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Wissenschaft: Umwelt & Naturschutz

Atomausstieg Ja – Nein – Vielleicht?

Erneute Debatte um den Atomausstieg in Deutschland

Foto: www.Pixelio.de
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In den letzten Tagen ist die Diskussion in der Politik für ein Beibehalten des beschlossenen Atomausstieges erneut heftig entbrannt. Am gestrigen Montag sprachen sich die Führungskräfte der Sozialdemokraten und Grünen, die den Atomausstieg in ihrer damaligen Regierungskoalition beschlossen haben, für ein Festhalten am beschlossenen Ausstieg aus. Politiker der CDU/CSU warnten aber vor einem vorschnellen Ausstieg aus der Atomstromerzeugung mit Hinweis auf die steigenden Energiekosten.

Diskussion über Vorschlag Epplers

Der SPD-Politiker Erhard Eppler hatte am vergangenen Wochenende vorgeschlagen, die Laufzeitverträge der bestehenden Atommeiler zu verlängern und im Gegenzug dafür auf die Errichtung neue Atomkraftwerke zu verzichten. Das Ganze sollte dann noch im Grundgesetz festgeschrieben werden. Der Bundesumweltminister Sigmar Gabriel von der SPD bezeichnete Epplers Vorschlag als durchaus interessant, dennoch lehne er grundsätzlich Atomenergie ab. Er führte weiterhin aus, dass solange die unionsgeführten Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern nicht endlich die Suche nach geeigneten Endlagerstandorten für Atombrennstäbe auch in ihren Bundesländern zulassen, „sei es Wahnsinn über Kernkraft zu reden.“ Er forderte die Unionspolitiker, welche zur Beibehaltung der Kernenergie aufriefen, dazu auf, sich erst einmal Gedanken über geeignete Standorte für die benötigten Endlager zu machen und diese zu benennen.

Claudia Roth von den Grünen ist strikt gegen eine Verlängerung der Laufzeitverträge und den Neubau von Atomkraftwerken. „Man kann nicht den Beelzebub Klimawandel mit dem Teufel Atomkraft austreiben.“ Auch sie verwies auf die fehlenden Endlager für den bei der Atomstromerzeugung entstehenden radioaktiven Abfall.

Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bezeichnete einen vorschnellen ideologischen begründeten Atomausstieg als einen Aberwitz, noch dazu wenn in den europäischen Nachbarländern weiterhin auf Atomkraft gesetzt wird. Ole von Beust sprach sich ebenfalls für eine Laufzeitverlängerung aus. Man könne die in dieser Zeit die Forschung und Entwicklung regenerativer Energien vorantreiben um in 15-20 Jahren einen gleichwertigen Ersatz zu finden

Deutschland international unter Druck

Wegen des beschlossenen Atomausstieges gerät Deutschland international immer mehr unter Druck, nachdem der Klimaberater des US-Präsidenten auf einen verstärkten weltweiten Neubau von Atomkraftwerken gedrängt hat. „Ein Land, das die Möglichkeit zur verantwortungsvollen Nutzung der Kernenergie hat, steht meiner Ansicht nach auch in der Verantwortung, dies zu tun“ so seine Aussage. Wer es mit der Reduzierung von Treibhausgasen ernst meint, muss momentan zwecks mangelnder Alternativen auf Atomkraft setzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte auf dem G8-Gipfel in Japan, sie halte die Zukunft der Kernenergie nicht für alleinentscheidend im Kampf gegen den Klimawandel. Sie sei zwar immer noch dagegen die Atomkraftwerke in Deutschland voreilig abzuschalten. Man müsse in Zukunft verstärkt neue Wege suchen und gehen. Ein Ansatzpunkt sieht sie in der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien.

