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Thailands berühmter Tiger-Tempel geriet unter Beschuss

Nur Kommerz und Tierquälerei sagt die Tierschutzorganisation Care for the Wild International

An der Nationalstraße 323, zwischen der Provinzhauptstadt Kanchanaburi (bekannt durch die legendäre „Brücke am Kwai“) und Nam Tok, liegt das Wat Pa Luang Ta Bua. Bekannt wurde es vor allem durch diverse TV-Reportagen als „Tempel der Tiger“ oder schlicht „Tiger-Tempel“. Einst ein von der thailändischen Regierung anerkanntes Tigerschutzzentrum, soll es heute nur noch dem Klosterkommerz dienen. Die Tiger werden hier illegal gezüchtet und gequält, um sie für zweifelhafte Touristenfotos gefügig zu machen. – Dies behauptet jetzt die Tierschutzorganisation Care for the Wild International

Der Indochina-Tiger, um den es sich hier handelt, ist nahezu ausgestorben. Nach vorsichtigen Schätzungen soll es in Thailand noch um die 250 frei lebende Tiger geben. Im an die Provinz angrenzenden, benachbarten Myanmar sogar nur noch weniger als 150 Exemplare. Früher war das anders. Als Myanmar noch Birma bzw. Burma hieß und unter britischer Kolonialherrschaft stand, waren die Tiger als Plage angesehen und zum Abschuss offiziell freigegeben. Allein in den Jahren 1928 bis 1932 gab es 1.328 belegte Tigerabschüsse. Wilderer tun auch heute noch in beiden Ländern ihr Übriges. Schließlich sind die verschiedensten Körperteile der Raubkatzen beliebte Zutaten der chinesischen Medizin, die auch von den Thai-Chinesen immer noch praktiziert wird. Und wegen der finanziellen Misere der einheimischen Bevölkerung besorgt dafür so mancher einen Tiger für deutlich weniger Geld als umgerechnet 20 Euro.

Die spektakuläre Geschichte des Wat Pa Luang Ta Bua als Tiger-Tempel begann 1998. Damals brachte man einen Tiger ins Kloster, der von einem Jäger schwer verletzt worden war. Trotz aller Pflege starb das Tier wenige Tage später. Begründet worden war das Kloster zuvor vom Abt Phra Acharn, einem ehemaligen Wirtschaftsstudenten, der aufgrund einer Krebserkrankung Mönch wurde. Als 1999 im nahen Dschungel zwei verwaiste Tigerbabys gefunden wurden, deren Mutter von Wilderern abgeschlachtet worden war, brachte man die Kleinen ins Wat und vertraute sie den Mönchen an, die mit der Aufzucht dieser Tigerbabys begannen.

Wer sich näher über den Tigertempel informieren möchte, der kann dies unter folgenden Links auf der Website des Tempels machen: http://www.tigert... (thailändische Version) oder http://www.tigert.../index.php (englische Version).

Jetzt veröffentlichte die Tierschutzorganisation Care for the Wild International einen Bericht, wonach alles ganz anders ist als es sein sollte und behauptet wird: Die Mönche betreiben illegale Tigerzucht und illegalen Tigerhandel. Die Tiger werden misshandelt, mit Steinen beworfen und mit Stöcken geschlagen, um sie gefügig zu machen, damit sie sich artig zusammen mit den Touristen fotografieren lassen. Dies soll das Ergebnis einer mehr als dreijährigen Beobachtung von Aktivisten der Organisation sein. Besonders angeprangert wird dabei auch, dass den Tigern auch der Urin ihrer Artgenossen ins Gesicht gespritzt wird, mit dem sie gewöhnlich ihr Revier markieren. Das sei, so ein Sprecher der Organisation, für die Tiger schlimmer als ein Faustschlag ins Gesicht. Außerdem bekämen sie nur gekochtes Hähnchenfleisch mit Tierfutter aus der Industrie vermischt. Dazu sagen die Mönche des Wats, dass sie dies machten um nicht den Blutdurst der Tiere zu wecken oder zu fördern. Doch hierdurch werden den Raubtieren wichtige Vitamine vorenthalten, die zusätzlich zu ihrer Lethargie beitragen.

