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Sonstiges: Gesundheit

Schönheitsideale - Die Gefahr der Extreme

Erstveröffentlichung: www.readers-editon.de Autor: Annika Schmitz

schlankes Model
schlankes Model
“Wer schön sein will muss leiden”. Das scheint nicht nur eine alte Redewendung zu sein. Es ist viel mehr zu einem Lebensmotto vieler Models geworden. Sie kämpfen gegen jedes Pfund an; dürr erscheint gerade schlank genug, Essstörungen sind Alltag. Mädchen, die problemlos als Skelette in der Geisterbahn auftreten könnten, kämpfen täglich gegen ihr Gewicht an. Das Ziel: besser als die anderen zu sein, die Konkurrenz ausstechen und vielleicht der neue Star am Modehimmel zu werden.

Das 22-jährige Model Luisel Ramos bezahlte diese Lebensweise anfang des Jahres mit dem Leben. Tagelang nahm sie keinen Bissen zu sich - bis sie schließlich auf dem Weg vom Laufsteg zurück zur Garderobe zusammenbrach: Herzversagen. Für sie kam jede Hilfe zu spät.

Ebenso im Fall Ana Carolina Reston: Die gerade mal 18-järige Brasilianerin litt unter Magersucht, wog bei einer Größe von 1,74 Meter nur 40 Kilogramm. Auch sie starb dieses Jahr: Nierenversagen. Ihr Bild ging um die Welt und sorgte für eine neue Debatte über den Schönheitswahnsinn auf den Laufstegen.

Und es zeigen sich erste Erfolge. Die Veranstalter der am 18.September 2006 eröffneten Madrider Modewoche “Pasarela Cibeles” verpassten jedem Model Laufstegverbot, das einen Body-Mass-Index von unter 18 hatte.

Ein Weg in die richtige Richtung – aber bislang gilt in der Modewelt: The Show Must Go On!” Designer wie Wolfgang Joop fordern weiterhin dünne, sehr dünne Mädchen.

“Wir leben ja nicht in der Kirche, wo die Moral regiert; wir leben in einer Konsumgesellschaft, wo der Konsum regiert. Und da muss man manchmal Opfer bringen.”, so der Mode-Guru im deutschen Fernsehen.

Und diese Opfer werden gebracht, auch wenn das den Tod bedeuten kann …

Vielleicht werden die Rufe nach Models mit mehr Gewicht in den nächsten Jahren lauter und, wer weiß, vielleicht werden in einigen Jahren Models mit Speckröllchen gefordert, oder sogar übergewichtige Models. Dann sind es die zierlichen Dünnen, die sich krampfhaft Pfunde anfuttern – ebenfalls auch nur, um den Designern zu gefallen und berühmt zu werden. Auch hier muss man daran denken, dass das zu gesundheitlichen Schäden führen kann, denn: Übergewicht und Fresssucht sind sicherlich genauso gefährlich wie Bulimie und Magersucht. Man muss sich immer im Klaren sein, dass es sich hier um Extreme handelt und hinter diesen immer eine Gefahr lauert.

Eine Lösung für den schönheitswahn und seine Opfer gibt es wohl nicht. Vielleicht sollte man die Frauen der “Dove”-Werbung auf die Laufstege dieser Welt bitten: zierliche und dickere Frauen, mit blassen oder bräunlichem Teint, großen und kleinen Brüsten, schmalen und breiten Hüften, langen und kurzen Beinen. Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten; Frauen, die man nicht unter einem Schönheitsideal zusammenfassen kann …

Erstveröffentlichung bei "Readers Edition" Autor Annika Schmitz Grundlage für Zweitveröffentlichung Creative Commons-Lizenz

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Schlüsselwörter: Schönheitsideal | Schönheitsideale | Model | Laufsteg | Magersucht
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