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Wissenschaft: Weltraum

Chinas Orbitalstation Tiangong-3

Chinas neue Raumstation ab dem Jahr 2022

Tiangong-3 Model
Tiangong-3 Model
China gehört seit vielen Jahren zu den anerkannten großen Raumfahrtnationen, mit eigenen Weltraumbahnhöfen, Trägerraketen, Satelliten, Mondfahrzeugen und Raumstationen. Die Schnelligkeit neuer Entwicklungen und Planungen der Weltraumbehörde China National Space Administration (kurz CNSA), überrascht besonders die NASA. Schon lange gibt es Planungen einer ständigen Mondstation und den Abbau von Helium-3 auf dem Mond, spätestens ab dem Jahr 2030. Ein sehr wichtiger Schritt ist es dazu, eine große ständig besetzte Orbitalstation, ähnlich wie die ISS, im All zu haben.

Der Weg zu Tiangong-3

Tiangong 1 war die erste chinesische Weltraumstation, die von der CNSA (China National Space Administration) entwickelt wurde. Tiangong bedeutet Himmelspalast. Maßgebend waren dabei die Erfahrungen mit sowjetischen Saljut-7 - Raumstationen. Der Start erfolgte am 29. September 2011 an Bord einer Trägerrakete Langer Marsch 2F und beförderte Tiangong 1 in einer Höhe von rund 380 km. Damit wurde China, nach Russland, USA und Europa, die vierte Weltraumnation, die eine eigene Weltraumstation erfolgreich entwickelte und einsetzte. Die erste Raumstation diente zur Erforschung von Kopplungsmanövern mit dem chinesischen Shenzhou-8 Raumschiff und Langzeitaufenthalten von Taikonauten (chinesische Bezeichnung für Raumfahrer). Damit sollten die ersten erforderlichen Grundlagen für den Bau und Betrieb einer zweiten modifizierten Raumstation gesammelt werden. Die Raumstation wog 8,5 Tonnen, hatte eine Länge von 10,4 Meter und insgesamt einen Rauminhalt von 15 m³. Nach mehreren bemannten Phasen wurde die Raumstation noch bis zum Anfang 2016 zur Erdbeobachtung und zur Forschung eingesetzt. Weil bereits die neue Raumstation Tiangong 2 im Einsatz ist, will man 2017 die alte Raumstation kontrolliert auf die Erde stürzen und zu großen Teilen verglühen lassen.

Tiangong 2 wurde am 15. September 2016 erfolgreich ins All gebracht, und soll wiederum als Test-Raumstation für weitere zukünftige Schlüsseltechnologien der Raumfahrt dienen, denn längst sind die Entwicklungen für eine Nachfolge-Raumstation der nächsten Generation im vollem Gange, weshalb die Entwickler es auch als zweites Testlabor bezeichnen. Die Raumstation wiegt 13 Tonnen, hat eine Länge von 9 Metern und ist mit modernster chinesischer Hochtechnologie ausgestattet, die die CNSA zu bieten hat. In Tiangong-2 können insgesamt drei Personen kann bis zu 20 Tage an Bord bleiben. Die Versorgung erfolgt zunächst durch Shenzhou-11 Raumschiffe, aber ab 2017 werden dort schon die neuen Shenzhou-12 Raumschiffe andocken. Aber China entwickelt auch derzeit den neuen Raumtransporter Tianzhou aus Eigenproduktion, der ebenfalls schon 2017 seine ersten Testflüge und Andockmanöver absolvieren soll. Mit einer Startmasse von 13,5 Tonnen wird er deutlich größer sein als der alte Space Shuttle, der nur eine Startmasse von maximal 10 Tonnen hatte .

Tiangong-3 wird, in seiner ersten Bau-Phase, seine erfolgreichen Vorläufer in allem übertreffen. Nachdem Tiangong-2 nur wenige Monate im All ist, laufen bereits die Entwicklungen und Planungen für den Nachfolger auf vollen Touren. Die CNSA plant den Start für spätestens 2022, und alle Experten gehen davon aus, das die ehrgeizigen Chinesen das auch schaffen. Die neue Raumstation wird mit einer Startmasse von 22 Tonnen und 18 Metern Länge fast doppelt so gross sein wie das Vorgängermodel. Auch können bis zu drei Taikonauten mit 40 Tagen doppelt so lange an Bord bleiben können. Auch hier soll in erster Linie weitere zukünftige Schlüsseltechnologien für eine ständig besetzte Orbitalstation getestet werden. In der zweiten Bauphase soll Tiangong-3 durch weitere Module erweitert werden, mit einer Gesamtmasse von ca. 60 Tonnen. Danach erfolgt die letzte dritte Bauphase, wobei die fertige Orbitalstation rund 82 Tonnen Gesamtmasse und eine Länge von ca. 20 Metern haben wird. Von 2022 - 2032 werden weitere Module und Raumschiffe entwickelt und getestet. Dies dient auch zur Vorbereitung für die erste chinesische Mondstation Yuegong 1 (Mondpalast). Nach den Wünschen der CNSA soll zwischen 2022-2025 die erste bemannte Mondumrundung erfolgen.

Bildnachweis:
  • Tiangong-3 Model: wikipedia. (This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license)

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Schlüsselwörter: Tiangong-3 | Raumstation | Shenzhou | China | China National Space Administration
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