300 Thai-Baht (ca. 6 Euro) kostet der Eintritt ins Kloster. Und wer 1.000 Thai-Baht (ca. 20 Euro) bezahlt, kann sich mit den Tigern fotografieren lassen – den Kopf des Tieres auf dem Schoß. Mehrere Hundert Besucher kommen pro Tag hierher. Der bisherige Besucher-Tagesrekord lag bei 880 Besuchern. Eine immense Einnahmequelle für das Kloster, die beweist, dass (zumindest heute) alles nur noch auf den Kommerz ausgerichtet ist. So die Meinung von Care for the Wild International.

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Schlüsselwörter: Thailand | Kanchanaburi | Tiger | Tiger-Tempel | Mönche
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Kommentare

Daniel Borchers
am 07.09.2008 11:48:35 (84.129.155.xxx) Link Kommentar melden
Es ist eine Schande zu sehen was die Menschen alles für Geld tun! Dieser Tempel ist der Tod für die Tigerrasse!!!
Die suggesierte "himmlische Ruhe" besteht eher aus einer Massenabfertigung bei der mit Drogen voll gepumpte Tiger, damit sie nicht angreifen, gewaltsam den Touristen auf den Schoß gelegt werden. "Next please!" heißt es dann und so wird ein Tiger den ganzen Tag nur herumgeschuppst damit die Touristen, die endweder mit Scheuklappen dort herumlaufen oder es einfach nicht sehen wollen, ihre Fotos bekommen und der "Tempel mit Mönchen" der in Wahrheit ein Unternehmen mit Millionären ist, noch mehr Geld daran verdient sowohl große Tiger als auch kleine Babys an Ketten zu halten udn zu quälen.

Jeder Besitzer eines gesundes Menschenverstandes sollte dies nicht nur vermeiden sondern auch dagegen kämpfen das es immernoch Menschen gibt die tatsächlich dahin fahren.
Hanspeter Moesch
am 27.12.2008 13:23:52 (144.85.208.xxx) Link Kommentar melden
Wo jemand Erfolg hat, da sind die Neider wie Hyänen auch gleich zur Stelle. Wäre dem so, was "Care of the Wild International" meint zu sehen und zu wissen, das Verhalten der Tiere gegenüber dem Menschen wäre ein ganz anderes. Muss ich abwägen zwischen dem, was in der hervorragenden MDR-Reportage die buddhistischen Mönche im Film zeigen und vorleben, und dem, was Neider glauben zu sehen, dann ist die Wahl leicht gemacht: Neider und Miesmacher entlarven sich selbst im Wort, wo andere zum Wohl der Tiere handeln.
Tschüss!
marco
am 08.06.2009 15:49:09 (87.14.107.xxx) Link Kommentar melden
das ist eine schande was in diesen zeilen steht die mönche tun den tigern nichts schlechtes sie lieben sie und respektieren sie und was hier steht ist einfach nur erfunden ich glaube bei dieser seite hier geht es nur um irgendeinen kommerz
Alex Mais
am 09.06.2009 09:02:30 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
@marco

An dem Bericht ist absolut nichts erfunden. Was die Angaben zur Geschichte des Tempels angeht stammen diese vom Tempel selbst, was die Angaben zum asiatischen Tiger anbelangt sind dies offizielle und belegte Daten und Fakten, die jeder mit ein wenig Mühe im Internet in zuverlässigen und offiziellen Quellen selber finden kann.

Die heutige Situation, so, wie sie in den beiden letzten Absätzen dargestellt wurde, basiert auf dem offiziellen Bericht von Care for the Wild International, der auf Grund von dreijährigen Recherchen und Beobachtungen entstand. Dies geht auch einwandfrei aus meinem Bericht hervor! Wenn hier jemand irgendetwas erfunden hätte, müssten Sie diesen Vorwurf an diese Organisation richten – nicht an mich als Autor und nicht an die OZ24 als Medium das diesen Bericht veröffentlichte, denn hier wurden lediglich Fakten benannt. Zudem habe ich im Artikel einen Link auf die Website des Tempels gesetzt, wo sich jeder alles aus Sicht des Tempels ansehen kann. Im Übrigen basieren die von mir verfassten Artikel durchschnittlich auf mindestens 5 – 6 unterschiedlichen Quellen, im vorliegenden Artikel größtenteils auf thailändischen Quellen.

