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Wissenschaft: Weltraum

30 Tonnen schwerer Meteorit endeckt

In Argentinien wurde der zweitgrößte Meteorit der Welt gefunden

Niedrgang eines Meteoriten
Niedrgang eines Meteoriten
Meteoriten sind Festkörper unterschiedlicher Größe, die aus dem Weltraum kommend, auch Bestandteil unseres kleines Sonnensystem sind oder dieses durchkreuzen. Ein Großteil stammt aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Seid Milliarden von Jahren hinterlassen sie kleine und große Krater auf Planeten und Monden, dessen Spuren wir am deutlichsten auf unseren Trabanden sehen können. Kommt ein Meteorit auf die Erde zugerast und durchquert die Erdatmosphäre, wird dieser dabei stark abgebremst und an dessen Oberfläche stark erhitzt. Bei diesem Vorgang können kleinere Exemplare komplett in der Atmosphäre schmelzen bzw. verdampfen. Größere Exemplare können zerplatzen und als Meteoritenschauer niedergehen. Riesige und schwere Meteoriten können beim Aufprall sehr große Schäden verursachen. Das bisher größte gefundene Exemplar ist der rund 60 Tonnen schwere Hoba-Eisen-Meteorit, den man in Nambia fand. Dieser schlug vor etwa 80.000 Jahren auf der Erde ein, sein Alter wird jedoch auf 190 bis 410 Millionen Jahre geschätzt. Seit 1979 ist er ein Nationales Denkmal Namibias.

Nun hatten Wissenschaftler am 10.September 2016, in der Nähe der nord-argentinischen Stadt Gancedo, einen Meteorit entdeckt, der von einem Meteoritenschauer stammen soll, der etwa vor 4.500-5.000 Jahre auf die Erde niederging. Man stieß fast zufällig auf den Fund, weil hier ein U-Bahn-Projekt geplant war und Bauarbeiter ihn vielleicht sogar als Hindernis einfach abtransportiert hätten. Die Wissenschaftler vermuten, das ein etwa 800 Tonnen schwerer Asteroid an der Erde vorbeiflog und ein Teil dabei abplatzte und als Meteoritenschauer niederging. Mit einem geschätzten Gewicht von über 30 Tonnen wurde hier der bisher zweitgrößte Meteorit der Welt gefunden. Er soll Bestandteil des Campo del Cielo sein.

Etwa 200 km östlich von Gancedo und 1.000 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires, liegt der Campo del Cielo, ein Areal wo eine größere Gruppe von Eisenmeteoriten gefunden wurden. Interessant dabei ist eine alte spanische Chronik aus dem Jahr 1576. Als der Gouverneur einer Provinz im Norden Argentiniens hörte, das die Eingeborenen von Himmelseisen erzählten, woraus sie ihre Eisenwaffen fertigten, befehligte er eine Expedition, dieses Himmelseisen zu untersuchen. Mit Hilfe der Einheimischen fand die Expedition ein Areal, wo eisenhaltige Stücke im Boden steckten, und nannten das Gebiet Feld des Himmels = Campo del Cielo, so wie auch die Indianer das Gebiet nannten, obwohl sie eher annahmen, das der Boden sehr eisenhaltig sein müsste. Sie brachten Proben mit und die Experten für Schmiedekunst waren von der Reinheit erstaunt. Doch sie vermuteten, das das Vorkommen nicht groß genug sei, um hier unter erschwerten Bedingungen eine Eisenmine unterhalten zu müssen. Der Gouverneur beließ es auf die eine Expedition, ließ alles dokumentierten und den Abschlussbericht in den Archivo General de Indias in Sevilla bringen. Es geriet in Vergessenheit, bis 1774 ein gewisser Don Bartolome Francisco das Areal neu entdeckte. Aber auch er erkannte es nicht als Himmelseisen, wie die Indianer, sondern vermutete ebenfalls, das hier eine mögliche Eisenader liegen könnte. Danach erfolgte die nächste Expedition eines gewissen Rubin de Celis im Jahre 1783, der endlich genauer wissen wollte, wie genau eisenhaltig der Boden sein könnte und verwendete Sprengstoffe, um den Boden zu lösen. Dabei fand er einen eisenhaltigen riesigen Stein, den er auf 15 Tonnen schätzte. Doch ihm schien es nicht die Mühe wert, da er nicht daran glaubte, das das Eisen aus dem Himmel kommen könnte. Dennoch schickte er Proben vom Stein an der Royal Society of London und veröffentlichte seinen Bericht in den Philosophical Transactions der Royal Society. Das Royal Society of London stellte fest, das diese Proben aus 90% Eisen und 10% Nickel bestünden, ein eindeutiges Indiz, das es sich um Meteoriteneisen handeln muss.

Nach den heutigen Untersuchungen des Krater-Feld konnten bislang 26 Krater von Meteoriten unterschiedlicher Größe nachgewiesen werden, die etwa vor 4.500-5.000 Jahren entstanden sein müssten und eine Fläche von 3 × 18,5 Kilometern bedecken. Das Gesamtgewicht der gefundenen Eisen-Fragmente beträgt nun mit dem Fund des Gancedo-Meteoriten rund 100 Tonnen. Nun planen die Wissenschaftler das Gebiet zwischen Campo del Cielo und Gancedo weiter zu untersuchen, ob das vermutete Kraterfeld weitaus größer sein könnte.

Bildnachweis:
  • Niedrgang eines Meteoriten: Archiv: Wilfried Stevens

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Schlüsselwörter: Weltraum | Meteorit | Meteorit-Krater | Argentinien | Campo del Cielo
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