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Sonstiges: Kultur & Religion

Das legendäre Zauberschwert des Lü Dongbin

Schwerter aus Meteoriteneisen mit besonderen Eigenschaften

Typische Darstellung von Lü Dongbin
Typische Darstellung von Lü Dongbin
In asiatischen Mythologien und Sagen wird von Himmlischen Schwertern oder Zauberschwertern erzählt, die aus Sternen-Eisen oder himmlisches Eisen hergestellt wurden, und gegenüber allen anderen Schwertern besondere Eigenschaften hatten. Es waren Hightech-Waffen, die entweder nur in göttlichen Schmieden, oder nur von Zwergenwesen oder nur von besonderen Großmeister der Schmiedekunst hergestellt werden konnten. Weiter wird erzählt, das diese besonderen Schwerter jedes andere Schwert, jede eiserne Rüstung und jeden noch so harten Schild durchschneiden könnten, als wären diese nur aus junges Holz. Das Waffen aus Meteoriteneisen hergestellt worden waren, belegen Funde. Bekannt sind. z.B. der Dolch von König Tutenchamum oder die alten Kris-Dolche aus Südostasien, die alle nachweislich aus Meteoriteneisen hergestellt wurden. Das Eisen aus Meteoriten enthält eine besonderen hohen Nickelanteil, aber es gibt auch Funde mit weiteren Edel- und Schwermetallen. Eines der sagenhaften Schwerter scheint man noch nicht gefunden zu haben, daher folgen wir einfach einer berühmten Legende, die gleichermaßen in China und Nord-Indien erzählt wird.

Die Acht Unsterblichen

Lü Dongbin (Schreibweise auch Pinyin Lu Dongbin oder Lun Chunyang) wird im chinesischen Daoismus (Lehre des Weges) hoch verehrt und ist einer der legendären Acht Unsterblichen. Während außerhalb Chinas irrtümlich angenommen wird, das die Acht Unsterblichen nur erdachte Figuren der chinesischen Mythologie sind, so war diese Annahme auf Basis falscher Interpretationen entstanden. Chinesische Chronisten weisen darauf hin, das oft übersehen wird, das der Begriff Xian in den Legenden der Acht Unsterblichen vorkommt, was jedoch sowohl als heilig wie auch als göttlich interpretiert werden kann. Die Acht Unsterblichen sind Personen, die zu ihren Lebzeiten in den Augen der Menschen scheinbare übernatürliche Kräfte und/oder magische Fähigkeiten besaßen sowie über eine sehr hohe Weisheit verfügten. Für manche waren sie Heilige und für andere göttliche Wesen. Weil sie nach ihren Tod soweit vergöttlicht und ihr Leben und ihre Taten legendär wurden, konnte sich später keiner mehr vorstellen, das solche besondere Menschen tatsächlich existierten, und erfunden sein mussten. Deshalb entstanden so viele alte Volkserzählungen über sie, sicherlich auch einige, die ausgeschmückt wurden. In Wirklichkeit waren es sechs besondere Männer und zwei Frauen, die zu unterschiedlichen Zeit lebten. Alle verbindet jedoch auch die Legende, das alle zum westlichen Kunlun-Gebirge regelmäßig wanderten, um dort den Wohnort der Göttin Xiwangmu aufzusuchen und sie zu ehren. Zum Dank gab die Göttin den Acht Weisen nicht nur mehr Weisheit sondern auch den Trank der Unsterblichkeit. Dieser konnte nur aus den heilige Pfirsichen in ihren Garten hergestellt werden. Nach einer anderen Version soll es ein besonderer Pfirsich- oder Kürbis-Wein gewesen sein, der jeden Tag getrunken werden musste, um nicht älter zu werden. Daher wurden eines Tages auch den Acht Weisen dann nur noch die Acht Unsterblichen.

