. im eigenen Land nicht mehr geplant sind werden.

Die hoch radioaktiven, verglaste Atomabfälle werden derzeit an drei Standorte mit Granitgestein in der Provinz Gansu in Betracht gezogen. Nach fünfjähriger Bauzeit wird 2020 bereits ein hochmodernes, tiefes unterirdisches Endlager seinen Dienst aufnehmen. Zwei weitere sollen folgen. Als weiterer Standort wird die Wüste Gobi diskutiert.

Dem chinesischen Staat sind die großen Umweltprobleme bewusst, und das zwei Drittel der bisherigen Energie, die noch aus Kohlekraftwerken stammt, zu den Auslösern von dicken Smogdecken über chinesische Städte wie Peking sorgen. Bis 2030 erhofft man sich, das die Emissionen um 60-70 Prozent gemindert werden können. Zugleich wird die Entwicklung erneuerbarer Energien ebenso schell und effizient vorangetrieben. Ob Sonnen- oder Windenergie, Biogas und Brennstoffzellen, auch hier plant China bis 2050 einen Energieanteil von bis zu 50%.

In China werden in Zukunft die innovative Nukleartechnologien zu finden sein, und Deutschland wird wohl die Kernkompetenz im eigenen Land nicht mehr viel nützen. Heuet schon suchen deutsche Spezialisten ihr neues Arbeitsfeld in den USA, in China, Russland und Indien. Daher bleibt zu hoffen, das das deutsche Projekt Wendelstein 7-X weiter entwickelt wird, und nicht, wie viele deutsche Hochtechnologien, still und leise, durch inkompetente Politiker, mal wieder ins Museum wandern.

Bildnachweis:
  • Atomkraftwerk in China: Archiv: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: China | Atomenergie | Kernkraft | Emissionen | Energiebedarf
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