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Schlüsselwörter: Atomkraft | Atomkraftwerk | Atomausstieg | erneuerbare Energien | Deutschland
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Kommentare

am 12.07.2008 21:57:39 (85.178.54.xxx) Link Kommentar melden
Hallo AlfrdH

Der Bericht zeigt uns, wie zuverlässig Regierungsaussagen sind! Rot (SPD) – Grün hat damals den Ausstieg beschlossen. Rot (SPD) – Schwarz verzögert, bzw. verhindert den Regierungsbeschluss, die Atomkraftwerke abzuschalten. Hier zeigt sich wieder einmal, wie zuverlässig und ehrlich deutsche Politik ist. Ein gutes Beispiel ist die Stromerzeugung der Privaten mit Solarenergie, die dann ins Stromnetz gespeichert werden kann, die Vergütung wurde festgesetzt auf 20 (zwanzig!) Jahre. Die zwanzig Jahre sind noch lange nicht um, schon erkennt die Politik, dass den Stromkonzernen hier Schaden zugefügt wird, sie muss nämlich dafür bezahlen! Und zwar an den Privatbürger! Jetzt will man durch Regularien (Spitzenzeiten, Schwachzeiten) verhindern, dass der private Bürger, der garantiert umweltfreundlichen Strom liefert auch wirklich liefert.

Das sagt uns doch nur, dass politisch keine Lösung erzielt werden soll.

Nun zum eigentlichen Thema, Ja, oder Nein.

Was spricht dafür?
Wirtschaftlich ist Atomstrom billig. Rohstoff (Waren)einsatz minimal. Kapazität, Ausbeute im Vergleich zu anderen Kraftwerken weit überlegen. Atomstromerzeugung ist so billig, dass die Stromkonzerne mit Atomstrom binnen kürzester Zeit Milliardengewinne einfahren. Heißt also, Atomstrom wird zu teuer verkauft. Diesmal kann man nicht den „schwarzen Peter“ auf die Steuer schieben wie beim Benzin.
Ökologisch eine ruhige und saubere Angelegenheit. Unabhängig von Standorten, ob auf dem freien Feld oder in der Stadt, bei schlechtem und bei gutem Wetter, ob dunkel oder hell, er funktioniert überall.

Was spricht dagegen?
Sicherheit!!! Wenn ein normaler deutscher Bürger die Allgemeinheit einer Gefahr aussetzt, die er einschätzen kann und dessen er bewusst ist, jedoch aus niedrigen Beweggründen (Gewinnsucht) nicht bereit ist, dies zu verhindern, wird mit … bestraft. Der Versuch ist strafbar. § 0815 ProblemmanagerG (gilt für Alle, auch für DANA)
Nichts anderes tun die Betreiber der Atomkraftwerke:
Sie wissen genau, was passieren kann, wenn …(GAU, Sugergau) passiert. Weiterhin wissen sie genau, dass sie nicht in der Lage sind, zuverlässig die Allgemeinheit davor zu schützen. Weiterhin kommt erschwerend hinzu, dass sie technisch nicht in der Lage sind, Vorkehrungen zur Sicherheiten für den Schadensfall treffen können. Dies alles wird bewusst billigend in Kauf genommen.
Abfallbeseitigung, Recycling
Nach all den Jahren ist man immer noch nicht in der Lage, Abfälle (Brennstäbe u. a.) zu recyclen. Die Entsorgung ist allseits bekannt, weiterhin ist bekannt, dass die Entsorgungslager nicht den Kriterien entsprechen, die einen ordentlichen, sicheren und gefährdungsfreien Lagerzeitraum garantieren. Unser Umweltschutzgesetz scheint hier nicht zu gelten, nur für Umweltverschmutzer wie Werkstätten, illegalen Müllentsorgern u. anderen Straftätern, vorausgesetzt, sie sind privat- oder gewerberechtliche Straftäter. Kraftwerksbetreiber sind da andere Menschen, sie geniessen Immunität. Steht zwar nirgends, ist aber so. Vielleicht könnte man ja die oben genannten Delikte durch Kraftwerksbetreiber als „Diplomaten im Auftrag zum Nutzen der Allgemeinheit“ (kurz „DANA“) nennen, dann hätten wirs auch schriftlich, und alle würden es auch begreifen. So fühlen wir kleine Bürger uns ungleich behandelt.

Nun können Sie wählen Ja oder Nein, ich sage NEIN, zu gefährlich.
Ihr Problemmanager

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