Das Zauberschwert des Lü Dongbin

Chinesische Historiker sind sich sicher, das Lü Dongbin, zwischen 755 - 805 gelebt haben muss und ein berühmter Gelehrter und Beamter seiner Zeit war. Bis heute wird Lü Dongbin meistens als weiser Gelehrter mit einem Schwert am Rücken und der Flasche der Unsterblichkeit dargestellt. Diese Darstellung untermauert eine alte Volkserzählung. Es gibt die Legende, das er Schüler des unsterblichen Alchimisten Zhongli Quan wurde, der wiederum eine historische Person und General während der Han-Dynastie war. So müsste Zhongli Quan zwischen 500-600 Jahre alt gewesen, als er Lü Dongbin unterrichtete. Weil Lü Dongbin zu seinem besten Schüler wurde, enthüllte er ihn das Geheimnis, wo er die Göttin Xiwangmu aufsuchen könnte, um die Langlebigkeit erlangen zu können. Das ist interessant, weil er nicht das Wort Unsterblichkeit nahm. Auch enthüllte er ihn das Geheimnis einer alten Drachenfestung in der Nähe des Berg Lü im Kunlun-Gebirge, wo ein Drache neben der Göttin wohnte, der über ein Zauberschwert verfüge. Nachdem Zhongli Quan der Langlebigkeit überdrüssig und seinen Schüler warnte, das die Göttin jeden Mann verführen könne, trank er keinen Pfirsich-Wein mehr und verstarb. Lü Dongbin machte sich eines Tages auf, um zum Berg Lü zu wandern. Er hatte nicht das Bestreben, wie sein Meister später den Tod herbeizusehnen, sondern alleine nur das Zauberschwert zu suchen. Andere Erzählungen behaupten, das er doch nicht widerstehen konnte, und noch lange nach seinem Tod gesehen wurde, weshalb er einer der Acht Unsterblichen wurde. Über den Berg Lü gibt es zwei Interpretationen. Einmal soll es der heilige Lu Shan-Berg am Ufer des Poyang-Sees gewesen sein, doch kann man eher davon ausgehen, das nach der zweiten Interpretation es der Liushi Shan, der höchste Berg der Kunlun-Bergkette an der Grenze zum autonomen Tibet, gewesen sein könnte. Dieser Berg wurde immer wieder umbenannt. So hieß er auch mal Liushi Feng-Berg. Und so wird es erzählt...

Vor seinen Tod verriet der Meister noch, Lü Dongbin solle den Berg der Göttin meiden und erst ihn in den Sommermonaten aufsuchen, den im Winter würde er bei seiner Suche den Tod des Eises erliegen. Bei Vollmond würde er den Weg zum Zauberschwert des Drachens finden, der aber nicht auf den Berg führt. Nur solle seine Blick zum Norden richten. Mit diesem Rätsel machte sich Lü Dongbin auf. Als er nun nach vielen Tagen und Entbehrungen den hohen Berg erreichte, suchte er zunächst vergeblich das Haus der Göttin und sah auch keinen Drachen weit und breit. Der Berg war so hoch, so groß und zugleich so breit, das er zweifelte, das überhaupt solch ein Schwert gäbe. Als es Vollmond wurde, sah er dann einen silbernen Schatten weit unter dem Gipfel leuchten. Voller Ungeduld und Angst kletterte er hoch, bis er auf einer Anhöhe einen mächtigen Amboss und ein Schwert drauf liegend sah. Es war kunstvoll geschmiedet und schien als sei es gerade vom Schmied abgelegt. Als er es berührte kam eine Stimme aus dem Berg:

Derjenige der fand was er suchte, hält das Schwert des Drachen in seinen Händen. Aus himmlischen Eisen und in der Schmiede von Zhurong (Feuergott) ein Menschenalter immer wieder geformt (gefaltet?) und gehämmert, gibt es dem Träger die Macht über den Drachen. Siehe die magischen Zeichen auf der Klinge, kein zweites Mal gibt es solch ein Schwert.

So konnte Lü Dongbin auf seinen Rückweg mit dem Schwert jeden eisernen Dämonen und schreckliche Geschöpfe vernichten, die ihm sein Schwert stehlen wollten. Wilde Krieger erschraken ebenso, den sein Schwert durchdrang jede Rüstung und jedes Schild und teilte die Körper seiner Gegner ohne jede Anstrengung. Kamen über Hundert Kriege rauf einmal, schleuderte Lü Dongbin sein Schwert auf sie zu, und es verwandelte sich in Drachenkrallen (nach einer anderen Version in einen Drachen), schlug alle Köpfe der Gegner ab und kehrte in die Hand zurück. Durch das Schwert, so heisst es, wurde Lü Dongbin auch ein Wudang-Meister (Meister der Schwertkunst), und nicht wenige denken, das er als Unsterblicher als Zhang Sanfeng (legendärer daoistischer Mönch und Schwertmeister) weiter lebte. Als er das Schwert seinem besten Schüler weitergab, verlor es die Macht der Drachenverwandlung, aber seine durchdringende Schärfe gab dem Schwert den neuen Namen Schicksalhafte Klinge oder Schicksal-Schwert. Noch heute soll das Schwert existieren...

Was vielleicht dazu gedichtet wurde oder nicht, diese und ähnliche Legenden über besondere Zauberschwerter oder Himmlische Schwerter aus China und Nord-Indien stehen gegenüber den legendären Zwergen-Schwertern, den göttlichen Schwertern, dem Schwert von Siegfried der Drachentöter, dem Excalibur, dem Mimung oder dem Tyrfing. Es waren besondere Schwerter aus Meteoriteneisen, die nur wenige legendäre Schmiede zu überlegenden Waffen ihrer Zeit schmiedeten.

Bildnachweis:
  • Typische Darstellung von Lü Dongbin: Archiv: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Lü Dongbin | Zauberschwert | Meteoriteneisen | Acht Unsterbliche | Drachenfestung
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