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Sonstiges: Kultur & Religion

Großer Rettenstein und seine Sagen

Von Hexen und dämonischen Weibern

Grosser Rettenstein
Grosser Rettenstein
Der Große Rettenstein ist ein 2.366 Meter hoher, mehrgipfeliger Berg in den Kitzbüheler Alpen, die zwischen den österreichischen Bundesländern Tirol und Salzburg liegen. Er wird als der markanteste Gipfel der Kitzbüheler Alpen bezeichnet und ist von Aschau im Spertental aus gesehen, der dominierende Gipfel der Region. Der schroffe Gipfelaufbau des großen Rettensteins ist aus Dolomit, der in einer vierhundert Meter mächtigen Schicht auf dem Bergfuß aus Quarzphyllit sitzt, das eine geologische Besonderheit in den Kitzbüheler Alpen darstellt. Wegen seiner Naturschönheit, den umgebenden Wäldern und der einmaligen Flora und Fauna, gehört der Rettenstein zum Landschaftsschutzgebiet Spertental-Rettenstein.

Seit Alters her haben Berge auch etwas mythisches, waren Sitz von Göttern, Geistern, Feen, Fabelwesen oder verbargen sogar einen geheimen Eingang zu den sagenhaften Zwergen-Minen. Lange Zeit waren die Kitzbüheler Alpen auch Einzugsgebiet der Kelten. So entstanden Volkssagen und Erzählungen, die seid Jahrtausenden und Jahrhunderten weiter erzählt wurden. So soll einst hier die keltische Fruchtbarkeitsgöttin Perchta gelebt haben, die gütig und freundlich gestimmt war und den Menschen zum Ackerbau, der Spinnerei und Weberei viel beibrachte. Die Menschen ehrten sie regelmäßig mit Speiseopfer, und es war Sitte, das in der ersten Januar-Woche alle Ställe und der gesamte Hof geräuchert werden musste. Aber sie konnte auch sehr grausam sein, wenn sie nicht genügend gegehrt wurde. Dann konnte sie die Menschen mit Alpträumen quälen, die zum Wahnsinn führten oder sie schlitzte einigen den Bauch auf, legte Steine hinein und versenkte das Opfer in Brunnen, so das das Wasser darin faulte. Auch konnte sie die dämonischen Weiber hervorrufen, die Perchten. Im gesamten Alpenraum gibt es ähnliche alten Sagen mit vielfältigen anderen Namensbezeichnungen.

Später wurde daraus eine alte verkrüppelte Hexe, die man Butzebercht nannte, und auf einen Besen fliegen konnte. Sie lebte als Anführerin vieler Hexen, die in den Bergen, mal in Höhlen oder in den tiefen Mischwäldern lebten. Auch sie hüteten das Spinnen und Weben, wachten über die toten Seelen und holt die Seelen der Sterbenden zu sich. Auf den großen Rettenstein machten sie im Winter ein großes Feuer und tanzten die Nacht hindurch, um anschließend mit ihren Besen runter zu fliegen, um nach dem Rechten zu schauen. Daher gilt dieser Berg wie auch der Große Schlern in Südtirol zu den bekanntesten sagenhaften Hexentanzplätze. Sie beschützten Frauen und Kinder und bestraften freche und/oder brutale Männer. Durch ihre Zauberkräfte konnten sie sich in wunderschöne Frauen verwandeln und Zäune und Bäume ausreißen, so das kein Mann es wagte, ihre Macht anzuzweifeln. Im Mittelalter lebten am Gipfel weise Frauen, die sich dem Schamanentum hingaben, heidnische Bräuche pflegten und heilende Kräuter und Tinkturen verkauften. Doch manche wurden als Hexen verfolgt, so das sie sich bald in den Tiefen der Wälder versteckten. So bleibt der Großer Rettenstein nicht nur eine lohnendes Ziel für Touristen, sondern auch Ursprung eines großen Sagenschatzes.

Bildnachweis:
  • Grosser Rettenstein: Foto: © wikipedia. (This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license)

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Schlüsselwörter: Großer Rettenstein | Hexentanzplatz | Stoafrauen | Österreich
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