Die Kommentare Ihrer beiden Vorschreiber entsprechen ausschließlich deren Ansicht und Meinung. Damit haben weder die OZ24 noch ich als Autor etwas zu tun. Deshalb entsprechen diese auch nicht unbedingt der Ansicht des Autors oder der Redaktion.

Was Ihren Vorwurf des Kommerz an mich und die OZ24 angeht, ist dies (sorry) „dummes Geschwätz“. Die Autoren bekommen für jeden Artikel eine Anerkennung von 1 Euro. Da kann man wohl nicht von Kommerz sprechen. Wenn man bedenkt wie viel Zeit investiert wird einen solchen Bericht zu recherchieren und zu schreiben bleibt da ein „Stundenlohn“ von ganz deutlich unter 50 Cent (oft auch noch viel weniger) übrig. Glaube kaum, dass Sie dafür arbeiten würden. Und dass, was die OZ24 an den paar Klicks für die Google-Anzeigen bekommt, deckt nicht einmal die laufenden Kosten.

Mit einem haben Sie Recht: Es ist eine Schande! – Nicht die Zeilen, nicht der Bericht, sondern dass, was im Tempel abläuft, wenn die Angaben von Care for the Wild International stimmen. Sie können gerne den Nachweis antreten, dass die von dieser Organisation gemachten Angaben nicht stimmen. Ich wäre der letzte, der sich nicht darüber freuen würde…
tewe
am 01.08.2011 17:17:10 (85.216.60.xxx) Link Kommentar melden
Ich kann mich obigem Bericht nur anschließen. Auch mein Mann und ich haben mit hoher Erwartung im Februar 2008 den Tigertempel besucht. Mein Urteil habe ich auch bei Holydaycheck abgegeben unter Reisetipps.
Es ist pure Tierquälerei, die Tiere sind garantiert ruhiggestellt.
Reine Abzocke durch das Kloster. Musste zu allem übrigen noch ein T-Shirt in heller Farbe kaufen, da meine karierte Bluse mit hellem rot und anderen Farben angeblich die Tiger aggressiv machen würde!?!?!?
Im Geo Magazin stand Ende letztes Jahr oder Anfang diesen Jahres ein großer Bericht über den Tigertempel. Ich glaube jedes Wort davon.
Habe dem WDR über meine Erfahrungen im Tal des Tigers berichtet, da sie immer wieder die die Sendung "Der Tiger und der Mönch" wiederholten. Leider keine Reaktion. Die Sendungen liefen auch in anderen Regionalsendern.
tewe
am 02.08.2011 15:23:03 (109.193.98.xxx) Link Kommentar melden
Ergänzung zu meinem Kommentar: Es handelt sich um einen größeren Bericht über den Tigertempel sogar mit Titelseite im Heft GEO Magazin Nr. 11/10.
Susanne barrmaier
am 04.07.2013 10:07:44 (46.115.94.xxx) Link Kommentar melden
Wie kann man behaupten es wäre alles ganz nett und hilfsbereit??das die Tiger dafür gezüchtet werden, sollte jeder wissen! Ich war als Besucher in Chang Mai und man hat die Tiere vor meinen augen sooo feste Mit einem Holzknüppel auf den Kopf oder zwischen die Augen geschlagen... Ich hatte 50€ bezahlt ... Dafür muss das arme Tier in die Kamera gucken... Das tier merkt die schläge kaum ... Warum??? Weil es völlig zugedröhnt ist. Als ich sagte keine Schläge... Ich kann das nicht sehen! Lachte der Mann!!! Der andere sagte Hör auf... Weil er mein schockiertes Gesicht sah. Aber nicht aus Mitleid mit dem König des Dschungels .Sonst hätte er aus Spaß einfach weiter gemachihm mir it zu zeigen... Scheiss egal!!! Es ist nur ein Tier!!!! Mir hat es die augen geöffnet! Wer jetzt noch an die Gutmütigkeit der Menschen denkt??? Kinderhandel geschieht auch freiwillig aus nächsten liebe????

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